Naftie – oder – Karma im Futternapf

Karma ist ein Begriff, der grob ausgedrückt für das Ursache-Wirkung-Prinzip steht. Natürlich ist es ein Wort, das einen spirituellen Hintergrund hat. Doch auch ohne diese Spiritualität ist es ein schönes Wort, das einen Zustand der Ganzheitlichkeit beschreiben kann. Aber – was hat so ein Ursache-Wirkung-Prinzip mit der Futterschüssel unserer Hunde zu tun? Ganz viel, finde ich.

Hund mit verschiedenem Futter

Wie man einen Hund richtig füttert, ist ein heiß umstrittenes Thema. Häufig genutzte Schlagwörter sind Fertigfutter und Barfen. Dabei steht das Fertigfutter für die böse Hundefutterindustrie und das Wort Barfen steht für Natur, Fleisch, und natürlich den Wolf im Hund. Es geht um Ernährungskonzepte.

Ja, und damit erschöpft diese Diskussion sich auch schon weitestgehend und es gibt nicht so viele, die über den Tellerrand ihrer eigenen Ideologie schauen.

Hunde sind gemeinhin als Fleischfresser bekannt, obwohl das so konkret eigentlich nicht stimmt. Hunde (den Beweis dazu liefern die ca. 750.000.000 freilebenden Hunde weltweit) kann man eher als Allesfresser bezeichnen, die auf Fleisch spezialisiert sind. Einen schönen Artikel zu diesem Thema mit wissenschaftlichem Hintergrund, von Verhaltensbiologin Marie Nitzscher, gibt es HIER.

Ein sehr entscheidender Faktor, warum die Hundefütterung so funktioniert, wie es aktuell der Fall ist, ist die Massentierhaltung. Ohne sie gäbe es wohl weder billige Fertigfutter, noch würde sich das Barfkonzept so großer Beliebtheit erfreuen.

Ohne jetzt hier großartig auf die Sinnhaftigkeit von Ernährungskonzepten einzugehen, möchte ich gerne eine simple Frage stellen: Wie kann es sein, dass das Wohl des einen Tieres auf dem Leid des anderen aufgebaut wird? Und wie kann es sein, dass Menschen ihr Haustier vergöttern, während ihnen egal ist, was mit dem Tier passiert ist, das in der Futterschüssel ihres geliebten tierischen Lebensgefährten landet?

Dieses Phänomen ist auch aus der wissenschaftlichen Arbeit mit/an Tieren bekannt, auch Tierversuche genannt. Wissenschaftler, die solche Versuche durchführen mussten, wurden angewiesen, Tiere zu “versachlichen”. die Tiere durften keinem Geschlecht zugeordnet werden, mussten als “es” bezeichnet werden und bekamen Nummern statt Namen. Zuhause hatten viele dieser Wissenschaftler aber Haustiere, die sie genauso gut behandelt haben, wie jeder von uns.

Fleisch – eine SACHE

Heute ist es so, dass vor allem in den Trockenfutterbrocken kein Fleisch mehr sichtbar ist. Es wird einem sehr leicht gemacht, einfach zu vergessen, dass da ein Tier “verarbeitet” wurde. Natürlich sind auch die weiteren Bestandteile nicht mehr erkennbar, was leicht dazu verleiten kann, die Zusammenstellung nicht nach Qualität sondern Gewinnmarge zu gestalten.

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Aber auch beim Barfen wird das gefütterte Tier sehr häufig “versachlicht”. Ich erinnere mich lebhaft an einen Beitrag in einer Facebook-Barfgruppe, in dem sich darüber lustig gemacht wurde, dass der Hund eines Gruppenmitglieds nicht an das tote Eintagsküken kam, weil er dieses im “Eifer des Gefechts” durch den Raum geschleudert und in eine Vase befördert hatte. In einem Barfshop, welcher Eintagsküken vertreibt findet sich die Beschreibung: “Eintagsküken, 10 Stück, einzeln entnehmbar. Der natürliche Knabberspaß für Katzen, Frettchen und Hunde.”.

Ich bin der Meinung – das geht so nicht. Auch wenn es so sein mag, dass Fleisch für Hunde eine wichtige Nahrungsquelle ist, können wir die Liebe zu unserem Haustier nicht auf dem Leid eines anderen Tieres aufbauen. Und das weder mit Fertigfutter, noch mit frischem Futter durch Barf und dergleichen. Wenn ich argumentiere, dass es artgerecht ist, einen Hund mit Fleisch zu füttern, muss ich auch bedenken, dass Massentierhaltung für ein Rind nicht artgerecht ist.

