Neues Crashtest-Verfahren zeigt Autoschwächen auf

Der ADAC und seine Partnerclubs haben mit einem neuen Crashtest-Verfahren gravierende Mängel bei den herkömmlichen Crashtests aufgedeckt. Das neue Verfahren ermöglicht einen Fahrzeug-übergreifenden Vergleich. Dabei ist herausgekommen, dass die Ergebnisse aus dem NCAP-Crashtest nur einen Teil der wahren Unfallsicherheit abbilden.

Der standardisierte Frontalaufprall-Crashtests nach NCAP gehört zur Überprüfung der Sicherheit von Autos. In der Realität weichen die Unfälle jedoch oft von der idealen Lasteinleitung bei diesem Aufprallversuch ab. Daher wurde das neue Verfahren entwickelt, bei dem das Testfahrzeug mit der Hälfte seiner Frontfläche auf einen gleich schnell entgegenkommenden Barrierewagen trifft. Der Barrierewagen entspricht einem typischen Unfallgegner aus der weit verbreiteten unteren Mittelklasse mit 1 400 Kilogramm Gewicht.

Mit dem Urteil „befriedigend“ schneidet der in der neuen Versuchsanordnung benutzte Fiat 500 ab, denn die Fahrzeugfront ist größtenteils homogen aufgebaut und fügt dem Unfallgegner wenig Schaden zu. Es zeigte sich jedoch, dass es Schwächen des Schutzschildes im Bereich der Vorderräder gegeben hat. Der Audi Q7 dagegen erweist sich in dem durchgeführten Kompatibilitätstest als „mangelhaft“. Seine steifen Längsträger haben sich wie Lanzen in den Unfallgegner gebohrt. Zudem weist der Schutzschild im äußeren Bereich deutlich Schwächen auf. Wenn dort ein anderes Fahrzeug auftrifft, werden nur wenig Energie und Geschwindigkeit abgebaut, so die Kritik.

In beiden Probanden werden bei dem neuen Kompatibilitäts-Test gegenüber dem üblichen NCAP-Frontalcrash erhöhte Brustbelastungen gemessen. So deckte das neue Verfahren dort erhebliche Schwächen auf.

Fazit der Tester: Das Zusammenspiel der Autos untereinander in Unfallsituationen muss weiter verbessert werden. Geometrie und Steifigkeit der tragenden Teile müssen besser einander angepasst werden, so die abschließende Forderung. Damit lässt sich das Risiko von schweren und tödlichen Verletzungen um rund sieben Prozent reduzieren.

 

 

Quelle: Hamburger Abendblatt


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