Nicht jeder kann mit dem Handy snusen

Von Albertus
Als ich ein klares Knirschen hörte, drehte ich mich um, und sah mein Handy am Lokalboden liegen. Egal, dachte ich, da ist eh wieder nichts passiert - außer halt eine Delle mehr. Denkste! Ich hob das Handy auf und sah, dass ich mich geirrt hatte. Das Gerät war mit der vollen Glasfläche breitseitig aufgeschlagen, etwas, das auch gelernt sein muss. Am nächsten Morgen ging ich bei uns in Landeck zu einem Händler, der Smartphones repariert, in der Meinung, dass alles halb so schlimm wäre. Man braucht ja wohl nur das Glas auszutauschen, so meine Hoffnung. Er: "Kostet um die 150,- Euro!" Ich lächelte. Scherzkeks, haha. Ich: "Ein bisschen teurer gehts nicht?" Da kann ich mir ja gleich ein Auto kaufen. Oder ein neues Handy. Doch wozu sollte ich mir ein sündteures Gerät anschaffen, wenn ich meinen Tarif von 30,- Euronen monatlich gerade erst auf die Hälfte von meinem Anbieter runterschrauben ließ. Nene, nix zu machen. Ohne mich! Aber vielleicht reißt mich in den nächsten Wochen ja mal die Eitelkeit, und ich schlage bei der fälligen Vertragsverlängerung gnadenlos zu. Muss freilich nicht sein. Denn noch funktioniert das "Samsung Galaxy II" weiterhin tadellos, nur der Blick auf die Frontscheibe jagt mir einen subtilen Schrecken ein. Als ob ich von einem Einsatz an der Handywurf-Front zurückgekehrt wäre. Ich nenne es ab sofort "Chuck Norris II", und bete, dass mir jener die aufgeklebten, transparenten Klebestreifen verzeiht, mit denen ich mein Herzstückchen verbunden habe. Mir könnten sonst die Splitter wegbröseln, oder ich zieh' mir beim Zeigefinger-Touchen ein Stückchen unter die Haut ein. Ich weiß, ich weiß, Chuck, ich bin deiner nicht würdig. Ich müsst' eigentlich mit der Nase touchen. Vorher noch schnell etwas Tabak in die Riechorganöffnung reingepfropft, und mit dem Handy snusen. Vielleicht traue ich mich dann ob der damit einhergehenden plötzlichen Gefässverengung endlich mal vor dem Chef die Hosen runter zu lassen. Ja, genau das werde ich tun. PS: Ich gebe zu, ich bin feige. Aber kurz hatte ich schon daran gedacht, anstatt dem transparenten Tixo undurchsichtige Klebestreifen zu verwenden. Am besten beidseitig pickende. Chuck zur Ehre.

Boombastisch – dieser Anruf dürfte von Chuck gewesen sein.


Und eine zweite Warnung wird's nicht geben.