Womit wir beim Ursache- Wirkung – Prinzip wären. Wir Hundehalter sind in der Lage, das Leben der Nutztiere maßgeblich zu verbessern, indem wir schlicht kein Fleisch an unsere Hunde verfüttern, das aus Massentierhaltung stammt. Keins. Gar keins.

healthy appetizer

Die Zahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, oder sogenannte Flexitarier  (dazu zähle ich) werden, steigt. Immer mehr Menschen werden sich bewusst darüber, was es eigentlich bedeutet, viel Fleisch zu konsumieren. Und viele machen bei diesen Gedankengängen auch beim Futternapf ihres Hundes nicht halt (dazu zähle ich ebenfalls).

Hunde als Vegetarier?

Gerd Leder, ein Biologe und Rassenexperte, der sich auch mit wildlebenden Hunden durch Beobachtungen befasst hat, sagt z.B. dazu:

“Im Gegensatz zur komplett veganen Hundeernährung hat eine vegetarische oder überwiegend vegetarische Fütterung in vielen Teilen der Erde Tradition. Das Hauptfutter vieler Hunde, die in verschiedenen landwirtschaftlichen Systemen eingebunden sind, besteht aus Brei. Dieser wird in Russland oft aus Buchweizen (russ. „Kascha“), in der Türkei aus Gerstenmehl, In Nordafrika aus Hirse und in Indien aus Reis hergestellt, indem man ihn kurz mit Molke aufkocht, oder mit kochendem Wasser überbrüht. Je nach Verfügbarkeit werden verschiedene Milchprodukte eingerührt. Auch in Deutschland war das Hauptfutter für arbeitende Hütehunde bis vor ca 40 jahren der Haferschrotbrei.”. (Zitat entnommen aus einem Kommentar unter oben erwähntem Artikel)

Die Ernährung des Hundes sollte sich natürlich an seinen Bedürfnissen orientieren. Ein wichtiger Faktor ist aber auch, was überhaupt als Nahrungsmittel für den Hund zur Verfügung steht. Und dann wird es mitunter natürlich ein bisschen kompliziert. Für viele Hundehalter zu kompliziert, deshalb wünschen sie sich, dass jemand anders sich diese Gedanken für sie macht. Sie möchten ein Fertigfutter, das sowohl die Bedürfnisse ihres Hundes erfüllt, als auch die der Nutztiere. Geht das überhaupt?

Als Hundeernährungsberaterin weiß ich, dass es viele Hundehalter gibt, die sich nicht zutrauen, die Rationen ihrer Hunde selber zusammenzustellen. Manche haben auch keine Zeit, weil sie z.B. beruflich sehr eingespannt sind. Welche Gründe auch immer vorliegen mögen, Fakt ist, viele Hundehalter wünschen sich einfach ein Fertigfutter, das ihren Hund gut versorgt. Deshalb bin ich immer daran interessiert, was der Markt da so hergibt und freue mich sehr, wenn ich die ein oder andere “Perle” finde. Naftie ist eine dieser Perlen …

NAtürliches Für TIEre

Das Hundefutter, das sich “Natürliches für Tiere” nennt, trägt schon im Namen seine Botschaft. Bevor ich jetzt nach Formulierungen suche, die diese Botschaft ausdrücken, lasse ich Naftie selber zu Wort kommen:

Besser für alle Tiere – Wir lieben Hunde. Und natürlich auch alle anderen Tiere. Deshalb wollen wir ihr Leiden so gut wir können vermindern und verwenden bewusst nur Fleisch aus biologischer, artgerechter Haltung. Und davon nur so viel wie nötig. Maximal 35% Fleischanteil für einen ausgewachsenen Hund, mehr braucht ein gesundes Menü für Hunde nicht. 100% gutes Karma garantiert.” …

Das ist aber natürlich nicht alles. Das Futter von Naftie besteht nur aus hochwertigen Zutaten, 100% biologisch angebaut und nach Möglichkeit frisch aus der Region. Auf Geschmacksverstärker und künstliche Zusätze wird ganz verzichtet. Ebenso, wie schon erwähnt, auf große Mengen Fleisch. Denn ihre Überzeugung (und auch meine) ist: Weniger Fleisch ist besser für alle Tiere und auch für die Umwelt.

