Neulich beim Cookingpokal 2018 in Erfurt

Von Doceva @dental_food

Was man (Frau) nicht so alles in seinem (ihren) Leben unterbringen kann ...
Dass das Kochen für mich einen immensen Stellenwert hat, dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein. Wobei ... da gibt es diverse flankierende Bereiche die die ganze Angelegenheit erst zu dem machen was es eigentlich bedeutet: Das hinter die Kulissen schauen, also Inhaltstoffe erschmecken, erriechen oder erblicken und somit die Sinne aktivieren.

Der Cookingpokal

Die Trophäe

Kürzlich wurde zum vierten Mal der kreativste Hobbykoch (Thüringens) 2018 auf der Messe Besser Leben ausgelobt.

Gemeint ist nicht etwa, dass nur die thüringische, traditionelle Küche beim Wettbewerb gezeigt werden sollte. Ebenso wie die Globalität unserer habhaft geworden ist, spielen nationale und internationale Einflüsse und Inspirationen in unsere Kochtöpfe hinein. Dass mithilfe der angebotenen Warenkörbe zu zeigen war die Aufgabe der Kandidaten. Gesucht wurde somit der kreativste Hobbykoch Thüringens 2018, der mindestens 16 Jahre alt sein sollte, keine Ausbildung als Koch oder Köchin haben sollte und auch nicht als Koch/Köchin tätig sein durfte. Gesucht wurden die Laien mit Leidenschaft.

Das Halbfinale

Das Halbfinale 2018 am Grill hatte das Thema: Surf &Turf, thüringisch interpretiert.
G. Schäfer aus Karlstadt bereitete Kachelfleisch-Spieße, Saiblingsrollen, Grillkartoffelchips mit Senfdipp, Wassermelonenspieße, Pflaumen-Bier Ketchup und Zucchini Päckchen zu.
D. Schneider aus Weimar zauberte mariniertes Kachelfleisch im Räucherspeckgitter mit Saibling zweierlei Art vom Grill, an Rahmkartoffel-Gemüse-törtchen und würziges Tomaten- und Pflaumenragout in der Zwiebel.
Th. Kuhnt aus Sonthofen zeigte Burger Surf & Turf Thüringer Art.
D. Seifert aus Naumburg kredenzte Saiblingsfilet mit Tannensalz auf Möhren-Mango-Chili-Tatar, Fledermausspieße und Pflaumen-Bier-Sauce, Speckmarmelade und Kartoffelstroh.
K. Hennig aus Jena überraschte mit Saiblingsfilet vom Zedernholz mit Senfglasur auf Rösti und Speck-Creme Fraîche, Kachelfleisch-Muffins mit Whisky-Butter, Zwetschgenchutney und Kartoffelauflauf.
L. Kämmer aus Dietzenbach bereitete Saibling mit Meerrettichmayonnaise und Kachelfleisch mit Pflaumen- Schwarzbier Chutney und Kartoffelstampf mit Bärlauchsenf zu.
F. Heine aus Bad Sulza nannte sein Gericht: Saibling trifft bardiertes Deckelchen auf Kartoffel-Pastinaken-Stampf an Schwarzbiersoße und glasierten Möhren. (Bilder in loser Folge)

Das waren sehr kreative Ideen. Wir, die Jury, bestehend aus, Claus Alboth, Küchenchef, Heike Mohr, Journalistin, Andreas Bräuer, Grillexperte, Cornelia Gabriel, Thüringische Landeszeitung - TLZ, Besser Leben in Thüringen, Felix Hofmann, Koch und meine Wenigkeit als Blogger hatten zu entscheiden.

Bei den Bewertungskriterien waren 10 Punkte für den Geschmack und 5 Punkte jeweils für die Optik und die Idee zu vergeben. Etwas losgelöst und zum Schmunzeln:
Was essen Autos am liebsten?
Parkplätzchen!

