Mustafa Kemal Atatürk - 1. Teil

Mustafa Kemal Atatürk - 1. Teil

Besuch Atatürks in der juristischen Fakultät der Istanbuler Universität 1930

Merkwürdigerweise gibt es im Internet kaum brauchbare deutschsprachige Informationen, wenn man etwas zu einem sehr wirkmächtigem Mann des 20. Jahrhunderts finden möchte: Mustafa Kemal Atatürk.
Dabei bezog sich sein Einfluss nicht nur auf die Türkei, die er vom zusammenbrechenden Osmanischem Reich nach dem 1. Weltkrieg und dem Unabhängigkeitskrieg in die moderne türkische Republik überführte, sondern weit darüber hinaus. Denn sein Wirken wurde in allen antikolonialen Bewegungen wahrgenommen und rezipiert, von Pakistan, über Ägypten, bis zu zahlreichen afrikanischen Staaten.
Immerhin war die Türkei zusammen mit Japan eines der wenigen Länder der Erde, die nicht kolonialisiert wurden oder unter starkem kolonialem Einfluss gerieten. Insofern als Vorbild für andere dienten.
Dabei ist mir bewusst, dass wenn die Großmächte sich hätten einigen können, das Osmanische Reich sicher nicht einer Kolonialisierung auf Dauer hätte standhalten können, sondern das Schicksal gedroht hätte, das den ehemaligen Provinzen des Osmanischen Reiches an der Peripherie widerfahren ist.
Viele Staatsmänner haben ihn gepriesen, und dies war durchaus nicht einem Opportunismus geschuldet, dass man zum Beispiel bei Besuchen in der Türkei mit warmen Worten gegenüber Atatürk so manche Punkte beim Gastgeber machen kann.
So würdigte der ehemalige US-Präsident John F. Kennedy, zum 25. Todestag 1963 ihn mit den Worten:
Der Name „Atatürk“ erinnert mich an die historischen Siege eines der größten Männer dieses Jahrhunderts, an seine schöpferische Fähigkeit zu regieren, an seine Weitsicht, an seinen großen Mut und an sein Können als Soldat.
Der ägyptische Staatspräsident Anwar as-Sadat bekannte noch im Jahr seiner Ermordung durch radikale Islamisten 1981:
Er war die Quelle des Lichts für jedes Land, das sich gegen den Imperialismus auflehnte und für die Freiheit kämpfte. Schließlich haben auch wir, die jungen Offiziere der ägyptischen Revolution, unsere Revolution gemacht, indem wir Atatürk genau gelesen und verstanden haben. Er wurde uns zum Wegweiser.
Erstaunliche Aktualität der Worte, angesichts des arabischen Frühlings.
Jedenfalls möchte ich hiermit einige westliche Informationen zu diesem Staatsgründer geben, die auch einer seriösen Betrachtung einigermaßen standhalten. Denn im Internet gibt es zwar alles, aber das Problem besteht darin erkennen zu können, was seriös ist und was eher nicht, oder was zu einseitig, zu schönfärberisch, daherkommt.
Und bei Mustafa Kemal Atatürk musste ich feststellen, dass es bei deutschsprachigen Seiten nicht so einfach ist, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Wer mehr über ihn lesen möchte, dem seien diese vier Bücher empfohlen - sie sind auch nicht so unerträglich lobhudelnd, wie manche populärwissenschaftliche Werke:
  • Mango, Andrew: Atatürk, London 1999, 666 S.
    Der Autor bietet die bis dato detaillierteste Darstellung des Lebens und Wirkens Atatürks
  • Dietrich Gronau: Mustafa Kemal Atatürk oder die Geburt der Republik, Frankfurt am Main 1994.
  • Bernd Rill: Kemal Atatürk. Mit Selbstzeugnissen u. Bilddokumenten. 1985.
  • Klaus Kreiser: Atatürk. Eine Biografie. C. H. Beck Verlag, München 2008.
    Die wohl beste, zumindest aktuellste Biographie, mit brandneuem Archivmaterial bestückt 

Die hier empfohlenen Informationen gliedern sich wie üblich von wenig Infos, bis zu ausführlicheren Infos wie folgt:
GLIEDERUNG:
  1. ganz kurze Info aus: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: Beck 2001
  2. Prof. Dr. Udo Steinbach: Bedeutung Atatürks aus dem BpB mit weiterführendem Link
  3. Prof. Dr. Jürgen Paul aus Vorlesungsmaterial mit Karten
  4. Prof. Dr. Klaus Kreiser aus dem Brockhaus
  5. Audio: Prof. Dr. Klaus Kreisers Interview auf dem Blauen Sofa anlässlich seiner Buchvorstellung und Rezensionen mit einigen Inhalten des Buches.
Bitte hier weiter lesen:

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