nein, es ist nicht egal.

ein gedenktag ist nicht egal. auch wenn es manchmal den anschein hat. denn vieles in unserem land läuft wieder ganz in jene richtung, aus der die schreckliche – menschgemachte – katastrophe gekommen war. und das ist nicht egal.

ein gedenktag ist nicht egal. zugegeben tue ich mir schwer, solche gedenktage für etwas zu halten, das uns ein nachhaltiges „nie wieder“ sichert. zu oberflächlich wird hier vieles verharmlost. und das ist nicht egal.

ein gedenktag ist nicht egal. ja, ich finde es schön, dass viele menschen auf die strasse gehen, vieler ortens der katastrophe gedenken. einmal mehr sollte uns bewusst werden, wie sehr uns das gedenken eine verpflichtung sein muss, täglich. und das ist nicht egal.

ein gedenktag ist nicht egal. es wäre sinnvoll, darüber zu reflektieren, an wievielen orten dieser welt der wahnsinn, der menschen in richtige und falsche, in berechtigte und unberechtigte, in legale und illegale sortiert, sich ausbreitet. und das ist nicht egal.

ein gedenktag ist nicht egal. es ist schwer zu verstehen, wieviele menschen das wiedererstarken der nazis verharmlosen oder als demokratischen prozess beinahe entschuldigen. als wäre die absicht damals und heute nicht eine gleiche. und das ist nicht egal.

ein gedenktag ist nicht egal. selbst wenn rechtsextreme gewählt werden, sind sie deshalb nicht weniger rechtsextrem, weil sie viele oder sehr viele stimmen bekommen. rechtsextremismus ist immer ein verbrechen. und das ist nicht egal.

ein gedenktag ist nicht egal. wir müssen unsere standpunkte definieren und klarheit darüber haben, was zur disposition steht und was nicht. ein gesellschaftlicher diskurs kann niemals die grundrechte in frage stellen. nie wieder. und das ist nicht egal.

nein, es ist nicht egal.

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foto: corsi michele creative commons CC BY-NC-ND 2.0

Schlagwörter: holocaust, holocaust-gedenktag, shoa