Nichte 3.0


Nichte 3.0Alles gut gegangen. So, wie es in diesen Zeiten gut sein kann. Alle hatten wir insgeheim langsam gehofft, dass sie früher kommen könnte … ich kann aber verstehen, dass sie noch ausgenutzt hat, in der Sicherheit von Mamas Bauch auszuharren. Weil in den Tagen vor der Geburt dann doch alles, was wir so kennen, in Frage gestellt wurde …

Tatsächlich klappte alles wie geplant, wie schon bei 2.0 ist die Tante angereist, damit Papa bei Mama sein konnte und danach seine neugeborene Tochter wenigstens kurz zum ersten Mal in den Armen hatte. Weil die Großeltern fallen umständehalber aus. Und weil ja keine Besucher mehr in Krankenhäuser dürfen… In seiner Ansprache hat der bayerische Ministerpräsident am selben Tag später bekräftigt, dass die Väter zu ihren Ehefrauen und Neugeborenen sollen dürfen. Insofern konnte der stolze Papa dann später doch noch mal für eine Stunde seine zwei Mädels besuchen.

Die anderen beiden motzen natürlich, weil sie jetzt das Schwesterchen nicht sofort sehen, anfassen, streicheln usw. dürfen … aber das ist so. War zu früheren Zeiten übrigens auch so, und bei uns gabs nicht mal Handy oder gar Videotelefonieren. Unfassbar. Egal. Trotzdem wollten sie sooooo gerne. Und haben dann aber auch alle zwei das Ego zurückgestellt. Hui. So vernünftig können große Schwestern sein. Jawoll.

Alle anderen bleiben aus bekannten Gründen in den Ferne. Und gesund. Hoffentlich. Und Punkt.

Meine Schwester ist so früh möglich aus der Klinik gegangen, um unnötige Kontakte zu vermeiden. Isoliert ist man mit einem kleinen Baby sowieso, aktuell mehr als sonst, da eben keine neugierigen Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn vorbeikommen … für ein Neugeborenes aber auch eine ruhige Ausnahmezeit zum Ankommen in unserer sonst nie stillstehenden und alles andere als leisen Welt?


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