Nintendo Switch – Von Gestern und morgen. Teil 3: Die Vernetzung

Von Pressplay Magazin @pressplayAT

Nintendo Switch – Von Gestern und morgen. Teil 3: Die Vernetzung

Hinsichtlich der Tatsache, dass eine nahtlose portable Onlineanbindung zu den zentralen Design-Ideen der neuen Switch gehört, hat man bisher wenig noch wenig davon mitbekommen. In der Tat hat Nintendo ja eigentlich den Ruf, in Bezug auf digitale Vernetzung ein absoluter Innovationsverweigerer zu sein. Doch ganz so stimmt das natürlich nicht, wie ein Blick in die Firmenvergangenheit offen legt. Angefangen hat alles mit dem Famicom Disc System, eine Nintendo-Konsole, die im Westen nie auf den Markt gekommen ist. Es handelte sich dabei um ein Gerät, das Disketten als Speichermedien schluckt, statt der bei uns bekannten Cartridges (=Steckmodule). Der Vorteil?

© Evan Amos © Giovani Cospefogo Faganello

Tatsächlich war es so, dass Nintendo damals praktisch als Erster mit der digitalen Auslieferung von Spielen begann. Verteilt im urbanen Raum konnte man Kiosks finden, in denen man Famicom Discs einstecken konnte, um gegen Bares neue Spiele herunterzukopieren. Und das natürlich in den 1980er Jahren, in denen DLC oder überhaupt nur die Idee von Internet noch unvorstellbar waren.

Der nächste Ausflug in die Welt von digitalen Erweiterungen war auf dem SNES (Super Nintendo Entertainment System) mit dem Satellaview-Service. Diesmal wurden Inhalte über Satellit ausgestrahlt.

Spieler konnten wöchentlich Zelda-Austrahlungen empfangen, zeitlich gebundene Missionen spielen, die zusammen mit einem Live-Audio-Kommentar konsumiert werden konnten. Auch auf dem Nintendo 64 waren Online-Funktionen bereits geplant, doch war die Disk-Drive-Erweiterung ein veritabler Flop und so kann man nur spekulieren, was damals möglich gewesen wäre.

Heutzutage betreibt Nintendo erfolgreich seinen E-Shop. Absatzzahlen von Software sind bereits vergleichbar mit denen aus dem Retail-Geschäft und so hat selbst Nintendo die Wichtigkeit von nahtloser Vernetzung erkannt und arbeitet nun an einem Service, das endlich auf der Switch zeitgemäße Konnektivität ermöglichen soll. Man sollte sich am Launchtag nur einen Umstand vor Augen halten: Wie sich in der langen Firmengeschichte zeigt passieren Innovationen in diesem Bereich nie am Tag 1. Selbst der 3DS, der ohne e-Shop gar nicht mehr vorstellbar ist, kam ursprünglich ohne e-Shop auf den Markt und es dauerte viele Jahre ehe man alle Spiele dort auch wirklich herunterladen konnte. Was auch immer Nintendo geplant hat, sei es nun eine Anbindung an Smartdevices, oder Bezahl-Services, es wird eine Weile dauern ehe das Konzept für den Konsumenten wirklich völlig klar wird.

Fortsetzung in Teil 4: Die Vision folgt. Die ganze Serie lesen:

Teil 1: Der KompromissTeil 2: Der BotschafterTeil 3: Die VernetzungTeil 4: Die Vision


Autor

Florian Kraner

Aufgabenbereich selbst definiert als: Pixel-Fachmann mit Expertenausweis. Findet ”Das Fürchterliche muß sein Gelächter haben!” zutreffend.


 
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