nein – ich erlaube keine Schafe im Taxi

Diese Woche fahre ich wieder einmal Behinderten-Taxi. Meine Fahrgäste sind alle geistig behindert - mehr oder weniger. Aber im Vergleich zu dem, was einem im Alltag sonst so begegnet, sind sie eigentlich ganz normal.
Meine erste Tour beginnt jeweils morgens um halb sieben. Ich sammle meine Fahrgäste ein. Die wohnen allesamt sehr abgelegen. Stotzige und kurvige, dafür aber schmale Strassen. Heute hat Iwo während der ganzen Fahrt laut gelacht. Worüber weiss keiner, denn sprechen tut er nicht. Jedenfalls nicht mit uns. Der Lukas kann täuschend echt das Signalhorn der Feuerwehr nachmachen. Und mir damit jedesmal einen Schrecken einjagen. Zudem wollte er heute unbedingt eine blühende Hecke in die Schule mitnehmen. Ich habe das nicht erlaubt. Dann wollte er stattdessen ein grasendes Schaf mitnehmen. Nein – morgen. Morgen fährt jemand anderes und wird bestimmt viel Freude mit meinem Versprechen haben.
Nach gut zwei Stunden ist meine Morgentour vorbei. Keiner hat genässt – schon mal ein guter Anfang. Die folgenden Mittags-Rundfahrten verlaufen eher ereignisarm. Liegt vermutlich daran, dass meine Passagiere taubstumm und lahm sind. Hauslieferung mit dem Rolli.
Auf der Abend-Tour kommt "Highway to hell" im Radio. Ich drehe voll auf und wir singen alle mit. Den Text kann keiner - das stört uns aber nicht. Ein Taxi voller Irren.
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