Neue Nicaragua Reihe im travel-to-nature Blog!

Nicaragua, noch recht unbekannt als Urlaubsland und doch mindestens genauso spannend wie seine umliegenden Nachbarn Costa Rica, Honduras und El Salvador, wird dieses Jahr Teil einer neuen Blogreihe sein. Denn wir haben uns gedacht, dass wir Euch in regelmäßigen Abständen dieses spannende und abwechslungsreiche Land in Mittelamerika vorstellen, und zwar von Region zu Region.

Rio San Juan

Wir beginnen heute ganz im Süden des Landes mit der touristisch noch recht wenig entwickelten Grenzregion Rio San Juan. Die Region wird hauptsächlich durch den gleichnamigen Grenzfluss San Juan geprägt, der Costa Rica von Nicaragua trennt. Der Fluss ist Hauptverkehrsader, denn er verbindet den Nicaragua See mit der karibischen Küste. Wenn man nun allerdings glauben sollte, dass hier große Kähne den Fluss befahren, so irrt man sich gewaltig. Denn es verkehren hauptsächlich kleinere Motorboote, die täglich mehrere Male die Stadt San Carlos mit den Gemeinden und kleinen Siedlungen entlang des Flusses verbindet. Kurz hinter El Castillo ist dann meist Schluss. Denn vorher ist der Fluss relativ gemächlich und kurvenreich, doch ab El Castillo gibt es immer wieder Stellen, an den Stromschnellen die Fahrt entsprechend abenteuerlich werden lassen. Je nachdem, ob man ein öffentliches oder ein privates Boot nimmt, kann die Fahrt bis nach El Castillo zwischen 1,5 und drei Stunden dauern. Es werden sogar Kayaktouren angeboten, die dann eben über jene Stromschnellen in mehreren Tagesetappen bis zur Karibikküste nach San Juan del Norte führen.
Neue Nicaragua Reihe im travel-to-nature Blog!
Doch egal wie, die Fahrt auf dem Rio ist definitiv ein Erlebnis. Entlang des Ufers wechselt sich dichter Regenwald ab mit lichten Hängen, mal zweigt ein kleiner Nebenfluss ab, mal fährt man an einer kleinen Insel im Fluss vorbei und hinter jeder Biegung erwartet man mit Spannung, ob man vielleicht wieder einen Bewohner des Flusses entdeckt. Und wenn man von „Bewohnern“ spricht, meint man weniger die wenigen Menschen, die in vereinzelten Hütten wohnen, als vielmehr die vielen Tiere wie unzählige Wasservögel, Brüllaffenherden, Faultiere, Basilisken oder Libellen. Sogar Kaimane kann man manchmal mit gut geschultem Auge erkennen.
Das touristische Potenzial haben bisher einige wenige Lodges erkannt, die sich vor allem an der Einmündung des Rio Sabalos und in El Castillo finden. Während man in den Unterkünften rund um Boca Sabalos sehr naturnah wohnen kann und Wanderungen in die umliegenden Wälder, Kayakfahrten, Vogelbeobachtungstouren, Kakaotouren, und vieles mehr unternehmen kann, sind die Hotels und Pensionen in El Castillo optimal geeignet um das alte Fort zu besichtigen, das 1672 von den Spaniern errichtet wurde um den Plünderungen Granadas durch Piraten Einhalt zu gebieten.
Neue Nicaragua Reihe im travel-to-nature Blog!
Der Ort El Castillo selbst wirkt eher etwas verschlafen. Was definitiv zur Erholung beiträgt ist die Tatsache, dass es hier überhaupt keine Autos gibt. Selbst die Hauptstraße, die sogenannte Avenida Central, ist eine etwa drei Meter breite, geteerte Straße, an der sich die Wohnhäuser, Mini-Supermärkte und wenigen Restaurants aneinanderreihen. Kinder toben auf dem Feld hinter den Häusern mit einem Fussball, ein Mann transportiert ein paar Tonnen auf seinem Holzwagen, ein paar Damen unterhalten sich über die Straße. Wer also das typische Dorfleben in Nicaragua hautnah erleben will, ist hier richtig. Die Hütten der Einwohner sind zum Teil recht notdürftig, doch trotzdem sollte man sich als Tourist nicht wundern, wenn man auf jedem Haus eine rote Satellitenschüssel des Anbieters „Claro“ findet. Man hat insgesamt den Eindruck, dass Touristen willkommen sind, jedoch nicht wirklich mit ihnen gerechnet wird. So kann es auch einmal passieren, dass man eine halbe Stunde auf eine Tasse Kaffee wartet. Dafür bekommt man aber vielleicht von der liebenswürdigen älteren Dame erzählt, warum sie ihr Restaurant nach ihrer ältesten Tochter benannt hat.
Neue Nicaragua Reihe im travel-to-nature Blog!
Alles in allem ist diese Region aufgrund ihrer Artenvielfalt, des hautnahen Naturerlebnisses und den freundlichen Nicaraguanern einen Besuch wert.
Außerdem kann man diesen südlichen Teil Nicaraguas gut mit einem Abstecher nach Costa Rica verbinden – oder umgekehrt! Wenn man in andere Regionen Nicaraguas reisen möchte, so fährt man am besten ab San Carlos mit der Fähre weiter – entweder auf den Solentiname Archipel, zur Insel Ometepe oder bis nach Granada.