Das Finale

Es galt ein 3-Gang Menü aus dem Warenkorb zu zubereiten.
Gabriele Schäfer aus Karlstadt brachte folgendes auf den Tisch:
Wachteln auf Berglinsen mit Schokoladensauce und glasierten Weintrauben,
Rehrücken mit offener Wirsing-Pilzlasagne und Blaubeercheesecake, Kürbis mit Pumpernickel Crunch und Rotweingelee. Damit erkochte sich den Sieg und damit den Cookingpokal 2018.
Thomas Kuhnt aus Sonthofen servierte, souverän wie immer, Getrüffelte Supreme von der Wachtel auf gerauchter Kürbiscreme an Pumpernickel- Schwarzbierreduktion, Rehrücken im Wachtel-Wirsingmantel auf Rotwein-Preiselbeer-Reduktion, Rote Bete Knöpfle, sautierte Pfifferlinge, Rahmwirsing und Mandel-Mohntörtchen mit Mango und Himbeere, Schwarzbierzabaione. Ihm kann man zum großartigen zweiten Platz gratulieren.
Doris Seifert aus Naumburg war bereits Siegerin aus dem Jahr 2016, Sie kochte sich im Finale auf den dritten Platz mit Causa rellena mit zarter Wachtel, Rehmedaillons auf Mole-Sauce und mit rotem Quinoa gefülltem Wirsingröllchen und Mascarpone-Törtchen an purpurnem Mazamorra morada und Mango-Sorbet.
Doris Schneider aus Weimar belegte bei ihrer ersten Teilnahme an einem öffentlichen Kochwettbewerb den hervorragenden vierten Platz mit Zweierlei von der Wachtel mit schwarzer Erde, Rahmwirsing, Fleuron, Walnusscrunch und Rehrückenmedaillons an Rotweinreduktion, Püree vom Kürbis mit Variation von gerollten Herbstgemüsen gefolgt von Zitronencremetörtchen mit Schokoladenzweig, Birne in Rotwein, Preiselbeerschaum. (Bilder in loser Folge)

Das Resümé

Unparteiisch, vorbehaltlos, kritisch und wohlwollend fällt mein Urteil immer aus. Auf der Zunge oder im Mund macht die Mischung das Erlebnis aus, knusprig und samtig, sauer und süß, mild und scharf heißen die Spielbälle. Beim Halbfinale sollte das Grillen im Fokus stehen, da hätte ich mir mehr Röstaromen und krossere Komponenten gewünscht. Der Begriff Fine Dining macht in diesem Zusammenhang nicht wirklich Sinn - aber das hatte ich bei den Deutschen Grillmeisterschaften erwähnt. Die finalen Gerichte imponierten mir persönlich mit zu vielem: an, bei, über, unter, auf und haste-nicht-gesehen. Wenn ich erst 20 Minuten lesen muss was ich schmecken soll, naja ... mit globalen Wortschöpfungen, die mir Tante Google erst erschließen kann ... ick weeß nich. Fakt ist, alle Kandidaten haben ihr Bestes gegeben. Nur einen Gewinner kann es geben. In meinen Augen ist weniger dann und wann mehr - denn:
Das Gute ist immer einfach
aber das Einfache ist nicht immer gut!

Kochen ist und bleibt ein Handwerk, dass erstmal richtig verstanden und umgesetzt werden will. Ich sage nur Hausmannskost, abgespeckt und neu interpretiert, das liegt im Trend - regional, saisonal und ökologisch so korrekt wie möglich lautet nach wie vor die Devise! Und bitte lasst den Köchen ihr Terrain. Schließlich müssen sie es auch am Wochenende und an Feiertagen und vor allem dann verteidigen, wenn andere Freizeit haben!
Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

Das Rezept

Ein köstliches Rezept von mir, natürlich in meiner illustren Berliner Dachwohnungs-Küche zubereitet, gehört ja eigentlich traditionell zu meinen Blogposts dazu wie der Senf zur Wurst, oder wie die Berliner Großschnauze sagen würde wie der A... auf den Eimer. Neuerlich ist es in einem anderen Post separat zu finden. Man kann ja von niemanden, der köstliches Buchweizen-Pfannenbrot mit Beurre salé caramel zubereiten möchte, verlangen, dass er sich meine Cookingpokal-Juroren-Angelegenheit antut oder/oder umgekehrt. Also zum unglaublich einfachen aber raffinierten Rezept von meinem Buchweizen-Pfannenbrot mit Beurre salé caramel geht es hier entlang.