Natur-oder Biokosmetik?!

Erstellt am 13. September 2011 von Ephelides

DAS ist hier die Frage!

Seit ich bei Weleda war, beschäftige ich mich intensiv mit diesem Thema.

Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bioanteil und Biokosmetik?! Wo liegt der generelle Unterschied zur “normalen” Kosmetik?! Woran erkenne ich, ob es sich um echte Bio- bzw. Naturkosmetik handelt?!

Am meisten habe ich mich mit der ersten Frage auseinander gesetzt, dem Unterschied zwischen Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bioanteil und Biokosmetik.
Hört sich doch alles irgendwie “öko” an aber es gibt doch einige Unterschiede. Selbst bei den Recherchen zu diesem Artikel war ich immer mal (mehr, mal weniger) verwirrt

Naturkosmetik:

  • Als Inhaltsstoffe sind ausschließlich Naturstoffe, naturnahe Stoffe (in wenigen Schritten aus Naturstoffen gewonnen), naturidentische Stoffe (kommen genau so in der Natur vor, werden aber künstlich gewonnen) und Wasser zugelassen.
  • Insbesondere keine Verwendung synthetischer oder chemisch veränderter Aromen.
  • Nur naturidentische Konservierungsstoffe sind zulässig; diese müssen auf der Verpackung deklariert werden.
  • Mindestens 75% aller Einzelprodukte einer Produktserie derselben Marke müssen zertifiziert sein.
  • Nur ausgewählte, genau festgelegte Verfahren sind bei der Herstellung von Naturkosmetika und der zu ihrer Herstellung verwendeten Rohstoffe zugelassen.
  • Umweltfreundliche Verpackung: Kein unnötiges Verpackungsmaterial, Verpackungen möglichst zur Mehrfachverwendung konzipiert, keine Druckgasverpackungen, möglichst wiederverwendbare Packmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen.

Naturkosmetik mit Bioanteil:

  • Mindestens 15% der Zutaten sind Naturstoffe; davon stammen mindestens 70% aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) bzw. kontrollierter Wildsammlung gemäß der EG-Öko-Verordnung oder dem US-“National Organic Program (NOP)“

Biokosmetik:

  • Mindestens 20% der Zutaten sind Naturstoffe; davon stammen mindestens 95% aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) bzw. kontrollierter Wildsammlung gemäß der EG-Öko-Verordnung oder dem US-“National Organic Program (NOP)“

Für Naturkosmetik mit Bioanteil und Biokosmetik gelten desweiteren diese Bestimmungen:

  • Als Inhaltsstoffe sind ausschließlich Naturstoffe, naturnahe Stoffe (in wenigen Schritten aus Naturstoffen gewonnen), naturidentische Stoffe (kommen genau so in der Natur vor, werden aber künstlich gewonnen) und Wasser zugelassen.
  • maximal 15% der Zutaten sind naturnahe Substanzen
  • Insbesondere keine Verwendung synthetischer oder chemisch veränderter Aromen.
  • Nur naturidentische Konservierungsstoffe sind zulässig; diese müssen auf der Verpackung deklariert werden.
  • Mindestens 75% aller Einzelprodukte einer Produktserie derselben Marke müssen zertifiziert sein.
  • Nur ausgewählte, genau festgelegte Verfahren sind bei der Herstellung von Naturkosmetika und der zu ihrer Herstellung verwendeten Rohstoffe zugelassen.
  • Umweltfreundliche Verpackung: Kein unnötiges Verpackungsmaterial, Verpackungen möglichst zur Mehrfachverwendung konzipiert, keine Druckgasverpackungen, möglichst wiederverwendbare Packmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen

Quelle: Natrue

Die Aufstellung ist aber immer noch einigermaßen verwirrend, denn einige “Merkmale” durchziehen alle 3 Produktpaletten. Daher habe ich die Unterschiede mal kenntlich gemacht. Wenn man sich hingegen die “Standarts” von Eco-Cert mal anschaut so findet man dies: Naturkosmetik:  
  • Mindestens 5% aller Inhaltsstoffe im Endprodukt stammen aus biologischem Anbau
  • Mindestens 50% der eingesetzten pflanzlichen Stoffe stammen aus biologischem Anbau.

