MPS am Fühlinger See: pinke Ritter, phantasische Gewänder und die Pest

Von Cornelia Wilhelm @NiveauKlatsch

Hallo, ihr Lieben!

Das MPS in Köln am Fühlinger See ist nunmehr auch Geschichte. Haben nur wir das Gefühl oder wird das "Mittelalterlich Phantasie Spectaculum" jedes Jahr spannender, ausgefallener und phantasievoller? Mittlerweile haben wir nicht das Gefühl, auf einem mittelalterlichen Jahrmarkt, sondern mitten im mittelalterlichen Karneval angekommen zu sein, wo rosa Ritter mit einem Mönch mit hessischem Dialekt in Berührung kommen, der sein Zölibat mit Sicherheit ein wenig flexibler als die meisten Geistlichen auslegt.

Das MPS war mal wieder ein voller Erfolg. Unter dem Motto: "Sei, was du willst!" versammelten sich am Wochenende bei strahlendem Sonnenschein Ritter, Burgfräuleins und Knappen, um eine Zeit zu feiern, die definitiv nicht so dunkel gewesen sein kann, wie ihr immer nachgesagt wird. Das Besondere an der Veranstaltung ist der Mix. Der Mix aus einer malerischen Kulisse, die, wie im Falle des Sees zu sehen, auch gerne als Abkühlung genutzt werden kann, feierwütigen LARP-Menschen, die bei der Erstellung ihrer Kleidung Wert auf Phantasie und weniger auf Authentizität legen und Bands, die mit ihren Dudelsack- und Mittelalterklängen dafür sorgen, dass uns Texte wie "Drei Weiber traf im Schankhaus ich, die waren mir gewogen. Die haben mich so sehnsüchtig zur Theke hingezogen." auch heute noch im Kopf klingen.

Auch wenn die Bühnen beim MPS immer eine große Rolle spielen, so spielt sich auch ein Großteil des Geschehens abseits der "Main Stage"  auf dem bunten Jahrmarkt ab. Hier suchen Hexen nach passenden Ketten und Kopfschmuck, Gaukler nach dem ein oder anderen Musikinstrument und Kiddis nach der nächsten Pommesstation. Dieses Jahr ging es, wie auch in den Jahren zuvor, beim MPS sehr familiär zu. Kinderwagen, die durch die mittelalterlichen Massen geschoben werden, sind genausowenig eine Seltenheit wie Kleinkinder, die sich die kunstvoll geschminkten Orks nur zu gerne aus der Nähe ansehen.

Dass es im Mittelalter, trotz aller Harmonie zwischen Versengold, Saltatio Mortis und Mr. Hurley und die Pulveraffen ab und an ordentlich gerummst haben muss, beweisen die Ritterturniere zwischen den Lagern von Drachenfels und Wallenstein. Nach den einleitenden Worten "Wollt Ihr kämpfen auf Leben und Tod?" geht es los. Mit Lanzen und Schildern wird versucht, den Gegner aus dem Sattel zu werfen. Wir fühlen uns hierbei keinem Lager zugehörig, zelebrieren stattdessen die Tatsache, dass sich Männer Ü30 noch für andere Dinge als Playstation, XBox und Wii begeistern können. Lanze ist ja auch sexier als Controller.

Auch nach der Erfahrung in diesem Jahr können wir euch das MPS nur allerwärmstens ans Herz legen. Nicht nur Mittelalterfans kommen bei diesem "Spectaculum", das seinem Namen alle Ehre macht, voll auf ihre Kosten.

Falls euch Köln zu weit weg gewesen sein sollte, checkt am besten die Seite des MPS unter http://www.spectaculum.de/.

Hier findet ihr alles zur "Sei, was du willst"-Tour, Infos zur Mitnahme eurer LARP-Waffen und das hochkarätige Line-Up!

Liebst,
Conny