Natürlich war ich neugierig und habe mir gleich ein Testpaket bestellt (dieses wurde von Naftie, denen mein Blog zur Hundeernährung sehr gut gefällt, dann noch etwas ergänzt, worüber ich mich natürlich sehr gefreut habe. Ich bin, auch wenn ich Futter bestelle, nicht inkognito unterwegs und man erkennt gleich, dass da jemand bestellt, der auch ein berufliches Interesse an dem Futter hat :-D  ). Auch der Futternapf, den man auf meiner “über mich” Seite bewundern kann, stammt aus der Naftie-Produktion und den MUSSTE ich einfach haben.

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Neben den “Fleisch”- Menüs, die wie schon erwähnt, nur aus hochwertigen Zutaten bestehen, hat Naftie auch Dosen im Angebot, die aus rein pflanzlichen Zutaten bestehen, trotzdem aber eine komplette Mahlzeit für den Hund darstellen.  Ob man einen Hund nun tatsächlich vegan ernähren kann, darüber lässt sich streiten. Dass das nicht absolut unmöglich ist, zeigen einige Beispiele, so gibt es z. B. auch ein sehr berühmtes, nämlich den Hund Bramble, ein Collie, geboren 1975, der 27 Jahre alt wurde und nur  veganes Futter erhielt aus Komponenten wie Reis, Linsen und Gemüse. Man kann das sogenannte “Peace – Food” aber auch als Ergänzung zum Fleisch verwenden. Auch hier wird man fündig, Naftie hat nämlich auch reine Fleischdosen im Angebot, natürlich nur gefüllt mit Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren.

kein-bindemittelAber Achtung – im Futter wird auch kein Bindemittel verwendet, daher können die Inhalte unterschiedliche Konsistenz haben. Mir ist der Aufkleber auf der Dose leider erst nach dem öffnen aufgefallen, da war mein Pulli schon etwas gesprenkelt :-D

Außer Futter in Dosen habe ich mir noch das sogenannte  Bio-Basisfutter Basics to mix bestellt, eine getrocknete Mischung aus  Hirse und Gemüse, die man super mit Fleisch oder auch Fisch ergänzen kann.

Für alle, die es nicht wissen, meine Hunde bekommen eine Mischfütterung, die zu einem großen Teil aus frischen Komponenten (Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst, Kohlehydrate, Eier, Öle, etc.) besteht und durch Dosenfutter, Mischungen, etc. ergänzt wird.

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Sowohl meine Hunde, als auch ich waren mehr als zufrieden mit den Produkten. Das Dosenfutter (sowohl tierische als auch pflanzliche Varianten) war offensichtlich sehr hochwertig, es roch gut, sah gut aus und meine Hunde haben es beide mehr als gerne gefressen. Auch die Zusammensetzungen  haben mir gut gefallen, auch weil diese nicht überladen war, wie es sehr häufig der Fall ist. Die schöne Optik und die wohlklingenden Menünamen tun natürlich ihr übriges.

Naftie hat auch weitere Sachen in der Produktpalette, so z.B. tolle Ölergänzungen, Kräutermischungen und tolle Leckerchen. Die Rezepturen für all diese Komponenten werden übrigens von einem Team entworfen, zu dem sowohl Tierheilpraktiker (mit angegliederter Tierheilpraxis) als auch Tierärztin gehören. Mehr zum Team und zu Naftie gibt es hier:

Was gefällt mir nicht an Naftie?

Hm … bis jetzt … nichts. Wie schon geschrieben, man kann darüber streiten, ob eine vegane Ernährung (siehe Naftie peace food) für einen Hund sinnvoll ist. Mittlerweile muss ich aber sagen (und ich beschäftige mich nicht erst seit gestern mit dem Thema Hundeernährung, sondern schon einige Jahre), ich würde eine vegane Ernährung einer Ernährung, welche überwiegend aus Fleisch aus Massentierhaltung besteht vorziehen, wenn ich wählen müsste. Der Begriff artgerecht muss ja in beide Waagschalen geworfen werden, sowohl beim Nutz- als auch beim Haustier. Und ich hätte vor einigen Jahren nicht geglaubt, dass ich diesen Satz mal irgendwann sagen, bzw. schreiben würde …


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