Muss er ihr zuliebe ordentlicher werden?

frau chaos unordnung wäsche foto-privatUnter dieser Überschrift stellt der bekannte Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer in seiner regelmäßigen ZEIT-Kolumne “Die großen Fragen der Liebe” folgendes Problem vor:

Ein Paar wohnt seit drei Jahren zusammen und streitet sich immer wieder über die unterschiedlichen Vorstellungen von Ordnung und Hygiene.
Der Mann lässt alles um sich herum stehen und liegen, manchmal legt er sogar seine gebrauchten Socken auf den Schreibtisch (!) seiner Partnerin oder entsorgt seine gebrauchten Wattestäbchen in der Toilette.
Die Frau vermutet eine Muttersohn-Problematik, denn ihr Partner ist erst mit 32 Jahren von zu Hause ausgezogen. Der Mann stört sich an den ständigen Vorwürfen seiner Partnerin. Er argumentiert, dass er sie ja nicht zwinge, ihm alles hinterherzuräumen. Sie solle sich einfach mit seinem Ordnungsverhalten abfinden.
Aber das will die Frau nicht.

Bevor Sie weiterlesen – was meinen Sie zu diesem Problem?

Vielleicht kennen Sie es ja aus eigener Erfahrung. Wie sind Sie damit umgegangen? Oder was würden Sie tun, wenn Ihr/e Partner/in sich so verhielte?

Nun die Antwort auf die Frage der Frau:
“Muss sie sich damit abfinden?

Wolfgang Schmidbauer fürchtet: ja.

Das Ordnungsverhalten von Menschen könne man kaum ändern. Es gäbe eben Setzkasten-Leute (alles hat seinen Platz) und Zwischenlager-Typen (erst ablegen, später aufräumen). Gefährlich seien Vorwürfe wie “Du weißt doch, wie mich deine Unordnung kränkt!”

Schmidbauers Vorschlag: Sie müsse manches aufräumen, wofür sie nicht zuständig sei und sich von ihrem Partner auf andere Weise dafür entschädigen lassen.

So sehr ich den Kollegen Schmidbauer schätze und seine Ansichten in den meisten anderen Fällen seiner Kolumne teile – hier finde ich das den falschen Rat.

Denn ich halte das für eine Verdrehung von Aktion und Reaktion. Aus meiner Sicht ist das eine typische Verhaltensweise eines Muttersohns und die Frau tut ihrem Partner und sich keinen Gefallen, wenn sie in die Rolle der verzeihenden Mutter schlüpft, die dann murrend doch aufräumt. Und sich dann anderweitig entschädigen lässt (Muttertag?).

Ich glaube  auch nicht, dass Ordnungsverhalten eine so stabile Persönlichkeitseigenschaft ist, dass man sie nicht ändern könne. Und vor allem glaube ich nicht, dass der Mann sich in anderen Kontexten auch so verhält. Zum Beispiel im Beruf.

  • Angenommen, der Mann würde im Büro ein, zwei Mal seinen leeren Kaffeebecher auf den Schreibtisch des Chefs stellen.
  • Oder er würde auf dem Firmenparkplatz mit seinem Auto häufig zwei Plätze blockieren.
  • Oder dringende Kundenanfragen würde er liegen lassen mit der Begründung, dass er das später machen würde.

Wie gesagt, ich bezweifle, dass die meisten Männer, die sich zu Hause wie verwöhnte, schwer erziehbare Jugendliche aufführen dasselbe Verhalten auch im Beruf zeigen. Und die auf Ermahnungen des Chefs oder von Kollegen, ihr störendes Verhalten zu unterlassen, antworten würden, die anderen könnten sich doch einfach mit seinem Verhalten abfinden.

Und übrigens: auch bei einem Jugendlichen in der Pubertät würde ich nicht empfehlen, solches Verhalten zu tolerieren und dem Elternteil raten, sich daran zu gewöhnen. In seinem Zimmer kann ein Jugendlicher – auch wenn er schon 32 Jahre zählt – natürlich machen was er will. Aber in gemeinschaftlich genutzten Räumen, sei es das Büro oder die gemeinsame Wohnung, braucht es ein bestimmtes Maß an Kooperation und eine Vereinbarung auf verbindliche Regeln.

  • Oder wie würde der Mann in obigem Beispiel reagieren, wenn seine Partnerin im gemeinsam genutzten Computer einen Teil seiner Dateien durcheinanderbringt und dies mit dem Hinweis erklärt, sie könne halt schlecht mit einem PC umgehen?

Das Aufräumbeispiel  illustriert anschaulich, was ich in meinem Buch das “Nabelschnur-Dilemma” nenne:

[youtube width="325" height="244"]http://www.youtube.com/watch?v=GoYv0zeRoLE[/youtube]

Aber was kann die Frau tun? Oder der Mann?

Das ist die spannende Frage, die ich hier zur Diskussion stellen möchte.

kommentar Was würden Sie als Partnerin dieses Manns tun?
Und wenn Sie selbst zu diesem Verhalten neigen – was würde Sie zu einer Veränderung veranlassen?

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Foto: © privat

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