Natürliche Interaktion für mehr Verständnis von Usern

Erstellt am 8. Februar 2012 von Texblock

Bild: Flickr.com – saschapohflepp

Interaktive Medien werden überall eingesetzt: Auf Events, Messen oder in verschiedenen Projekten. Dabei wird großen Wert darauf gelegt, dass Menschen die Maschine verstehen und auch interagieren können. Die Frage ist nur, wie man eine einfach funktionierende Interaktion auf die Beine stellt, ohne dass sich Menschen fremd fühlen und es gar nicht kapieren…?

Ein Großteil von uns ist mittlerweile darauf geeicht, bei einem Smartphone mit dem Finger zu scrollen oder am Mac mittels Gesten Bilder zu drehen oder andere Interaktionen durchzuführen. Das ist alles kein Problem mehr. Doch wenn Menschen mit Interaktions-Möglichkeiten in Berührung kommen, die nicht verstanden werden oder gar zu kompliziert aufgebaut wurden, kann kein Zusammenspiel entstehen. Daher ist es wichtig zu wissen, wie interaktive Medien aufgebaut werden müssen, um sie einfach, aber auch verständlich zu gestalten.

Es ist ganz natürlich für uns, den Fernseher einzuschalten, um uns Nachrichten oder unsere Lieblingsserien anzusehen. Wir haben einen Bildschirm, der uns das Gezeigte visualisiert. Aber wer hätte vor der Entwicklung eines Touchscreens gedacht, dass wir irgendwann mit unseren Fingern auf den Bildschirmen tippen, um eine Interaktion durchzuführen? Mit Sicherheit niemand – wobei das heute auch schon wieder etwas ganz Natürliches ist.
Und gerade um diese Natürlichkeit geht es; wie schaffen neue Medien eine reibungslose und natürliche Interaktion? Eine Steigerung lässt sich beispielsweise durch die Nutzung vielseitiger Sinnesmodalitäten erbringen. Wenn wir mit unseren Fingern auf ein Display drücken, welches das ganze Gerät noch leicht zum Vibrieren bringt, so bestätigt unser Gehirn eine Interaktion. Je mehr Sinne ineinander wirken, desto eher nehmen wir Neues an (ob wir jemals etwas »schmecken« werden?). Die Orientierung realweltlicher Interaktion ist auch ein Aspekt der Natürlichkeit, der Vertrautheit schafft. Die Vermischung der realen mit der digitalen Welt schafft Ordnung und eine gewisse Vertrautheit. So nutze ich virtuelle Plattformen, in diesem Fall soziale Netzwerke wie Facebook oder Google+, um mein reales Leben zu teilen oder mich mit anderen zu verabreden.

Wie sah Interaktion damals aus? Gibt es Medien, die noch heute darauf aufbauen oder gar genutzt werden? Eine Konversation über eine nicht explizit sichtbare Welt von Funktionen, Objekten und Abläufen – das ist der beste Satz, der die damaligen Verhältnisse am treffendsten beschreibt. Es ist eine reine Modellwelt, in die nicht wirklich eingegriffen werden kann, zumindest nicht soweit, dass wir ein Gefühl dafür bekommen, in der realen Welt zu sein. Klingt schon ein wenig skurril?! Es war lediglich die direkte Manipulation der Objekte und Funktionen mittels Maus und Tastatur. Im Vergleich zu heute spielen die Sinne eine viel größere Rolle, da Interaktionen mit der Hand, mit dem Finger passieren und nicht mehr über eine extra Hardware, die an einem Computer angeschlossen ist. Die Aufgabe ist es, eine physikalische und soziale Welt des Benutzers mit der digitalen Welt zu vermischen.

Worauf sollte man also achten, um eine natürliche Interaktion zu gewährleisten? Der erste Punkt ist die Alltagsphysik: Alltagsverständnis des Menschen von der Physik berücksichtigen. Was wir Menschen gewohnt sind und Dinge, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden, verstehen wir leichter. Auch die körperliche Wahrnehmung und Fähigkeiten sind entscheidende Faktoren. Vertraulichkeit und Verständnis der Menschen von ihrem Körper, welches sie unabhängig von der Umgebung haben, berücksichtigen. Das bezieht sich wieder auf das Vertraute, was wir kennen und verstehen. Und dann gibt es noch die soziale Wahrnehmung und Fähigkeiten. Hier werden menschliche Fähigkeiten zur Wahrnehmung anderer und Fähigkeiten der sozialen Interaktion berücksichtigt. So kann eine Person, die die englische Sprache nicht beherrscht, auch keine englischen Begrifflichkeiten verstehen, die eventuell zur Interaktion benötigt werden. Je nach Anwendungsbereich und Zielgruppe, muss auf einen gewissen Grad an Fähigkeit (zurück-)geschraubt werden.

  • Realitätsbasierte Interaktion: Vermischung mit der realen Welt.
  • Soziale Interaktion: gleichzeitige Interaktion zwischen mehreren Benutzern.
  • Prozesse: Übergang zwischen Prozessen und computergeschützten Programmen.
  • Physische Umgebung: Verschmelzung von Medien mit Möbeln, Gebäuden, …