Nachrichten, 29. April 2018

Schweden - Politik
Nach einem Vorschlag der Moderaterna sollen sich in Zukunft nicht mehr die Sozialämter um kriminelle Jugendliche kümmern, sondern der Strafvollzug. In ihrem Schattenbudget setzen die Moderaterna für dieses Projekt 150 Millionen Kronen zusätzlich für den Strafvollzug an. Nach Meinung der Partei sei es naiv zu glauben, dass einige Gespräche mit einem Angestellten des Sozialamts oder einige Stunden Sozialdienst ausreichen um die Jugendlichen vom Verkauf von Drogen oder der Mitgliedschaft in kriminellen Vereinigungen abzuhalten. Sollten die Moderaterna die kommende Wahl gewinnen, so wollen sie auch Jugendliche ab 14 oder 15 Jahren wie erwachsene Straftäter mit Gefängnis bestrafen, obwohl Studien zeigen, dass gerade Gefängnisse oft Ausbildungsstätten für Kriminelle sind.
Schweden - Politik/Recht
Die Regierung ging damit an die Öffentlichkeit die Strafen für Personen, die sexuelle Dienste von Kindern kaufen, bedeutend erhöht werden sollen, ein Vorschlag, der bereits von mehreren Seiten kritisiert wurde. Allerdings nicht, weil andere Parteien diese Strafen nicht erhöhen wollen, sondern weil die Strafsteigerung der Regierung bedeutet, dass der Täter statt eine Geldstrafe zu bezahlen für 14 Tage ins Gefängnis soll. Allein die Moderaterna, die zweitgrößte Partei Schwedens, ist der Meinung, dass die Mindeststrafe bei mindestens sechs Monaten Gefängnis liegen muss, wenn das Gesetz auch nur in irgend einer Weise eine abschreckende Wirkung haben soll.
Schweden - Wirtschaft
Noch im laufenden Jahr dürften zahlreiche Flugreisende Schwedens, nach einer Verteuerung der Flugpreise durch eine Flugsteuer, einer weiteren Preissteigerung ins Auge sehen müssen, denn innerhalb nur eines Jahres ging der Preis für Flugtreibstoff um rund 40 Prozent nach oben, Kosten, die nach Analytikern der dänischen Sydbank, sehr bald der Passagier bezahlen muss, was jedes Flugticket um zehn bis 15 Prozent verteuern wird. Vermutlich werden diese Preise ab kommendem Herbst gelten, wenn die neuen Flugpläne fertiggestellt sind.
Schweden - Verkehr/Umwelt
Während die schwedische Regierung der Meinung ist, dass es absolut notwendig sei Hochgeschwindigkeitszüge zwischen den Städten Stockholm - Göteborg und Stockholm - Malmö zu schaffen, gleichzeitig aber auch ein Vorbild für das europäische Umweltdenken sein will, zeigt nun das Trafikverket (Amt für Straßen- und Eisenbahnverkehr) eine andere Wahrheit, denn nach den geltenden Gesetzen darf die beim Bau entnommene Erde nicht entlang der neuen Strecke verwendet werden, sondern muss in besondere Müllhalden transportiert werden, was nicht nur Kosten von sechs Milliarden Kronen verursachen wird, sondern auch das Verbrennen von 7,5 Millionen Liter Diesel mit sich bringt und eine Umweltbelastung von 22.0000 Tonnen Kohlendioxid.
Schweden - Kultur
Gestern erklärte nun auch Sara Stridsberg ihren Austritt aus der Svenska Akademien, was bedeutet, dass nun nur noch 10 der 18 Stühle besetzt sind und die Svenska Akademien keinerlei bedeutenden Entscheidungen mehr fällen kann. Der Austritt Stridbergs war zu erwarten, da sie zur offenen Gruppe gehört, die die legendäre Institution erneuern wollte und damit an acht Mitgliedern scheiterte, die zwar von Offenheit reden, jedoch einer Offenheit nach den konservativsten Regeln, die sie vertreten. Um der Svenska Akademien wieder eine Vertrauensposition zu vermitteln, gibt es nur die Chance vollkommen neu zu beginnen, was jedoch nur möglich ist wenn der konservative Flügel gemeinsam zurücktritt.
Schweden - Umwelt
Nachdem Europa am vergangenen Freitag die Anwendung von drei Nicotinoide im Freiland verboten hat um den Bienenbestand zu erhalten, zeigen sich schwedische Landwirte, die Zuckerrüben und Raps anbauen, stark zweifelnd, da sie, ihrer Meinung nach, Raps und Zuckerrüben in Zukunft nicht mehr anbauen können, oder aber wesentlich häufiger mit alternativen Mitteln spritzen müssen, was nicht nur die Kosten in die Höhe treiben wird, sondern für die Umwelt vermutlich noch schädlicher ist als die Anwendung von Nicotinoiden. Als 2013 die Anwendung von Nicotinoiden bei blühenden Pflanzen verboten wurde, ging der Anbau von Raps in Schweden von 45.000 Hektar im Jahr auf 7000 Hektar zurück.
Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin

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