Next one please: Zypern will noch in diesem Monat unter den Rettungsschirm

Von Uhupardo

Vielleicht schon an diesem Wochende, spätestens am nächsten: “Das Thema ist dringend. Wir wissen, dass die Rekapitalisierung der Banken bis zum 30. Juni abgeschlossen sein muss”, sagte Finanzminister Vassos Siarlis am Montag und kündigte damit unausgesprochen den nächsten Rettungskandidaten an.  Natürlich ist Zypern geradezu eine Kleinigkeit, wenn man an die 100 Milliarden denkt, die jetzt nach Spanien fliessen, doch es ist ein Land mehr, das sich nicht mehr selbst helfen kann, tief in der Rezession steckt und schon seit Monaten sieben Prozent Zinsen zahlen muss. Der

Der Bailout des Landes soll nicht nur für die Banken gelten sondern für die gesamte Wirtschaft Zyperns: “Wenn man den Unterstützungs-Mechanismus beantragt, berücksichtigt man alle Fakten, einschließlich der Bedürfnisse, die in den kommenden Perioden auftreten können. Es wäre also eine umfassende Anfrage, bei der nicht nur die gegenwärtigen Umstände und die Rekapitalisierung der Banken berücksichtigt werde, sondern auch zukünftige Anforderungen“, fügte Vassos Shiarly hinzu.

Die berüchtigte Troika hat bereits klar gesagt, was nun angesagt ist: Rentensystem reformieren, stark steigende Neuverschuldung ausbremsen, Mehrwertsteuer erhöhen – man kennt die “Strukturreformen”, die jetzt folgen werden.  Am 1. Juli wird Zypern die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen; aber dann nicht mehr als selbstständiger Staat sondern als nächste EU-Kolonie unter dem Rettungsschirm.  Das Land macht nur 0,2 Prozent der gesamten Wirtschaftskraft in der Euro-Zone aus. Die Gesamtverschuldung des Staates liegt bei rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung von 17,5 Mrd. Euro – das ist vergleichsweise gering. Doch für die Menschen auf Zypern gibt es nur ein Zypern.