My Brightest Diamond

My Brightest Diamond
Kunstlied - Kunst - Lied.
Huch! Damit hätte ich ja nun gar nicht gerechnet. Haben PJ Harvey, Tori Amos und Björk in diesem Jahr gute bis sehr gute Alben vorgelegt und auch unbekanntere Größen wie Laura Marling, St. Vincent und Meg Baird des Bänkelsängers' Herz erfreut, schickt sich nun Shara Worden alias My Brightest Diamond an, durchaus noch ein Wörtchen mitzureden. "All Things Will Unwind" heißt das dritte Album und zeigt die enorme Bandbreite der Künstlerin, die schon mit Sufjan Stevens musiziert hat und auch dem Konzeptalbum "The Hazards Of Love" der Decemberists als Waldkönigin ihre Stimme geliehen hat.Genau in dieser Schnittmenge befindet sich auch das neueste Werk, das dunkle Timbre der New Yorkerin schlägt sich durch ein Dickicht von Klängen und Tönen. Die Stücke, angereichert mit perlendendem Instrumentarium sind Kunstlieder, häufig durchkomponiert und komplex in der ersten Anmutung. Mit der in vielen Fällen klassischen Versatzstücken bewegt sich vieles zwischen dem letzten Album von Tori Amos, jedoch ohne deren musikhistorischem Zitateschatz und "Have One One Me" von Joanna Newsom, jedoch noch prunkvoller ausgestaltet. Da erinnert ein "Be Brave" zeitweilen wiederum an die Zusammenarbeit mit Colin Meloy und das erst zaghafte, holzbläserbegleitete "She Does Not Brave The War" schiebt sich langsam zu einer wundersamen Ballade empor, die sich irgendwie als zerrissene Musicalnummer einordnen lässt. Worden beherrscht dabei ihr Hauptinstrument wie die gerne wieder zitierte Königin aus der Decemberists-Oper: furios tänzelt sie über die Gamelan-Klänge in "Ding Dang" und gönnt sich direkt zum Beginn mit "We Added It Up" eine schimmernde Kapriole, die dem Album vom ersten Moment an die richtige Stimmung beschert.Selbst ein auf den ersten Blick unscheinbares Liedchen wie "High Low Middle" bekommt bei Worden mindestens drei oder vier Schlenker mehr als notwendig und fällt trotzdem nicht aus der Rolle. Trotz der unsagbaren Vielfalt die aus "All Things Will Unwind" eben auch eine Art Mini-Singspiel macht, braucht es, wie beim artverwandten "Hadestown" von Anais Mitchell aber nur wenige weitere Mitsänger, lediglich ein paar Chorfetzen durchwandern die Songs wie im magischen "Reaching Through To The Other Side", auch dem schlingernden "Everything Is In Line" reicht ein Duettpartner zum vollendeten Glück.
Es ist aufregend, der Sängerin in jeder ihrer Episoden zu lauschen und sich vor Vergnügen das ein oder andere Bein abzufreuen, wenn das gesamte Arsenal an passendem Instrumentarium nacheinander oder alles auf einmal auf der Bildfläche erscheint. Und diese Spannung durchzieht sich über die gesamte Albumstrecke, so dass sich Shara Worden eindeutig in den Kreis der Anwärterinnen für das beste Album einer weiblichen Künstlerin 2011 einreihen darf.

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