Müll reduzieren im Job

Von Maria Glatz

Zu Hause versucht man sein Bestes, den Müll zu reduzieren wo man kann, aber in der Arbeit fällt es nicht immer leicht. Durch einen Beitrag von Philipp angeregt habe ich in den Wochen danach mein eigenes Verhalten beobachtet und musste leider feststellen, dass ich scheinbar an der Eingangstüre zum Büro mein sonst so durchdachtes Verhalten abgebe.

Nicht auf alles hat man im Job Einfluss, aber da, wo ich selbst bestimmen kann wie viel Müll anfällt, möchte ich auch die Verantwortung dafür übernehmen. Daher mache ich seit längerer Zeit einiges anders in der Arbeit.

Mülltrennung

Unter meinem Schreibtisch steht ein Mülleimer. In absoluter Naivität habe ich lange angenommen, dass die Reinigungsdamen meinen Müll trennen, wenn sie den Eimer ausleeren.

Mittlerweile weiß ich, dass das sicher nicht passiert, weil es dem Reinigungspersonal aus Arbeitsschutzgründen sogar verboten ist, in den Mülleimer zu greifen.

Seitdem ich das weiß, trenne ich den Müll so gut es möglich ist.

Papier

Müllvermeidung

Einseitig bedrucktes Papier, das nicht mehr benötigt wird, kann für Notizen oder Konzeptdrucke nochmals verwendet werden.

Nicht alles muss ausgedruckt werden. Um Papier zu sparen kann vieles elektronisch abgelegt werden. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Korrespondenz kann per Mail statt auf Papier erledigt werden. Das schont gleich mehrfach die Umwelt, weil auch der Transport weg fällt.

Konzeptausdrucke kann man in Schwarzweiß statt in Farbe drucken, das reduziert den Aufwand für Farbtoner.

Um die Anzahl der ausgedruckten Seiten zu reduzieren, sollte man das Papier beidseitig bedrucken und mehrere Seiten auf eine Seite drucken (das kann man in den Einstellungen vom Drucker angeben).

Papierabfälle lieber nicht zusammenknüllen sondern zum Altpapier/Schreddern geben

Altpapier

Für unser Büro gibt es einen großen Eimer, wo Papier, das mit Datenschutz relevanten Daten bedruckt ist, gesammelt wird. Dieses wird sodann geschreddert.

Ich werfe jedes Papier in diesen Kübel, da Altpapier nicht gesondert gesammelt wird. Bitte die Büro- oder Heftklammern vor dem Schrededern entfernen!

Aluminiumkapseln und „to-go“ Becher

In vielen Büros werden Kapselmaschinen für den Kaffee verwendet. Ich selbst trinke gar keinen Kaffee, beobachte aber, dass viele Kollegen mehrmals am Tag Kapselkaffee „kochen“.

Zum Glück gibt es bei uns auch Alternativen – eine große Kaffeemaschine, in der die Bohnen direkt eingefüllt und gemahlen werden. Der Kaffee wird dabei in die eigene Tasse gebrüht.

Den Coffee to go aus dem Automaten oder vom Buffet kann man so vermeiden und auch den Abfall der Aluminiumkapseln.

Biologische Abfälle

Müllvermeidung

Meine Jause bringe ich in Edelstahldosen verpackt von zu Hause mit. Daher fällt für meine Zwischenmahlzeit am Vormittag kein gesonderter Müll in der Arbeit an.

meine Edelstahldosen in verschiedenen Größen

Bioabfälle

In der Teeküche gibt es einen Kübel, in dem Bioabfall gesammelt wird. Aus diesem Grund nehme ich meine Zwischenmahlzeit in der Küche ein und kann den Bioabfall wie z.B. eine Bananenschale gleich in den richten Abfalleimer werfen.

Plastikmüll und Restmüll

Müllvermeidung

Ich habe eine Teekanne und losen Tee in der Arbeit, um mir selbst Tee zu kochen. Alternativ trinke ich das Wasser aus der Leitung.

Getränkeautomaten vermeide ich konsequent und hole mir auch keine Jause vom Buffet bzw. aus dem Automaten, da alles sehr großzügig in Plastik verpackt ist.

Das ist echt kein Aufwand finde ich. Abgesehen vom Müll spare ich auch noch jede Menge Geld und das alleine sollte eigentlich Motivation genug sein.

Restmüll

Nachdem ich Stofftaschentücher verwende, fällt bei mir kein Restmüll an.

Plastikmüll

Da der Abfalleimer unter meinem Schreibtisch mit einem Müllbeutel aus Plastik ausgelegt wird, verwende ich ihn nicht mehr, um den Plastikabfall durch den Müllbeutel zu vermeiden.

dieser Abfalleimer bleibt nun leer

Manchmal bekomme ich von Kollegen kleine, in Plastik oder Alufolie verpackte Süßigkeiten geschenkt (speziell zu Nikolaus, Weihnachten und Neujahr). Da es in der Teeküche die Möglichkeit gibt, Plastik- und Metallabfälle zu trennen, trage ich diese Abfälle in die Teeküche. Ein bisschen Bewegung tut ganz gut!

letzte Alternative

Wenn Müll anfällt, den ich in der Arbeit nicht trennen kann, dann nehme ich ihn mit nach Hause und entsorge ihn dort korrekt. Bisher ist das nur sehr selten vorgekommen, da wir sogar leer geschriebene Stifte in die Materialausgabe zurück schicken können.

Nachhaltigkeit im Büro

Leider hat man als Dienstnehmer nur wenig Einfluss auf das Arbeitsmaterial, es muss das verwendet werden, was der Arbeitgeber zur Verfügung stellt oder man muss selbst in die Tasche greifen.

Hier ist nur die Möglichkeit, das geringste Übel zu wählen oder Dinge zu verwenden, die man zu Hause hat und selbst nicht mehr nutzen möchte.

Wo es nicht auf das Schreibmaterial ankommt, kann man z.B. Bleistift statt Kugelschreiber verwenden.

alternative Schreibgeräte ohne Plastik

Bei uns gibt es die Möglichkeit, aussortierte/alte Ordner zu verwenden statt neue zu kaufen. Diese Möglichkeit nutze ich sehr gerne.

Ich brauche keine persönliche Lochmaschine, da direkt beim Kopierer ein Locher steht. Auch anderes Arbeitsmaterial wie z.B. Stempel, Heftmaschine etc. kann man gemeinschaftlich nutzen statt mehrfach im Büro stehen zu haben.

Kleinvieh macht auch Mist (oder eben nicht)

Grundsätzlich denke ich, dass man auch in Bereichen, wo der Einfluss so gering ist wie bei der Arbeit, seinen persönlichen Müll reduzieren kann. Widerstand ist zweckmäßig, man muss nicht alles hinnehmen!

Wie machst Du das in der Arbeit? Welche zusätzlichen Ideen um den Müll im Job zu reduzieren hast Du?
Ich freue mich sehr über einen Austausch in den Kommentaren!

Wenn viele hilfreiche Tipps zusammen kommen, werde ich diese in einem eigenen Beitrag zusammen fassen.


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Weiters verlinkt zu ANL von Rostrose


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