Nochmal Quitten…Dessertsülzchen und Quitten-Curd

Von Karin Sidak

Ein paar einsame Quitten kullern noch in der Speisekammer herum, ansonsten sind sie nun wider Erwarten ziemlich aufgebraucht worden. ( Ufffff...)
Eine sehr liebe Leserin meines Blogs hat sich erbarmt und ein paar Kilo adoptiert...vielen Dank!

Ich habe noch zwei schnelle Tips zur Verwendung der tollen Früchte:
Kleine Quittengelees aus Quittensaft, als Dessert. Und statt Lemon Curd gibts heuer Quitten Curd, genial!

Für beide Rezepte müssen wir erst mal den Saft aus den Quitten gewinnen. Wie ich das mache, habe ich in meinem Post vom Vorjahr bereits genau beschrieben:
Quittengelee
Nur ganz kurz zur Erinnerung: Die Früchte werden in Würfel zerhackt, mit Wasser bedeckt und einige Stunden gekocht. Der gewonnene Saft wird durch ein Mulltuch abgegossen und weiterverarbeitet.

Einen Teil dieses Fruchtsirups verwende ich nun für ein hübsches Dessert, nämlich kleine gelierte Quittensafttörtchen.
Du benötigst dafür kleine Muffinformen aus Silikon.

Für 6 kleine Muffinförmchen voll Gelee:

Gelatine in kaltem Wasser erweichen, Saft mit Zucker erhitzen (nicht kochen), Gelatineblätter nacheinander in die heisse Flüssigkeit rühren. Die Förmchen mit kalten Wasser ausspülen und die Masse eingießen. Im Kühlschrank fest werden lassen, am Besten über Nacht.
Joghurt, Mascarpone und Honig glattrühren und auf schöne Dessertteller verteilen, die Gelees vorsichtig aus den Förmchen lösen und auf der Joghurtmasse anrichten. Du erhältst entweder 6 kleine Dessertportionen oder 3 große mit je zwei Geleetörtchen.
Das Dessert funktioniert auch mit Orangensaft, verrühre dann den Joghurt mit pürrierten Datteln, das passt super dazu!

Da ich noch etwas Saft übrig habe, versuche ich noch Quitten-Curd. Meinen geliebten Lemon-Curd habe ich Dir ja bereits vorgestellt, die Herstellung verläuft eigentlich gleich.

Für 3 kleine Gläschen:

Saft, Butter und Zucker über einem Wasserbad unter Rühren erhitzen, Eier verschlagen und unterrühren, die Hitze so einstellen dass das Wasser ganz sacht köchelt und die Masse ständig mit dem Schneebesen weiterrühren, bis sie leicht eindickt, ja nicht Kochen! Ich kontrolliere immer mit einem Zuckerthermometer die Temperatur, wenn die Masse ca. 85 Grad erreicht hat und sämig ist, ist der Curd fertig. Das dauert etwa 10 - 15 Minuten.
Was nicht gleich weggenascht wird , kommt heiss in kleine, fest schließende Gläschen und wird im Kühlschrank aufgehoben, etwa bis zu einem Monat.

Der Curd kommt ja aus England und ist ein Brotaufstrich auf der Basis von Butter, Eiern und Fruchtmark-bzw. Saft. Ich finde ihn himmlisch, so samtig und cremig, schon üppig aber voller Fruchtgeschmack. Man braucht auch - sowie bei Marmelade ( ich mach das jedenfalls immer) keine Butter mehr aufs Brot streichen, also sehr praktisch.

Etliche Fruchtsäfte eignen sich gut zur Herstellung von Curd: Zitronen, Limetten, Orangen, Passionsfrucht etc., die Quittenversion hat mich jedenfalls restlos überzeugt!
Ich habe auch etwas von dem rohen, ungezuckerten Saft tiefgefroren, so kann ich für Weihnachten frischen Quittencurd machen!
So, bis zum nächsten Jahr hast Du nun Ruhe von meinen Quitten, aber dann...!