Nachschlag

Erstellt am 30. Januar 2013 von Andramas

Die Sexismus-Debatte inflationiert gegenwärtig. Alles ist bereits mehrmals gewesen und gesagt wurden. Jedes Argument haben wir bereits dreimal gehört.

Annabelle, ach Annabelle
Du bist so herrlich intellektuell
Ich bitte dich, komm sei so gut
Mach meine heile Welt kaputt!

Annabell heißt heute Anna Wizorek und wurde von Günther Jauch als Jungfeministin vorgestellt. Sie – die Internet-Aktivistin (Untertitel) – startete nach dem inzwischen traurig-berühmten Herrenwitz-Artikel im Stern den #aufschrei.

Nun stehe ich an einer Kreuzung. Sollte ich den deutschen Frauen raten, sich wie Ukrainerinnen zu verhalten, die sich stets weiblich geben, UND DOCH ALLES VOLLSTÄNDIG IM GRIFF HABEN? Oder sollte ich alternativ-provokativ eigene blöde Sprüche in die langsam öde werdende Debatte werfen?

Feminismus ist erreicht, wenn Frauen plötzlich Lust daran finden, an Autos zu schrauben, mit Kettensägen in der Hand in den Wald marschieren oder mit Gewehren wehrlose Hasen jagen. Vor allem wenn sie mit Freude Löcher in jede Wand bohren, auch in die der WBS70-Serie.

Ich könnte aber auch – und das ist der dritte Weg – auf das Wesentliche hinweisen, was, wie so oft, unbeachtet bleibt: Was treibt eine gewisse Laura Himmelreich dazu, so plötzlich einen Artikel über Längsvergangenes zu schreiben? Und zwar so, als sei alles erst gestern geschehen? Und was ist der Grund für die Platzierung desselben im ansonsten gern auch Oben-Ohne-Stern? Was hat Rainer Brüderle WIRKLICH gemacht?

Könnte es nicht auch sein, dass die vierte Gewalt nach dem Motto “Brüderle, Dich machen wir fertig!” agiert? Und dass Herr Osterkorn hierzu gutgläubige Frauen missbraucht?

Worst case: Alles ist nur ein EXPERIMENT. Irgendwer schickt sich an, menschliches Schwarmverhalten zu testen. Wie viele Sekunden braucht es bis zu einer kollektiven Empörung? Um diese Werte hochzurechnen – bis zur Lynchjustiz.

Ich übertreibe um zu sagen: Irgendwas ist falsch! Obwohl oder weil ich Genaues nicht wissen kann. Ahne aber, dass die gegenwärtige Empörung Herrn Brüderle gelten soll, und nicht dessem Herrenwitz vor langer Zeit.