Neue Erfahrung (3)

Neue Erfahrung (3)Was für einen entspannten Urlaub ich doch hatte. Da wusste man es nicht, liegt es am Ort, liegt es am Wetter oder doch nur an meiner Grundeinstellung. Den entspanntesten Urlaub seit jeher. Und dazwischen sehr nette Gespräche. Nur die Wohnung, die ist klein und mein Gesprächspartner wies kein gutes Timing auf. Wenig Geduld und noch weniger Verständnis. Wenn er mich sprechen wollte, dann wollte er mich sprechen. Und das ist schwierig mit gefühlt zwei Räumen, einer davon offen. Ich habe, so weit es ging, versucht zu planen, aber wenn Einer einem nun was zu sagen hat, obwohl man schon miteinander fertig war, dann erweist sich das schon als schwierig.

Dann musste halt mein Sohn ans Telefon und er wusste nicht, was er sagen sollte, und ich wusste in dem Moment, dass er meine Scham, Englisch zu sprechen, geerbt hatte. Da stammelte er was von „My Mother is …, my mother is …”. Vorher deutete er schon an, er würde ihm jetzt was sagen und dann stammelte er weiter „my mother is …“ und ich rief dann nur vom Klo herunter „Wenn du ihm jetzt sagst, dass ich auf dem Klo sitze, bringe ich dich um“. Ich weiß nicht, hatte ich ihm denn nie erklärt, dass Männer nicht wissen dürfen, dass Frauen auch ausscheiden? Im Angesicht des Todes stammelte er dann weiter „my mother is … busy“ und das so betont, dass er auch hätte sagen können „my mother is kacking“. Ich war so sauer, das ist doch nicht witzig, das darf er mir doch nicht antun, ich habe ihm das Leben geschenkt. Egal, auf jeden Fall wollte mich da jemand noch ganz dringend sprechen, ganz ganz dringend. Und es geriet dann auch komplett in den Hintergrund, da er natürlich gefragt hatte, warum mein Sohn nicht sagen wollte, was ich mache oder wo ich bin. Also habe ich ihm erzählt, wo ich denn gerade bin. Ich meine, wenn ich es einem Mann vom Fach nicht erzählen kann, wem dann? Als Klempner müsste ihm das doch bewusst sein, oder? Er fand es unheimlich lustig und irgendwie ist es auch so eine simple Situation, die ganz normal, wenn nicht gar menschlich ist. Aber bei der Gelegenheit fällt mir ein, ich muss mich noch rächen. Ich hatte des öfteren schon mal meinem Sohn angedroht, dass ich in seine Schule gehe und sage, sie sollen ihn nicht ganz so hart ran nehmen, weil er doch Bettnässer ist. Mal gucken, wie er das findet. Er müsste dafür Verständnis haben, schließlich ist es auch ein ganz normales Bedürfnis. Das war seine Reaktion, als ich ihm versucht habe zu erklären, warum er das hätte nicht tun sollen.

Vielleicht übertreibe ich es da auch, aber das war sowieso der Abend der selbstgemachten Probleme, die nicht hätten sein müssen. Ich hatte einen Witz gemacht, dass wenn wir beide heiraten, er auf jeden Fall meinen Namen annehmen müsste, dass der so schön sei und außerdem möchte ich auf jeden Fall meinen Namen behalten. Ich hätte gedacht, dass er sich vor lauter Machogehabe nicht mehr einkriegt und außerdem, wen interessiert es? Aber siehe da, es wäre kein Problem für ihn. Oookay, Herr Szyca wenn du das so siehst. Schon absurd, über was ich mich mit dem unterhalte, hätte ich jetzt nicht gedacht. Aber vielleicht liegt es nur daran, dass es so ganz weit weg ist, nicht nur für mich, sondern auch für ihn. Mein Ex, ich glaube der war schon, als dieses Thema aufkam, mit mir fertig. Vielleicht wusste er es zu dem Zeitpunkt nicht, aber daran hätte man ablesen können, dass das nichts mit uns wird. Tja, im Nachhinein ist man immer schlauer. Wie viel Zeit ich hätte sparen können, wie viele Falten und Nerven mir erspart geblieben wären. Der neue Herr Szyca sah das anders, zu blöd dass er zu wenig greifbar war.

(Foto: Martina Taylor / pixelio.de)

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