Nachrichten vom 10. Oktober 2014

Erstellt am 10. Oktober 2014 von Goteborgtown
Schweden - Politik
Nachdem die aktuelle Regierung Schwedens die Linken auf jedem Fall benötigt um ein Budget im Parlament durchsetzen zu können, fordern die Linken nun von Stefan Löfven zumindest einige Zugaben für Personen, die in Schweden am häufigsten in finanzielle Probleme geraten, da für diese Gruppen die staatlichen Beiträge an der niedrigst möglichen Grenze liegen. Für die Linken ist es nun wichtig, dass allein erziehende Eltern eine deutlich höhere Summe pro Monat für ihre Kinder bekommen als die 1237 Kronen pro Kind und dass die Mindestunterstützung für Pensionäre und Rentner angehoben wird, da auch bei dieser Gruppe die Unterstützung seit Jahren hinter der Inflationsrate bleibt.
Schweden - Politik
Nachdem Fredrik Reinfeldt den Vorsitz der Moderaten abgibt, haben die vier Allianzparteien bei einer eventuellen Neuwahl im Januar ein bedeutendes Problem, denn es gibt für Reinfeldt bisher keinen Nachfolger, da es allen Parteien als selbstverständlich galt, dass für sie auch in Zukunft Reinfeldt an die Öffentlichkeit tritt. Sollte es Jimmie Åkesson bei den kommenden Budgetverhandlungen gelingen die Regierung zu stürzen, was in Schweden seit 50 Jahren nicht mehr der Fall war, so wird sich durch die aktuelle Situation möglicherweise ein extremer Rechtsruck in der schwedischen Politik zeigen.
Schweden - Politik
Auch wenn die Sozialdemokraten noch im Frühling des Jahres deutlich erklärten, dass sie den Ideen der damaligen Regierung nicht zustimmen wolle, die damals die Steuern für Snus um mehr erhöhen wollten als jene für Zigaretten, so zeigt sich bereits nun, dass dies eine Lüge war. Die neue Finanzministerin Magdalena Andersson erklärte nun, dass die Zigarettensteuer zum Jahresbeginn um sechs Prozent erhöht wird und für Snus um 12 Prozent. Nach der Ministerin ist dies die einzige Lösung um den Staatshaushalt in Zukunft zu finanzieren.
Schweden - Politik/Wirtschaft
Die neu eingesetzte Regierung Schwedens hat sich dafür entschieden die Steuervorteile für Nachhilfeunterricht bereits ab kommenden Januar abzuschaffen, da diese Steuererleichterung ausschließlich Personen mit höherem Einkommen betrifft und Schüler mit normal verdienenden Eltern benachteiligt. Die Branche der Privatschulen, die eine enorme Wachstumskurve vorweisen kann, gibt sich nun schockiert und warnt die Regierung davor dass diese Maßnahme zu zahlreichen arbeitslosen Jugendlichen führen kann, für die die Nachhilfebranche die erste Berufserfahrung bot.
Schweden - Wirtschaft
Nach einer Studie der Regionalregierung in Blekinge produzieren Nerze einen Dünger, der dreimal so viel Resultat bringt als Kuhdünger und daher für die Herstellung von Biogas von größtem Interesse ist, zudem jeder Nerz pro Jahr rund 40 Kilogramm an reinem Dünger produziert. Blekinge erwägt daher diesen Dünger für die Produktion von Biogas in Sölvesborg anzuwenden, auch wenn die Aufzucht von Nerzen in Schweden während der letzten Jahre mehrmals bedeutende Probleme aufwies und von Tierschutzverbänden stark bekämpft wird.
Schweden - Gesundheit
Nach einer Studie der Universität Linköping im Auftrag des Strahlungssicherheitsamts wird die rapide Zunahme an Hautkrebs in Schweden auch ein finanzielles Problem für die Gesundheitsbehörden und die Steuerzahler. Während der letzten zehn Jahre gingen die Kosten für Behandlungen wegen Hautkrebs um knapp 30 Prozent nach oben. Die Gesamtkosten haben mittlerweile über 1,5 Milliarden Kronen pro Jahr erreicht, wobei die Tendenz weiterhin steigend ist, da braune Haut in Schweden immer mehr zum Ideal wird.

Schweden - Umwelt/Wirtschaft

Das Strahlungssicherheitsamt hat nun den Betreibern der schwedischen Kernkraftwerke mitgeteilt welchen Sicherheitsmaßnahmen sie in Zukunft in die Augen sehen müssen. In allen Fällen handelt es sich um eine sogenannte unabhängige Kernkühlung. Allerdings müssen die Betreiber der Anlagen erst bis 2017 eine vorübergehende Notlösung bieten und einen Plan für den endgültigen Umbau, der unter Umständen erst bis 2030 eingehalten werden muss. Alle älteren Reaktoren werden von den Maßnahmen ausgeschlossen da sie ohnehin vor 2030 abgewickelt werden. Die Kosten für eine Umrüstung liegen bei mehreren Milliarden Kronen pro Reaktor.
Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

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