Muss ich die Wirklich nehmen?

Die Pharmaassistentin kommt mich holen: „Da ist eine Frau hier mit einem Rezept. Sie sagt, Sie habe das vom Arzt verschrieben bekommen, aber Sie will es nicht nehmen.“

Das ist eine schwierige Situation, denn obwohl es am Ende die Entscheidung des Patienten ist, ob sie etwas nehmen, oder nicht, ist das oft nicht in ihrem besten Interesse.

Ich schaue mir das Rezept an. Es ist für eine Hormonersatztherapie in der Menopause. Ah. Okay.

Frau: „Ich habe gehört die Tabletten machen Krebs. Muss ich die wirklich nehmen?“

Pharmama: „Es gibt einen kleinen Anstieg in der Wahrscheinlichkeit, Krebs zu bekommen, aber eigentlich nicht genug, dass Sie die nicht ausprobieren könnten. Für was für Beschwerden haben Sie das denn verschrieben bekommen?“

Frau: „Hauptsächlich starke Hitzewallungen … und dann habe ich noch ein Risiko für Osteoporose.“

Nach einer kurzen Diskussion über die Wirkung und Nebenwirkung des Medikaments wollte sie es immer noch nicht und fragt nach anderen Möglichkeiten.

Pharmama: „Dieses hier ist eines der wirksamsten Mittel, aber …. wir können noch anderes versuchen. Bitte sagen Sie aber auch ihrem Arzt, was Sie dann nehmen.“

Dann erzähle ich ihr über die pflanzlichen (Salbei! Traubensilberkerze!) und ja, auch homöopathischen Alternativen und was sie an ihrem Lebensstil ändern kann.

Sie ging dann das versuchen.

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Die Hormonersatztherapie hat einen ziemlichen Wandel hinter sich. Als ich angefangen habe in der Apotheke zu arbeiten, wurde das vielen Frauen verschrieben und häufig angewendet. Dann kamen die Informationen, dass das wohl wirkte, aber dass es auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen anhebe und ebenso das für Thrombosen –(keine Überraschung, wenn man an die Pille denkt, die ja auch Östrogen drin hat) und für bestimmte Krebsarten.

Daraufhin nahm die Anwendung der HRT rapide ab (Von etwa 37% der Frauen imJahr 2000 auf etwa 7-8% 2012). Heute verschreibt der Arzt das eigentlich nur noch, wenn man wirklich starke Beschwerden hat und die Risiken vorher abgeklärt wurden. Ersatzweise nimmt man lieber lokal wirksame Produkte  mit Östrogen– zum Beispiel, wenn Scheidentrockenheit das Problem ist.

Im Endeffekt entscheidet die (hoffentlich gut informierte) Patientin, was sie machen will. Die Hormonersatztherapie ist auch nicht … lebensnotwendig, dann ist es auch ein persönliches Abschätzen von Nutzen und Risiko.


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