Nintendo Labo – Multi Set

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Nintendo Labo – Multi Set

9DIY

Aspekte, die der Zeit von heute echte Spannung verleihen, finden oftmals abseits von Kommerz statt: Kickstarter oder die Maker-Szene spiegeln eine Gesellschaft wieder, in der Innovation und Improvisation den Ton angeben, um einen unersättlichen Drang nach Individualität zu befriedigen. 

Von IKEA-Hacks zu 3D-Printing gibt es unzählige Möglichkeiten diesen Drang zu befriedigen, auch wenn die meisten sehr aufwendig sind. Unter diesem Gesichtspunkt muss man Nintendos Labo betrachten, ein Unterhaltungsprodukt, das sich perfekt an den Zeitgeist anpasst. Zu kaufen gibt es eine Schachtel, bis zum Rand gefüllt mit kleinen Ideen, genug davon um einen neugierigen Geist für viele Stunden zu unterhalten und dabei vielleicht die Inspiration für eigene Kreationen anzuregen. Doch alles muss zunächst selbst gebaut werden. Billige Accessoires zum Baseball-spielen oder Lenkrad-Akrobatik-ausüben gibt es ja für Nintendo-Spiele schon seit der Wii-Ära.

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Neu ist aber nun die Idee, die mobilen Controller der Switch in komplexen Spielzeugen zu verbauen und über deren Sensorik ungeahnt vielseitige Interaktionen zu ermöglichen. Prominentestes Beispiel hierbei ist sicher das Mini-Piano, das mit seinen 13 Tasten plus diversen Zusatzfunktionen erstaunlich viel Flexibilität zu bieten hat.

Aber langsam, zunächst muss das Ding gebaut werden – und zwar aus reiner Pappe. Nicht einmal Klebstoff oder Klebebänder bieten den Einzelteilen Halt. Stattdessen werden alle Komponenten über ausgeklügelte Stecksysteme fest miteinander verbunden. Kaum ein Teil, das nicht mit irgendeiner inspirierten Idee entzückt. Selbst das Füllmaterial zum Wegwerfen ist mit Noten bedruckt. Der gesamte Vorgang ist durch und durch elegant konzipiert.

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Steht das Piano erst einmal werden schnell die Switch und ihre Sensoren darin verbaut und es kann losgeklimpert werden. Doch zu diesem Zeitpunkt geht die Entdeckungsreise überhaupt erst richtig los. Taucht man ein wenig tiefer in die zugängliche Software so findet man erweiterte Features.

So kann man durch das Einscannen von Lochkarten einen Sequenzer bespielen. Ebenfalls eingescannt werden Waveforms, die zusammen mit diversen Parametern wie der Envelope-Funktion das Erstellen von eigenen Synthie-Sounds erlauben. Nichts davon erreicht eine Komplexität, die für professionelle Musikproduktion benötigt wird, der spielerische Umgang mit dem diese Inhalte allerdings beigebracht werden ist schon bemerkenswert, denn auch für Nicht-Kinder sind diese Funktionen schlichtweg unterhaltsam.

Das Variety Kit bietet darüber hinaus noch vier weitere Konstrukte, die zusammen mit speziellen Minispielen zum Einsatz kommen. Nichts davon bietet Tiefgang für stundenlange Gaming-Sessions, jedes einzelne davon bietet allerdings verspielte Details, die zum Entdecken einladen. In der Praxis ist der Spielspaß – für Nintendo sehr untypisch – leider ein wenig dürftig bemessen.  Ist man dann mit allem fertig, lädt Labo dazu ein, eigene Ideen beizusteuern – sei das nun die Adaption der vorhandenen Konstrukte oder das Kreieren von völlig neuen Gegenständen über die komplexe Programmierschnittstelle.

In seiner derzeitigen Form lässt sich Labo schwierig in irgendwelche Schubladen stecken. Kein reines Spielzeug, aber auch nicht wirklich Videospiel, ist es eben einfach ein Unterhaltungsprodukt, das mit vielfältigen Ideen vor allem für kreative Naturen perfekte Unterhaltung garantiert. Beschäftigt man sich mit den verbauten Ideen näher, wird klar, wie sehr die Entstehung eines so einzigartigen Produkts mit der Entwicklung der Switch-Konsole selbst verbunden gewesen sein muss. Fast möchte man meinen, Nintendo Labo sein ein integraler Bestandteil von Nintendos Switch an sich. Perfekt durchdacht und umgesetzt verdient sich Labo die Aufmerksamkeit eines jeden Switch-Besitzers, der auch nur irgendwie dazu bereit ist, seinen Horizont zu erweitern. So viel Finesse gibt es für (wenig) Geld selten.

Plattform: Switch (Toy-Con 1 getestet), Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): 3, Release: 27.04.2018, nintendo.at/Nintendo-Labo

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Autor

Florian Kraner

Aufgabenbereich selbst definiert als: Pixel-Fachmann mit Expertenausweis. Findet ”Das Fürchterliche muß sein Gelächter haben!” zutreffend.


 

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