Biokosmetik:

  • Mindestens 10% aller Inhaltsstoffe stammen aus biologischem Anbau
  • Mindestens 95% der eingesetzten pflanzlichen Stoffe stammen aus biologischem Anbau

Für beide gilt desweiteren:

  • Mindestens 95% aller Inhaltsstoffe sind natürlichen Ursprungs (Synthetische Substanzen sind also bis zu einem Anteil von 5% erlaubt.)
  • Synthetische Farb- und Duftstoffe, synthetische Fette, Öle, Silikone und Erdölprodukte sind nicht erlaubt
  • Keine Tierversuche mit dem fertigen Produkt
  • Einsatz tierischer Rohstoffe nur von lebenden Tieren
  • Zur Konservierung sind nur bestimmte Stoffe erlaubt
  • Verzicht auf gentechnisch manipulierte Rohstoffe
  • Keine radioaktive Bestrahlung zur Entkeimung von Rohstoffen oder Produkten

Quelle: Ecocert

Und weil es gerade so schön “verwirrend” ist, eine weitere besiegelte Aussage zum Thema Naturkosmetik:
  • Pflanzlicher Rohstoffe soweit möglich aus kontrolliert-biologischem Anbau (kbA) oder kontrolliert-biologischer Wildsammlung.
  • Weder bei der Herstellung noch bei der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte werden Tierversuche durchgeführt oder in Auftrag gegeben.
  • Der Einsatz von Stoffen, die von Tieren produziert werden (z.B. Milch, Honig), ist gestattet. Der Einsatz von Rohstoffen aus toten Wirbeltieren (z.B. Emuöl, Nerzöl, Murmeltierfett, tierische Fette, Collagen und Frischzellen) ist nicht gestattet.
  • Keine Verwendung von genetisch veränderten Organismen.
  • Neben physikalischen Verfahren einschließlich der Extraktion mit Wasser, pflanzlichem Alkohol, Kohlensäure, pflanzlichen Fetten und Ölen sowie hieraus gewonnenem Glycerin sind enzymatische und mikrobiologische Verfahren zulässig, wie sie in der Natur vorkommen
  • Es können Bestandteile verwendet werden, die durch Hydrolyse, Hydrierung, Veresterung, Umesterung oder sonstige Spaltungen und Kondensationen aus folgenden Naturstoffen gewonnen werden: Fette, Öle und Wachse, Lecithine, Lanolin, Mono-, Oligo- und Polysaccharide, – Proteine und Lipoproteine, Zucker, Stärke, Cellulose, Polysaccharide und Vitamine.
  • Verzicht auf organisch-synthetische Farbstoffe, synthetische Duftstoffe, ethoxilierte Rohstoffe, Silikone, Paraffine und andere Erdölprodukte.
  • Die Zulassung natürlicher Riechstoffe richtet sich nach der ISO-Norm 9235.
  • Außerdem können biotechnologisch gewonnene Riechstoffe verwendet werden.
  • Neben natürlichen Konservierungsmethoden sind nur folgende naturidentische Konservierungsmittel zugelassen: Benzoesäure, ihre Salze und Ethylester, Salicylsäure und ihre Salze, Sorbinsäure und ihre Salze, Benzylalkohol. Die Verwendung dieser Konservierungsstoffe muss auf der Verpackung angegeben werden.
  • Keine radioaktive Bestrahlung von organischen Rohstoffen oder Endprodukten.
  • Ein BDIH-zertifiziertes Produkt darf nur dann als „Bio“ bezeichnet werden, wenn der Bioanteil im Verhältnis zu allen in Bioqualität möglichen Bestandteilen des Erzeugnisses (also ohne Wasser und Mineralien) mindestens 95 % beträgt.

Quelle: BDIH

Auf jeden Fall gilt, wenn man sich unsicher ist, hilft immer ein Blick auf die Verpackung. Wenn man eines dieser Siegel sieht, hält man auf alle Fälle ein “echtes” Naturkosmetikprodukt in der Hand. Ich gestehe, ich habe mich schon das ein oder andere Mal gekonnt in die irre führen lassen und dachte, ich hätte ein “echtes” Naturkosmetikprodukt gekauft, was sich aber als “Mogelpackung” rausstellte. Ich bin aufgrund der Aussage “natürlich” davon ausgegangen!

Und für mich zusammenfassend sage ich:

Naturkosmetik besteht aus natürlichen Inhaltsstoffen mit geringem “bio”-Anteil,

Naturkosmetik mit Bio-Anteil besteht auch aus natürlichen Inhaltsstoffen mit höherem “bio”-Anteil

und Biokosmetik ist das “High-End” Produkt in der Naturkosmetikbranche mit dem höchsten “bio”-Anteil.

Allesamt frei von synthetischen oder chemischen Aromen,keine Zugabe von Lösungsmitteln, Erdölvarianten oder Weichmachern, ohne Konservierungsstoffen, umweltfreundlicher Verpackung und verzicht von Tierversuchen.