Motorradreise zum Schwarzen Meer

Teil 5 - Mit dem Urlaubär auf Heimreise durch Griechenland, Italien, Österreich und Deutschland

Was bisher geschah ...

"" Teil 1 - Mit dem Urlaubär von Deutschland nach Rumänien
"" Teil 2 - Mit dem Urlaubär durch Rumänien
"" Teil 3 - Mit dem Urlaubär durch Bulgarien
"" Teil 4 - Mit dem Urlaubär durch die Türkei

Strecke der Heimreise: Chios, Fähre, Piräus, E 65, Golf von Korinth, Patras, Fähre, Ancona, E 45, Verona, Gardasee, Idrosee, Madonna di Campiglio, Campo Carlo Magno, Gampenjoch, Vinschgau, Naturns, Reschenpass, Hahnentennjoch, Gaichtpass, Tannheimer Tal, A 7, Würzburg, A 3, Westerwald - ca. 1.400 Motorradkilometer, 10 Tage, 6 Unterkünfte, 3 Fähren, Wetter: sonnig, trocken, bis zu 42 °C.

Leider hat jede Reise einmal ein Ende und der Heimweg muss eingeschlagen werden - es sei denn, man ist ein Weltenbummler. Das stimmte mich schon ein wenig traurig und ich musste ein Bärentränchen verdrücken. Aber einige Erlebnisse brachte der Weg nach Hause doch noch mit sich, wie Ihr nun hier lesen könnt. Euer Urlaubär und die Mitreisenden, meine Chefin Exsozia Ulla auf ihrer weißen Yamaha MT 07 und Thomas mit seiner roten Honda Goldwing, genossen bis zum Schluss die aufregende Motorradreise zum Schwarzen Meer.

Nach den großartigen Eindrücken in der Türkei mit den traumhaften Landschaften und den herzlichen Menschen fiel mir der Abschied auf der Fähre von Cesme bei Izmir (Türkei) nach Chios (Griechenland) recht schwer. Nachdem wir das Buchungs- und Eincheck-Chaos in Cesme überstanden hatten, ging es chaotisch weiter mit der Hellenic-Fähre von Chios nach Piräus bei Athen (Preise: Cesme-Chios und Chios-Piräus zusammen circa 150,00 Euro für ein Motorrad und eine Person ohne Kabine).

Die Motorräder kamen in die hinterste Ecke des untersten Decks, was zur Folge hatte, dass wir beim Ausladen die Letzten waren und meine empfindliche Bärennase von Abgasen ganz rot wurde. Eine Kabine konnten wir für diese Nachtfähre nicht buchen. An Schlaf im Sessel oder auf dem Boden war aber auch nicht zu denken. So war ich bärenmüde, als wir am frühen Morgen in Griechenland ankamen.

Nach einem Frühstück hisste Thomas erst mal traditionell die griechische Flagge an seinem Motorrad. Diese Gewohnheit haben sich meine Reisepartner angewöhnt, um auf das Wohlwollen der jeweiligen Bevölkerung zu hoffen. Und dies hatte sich auf den Motorradreisen stets bewährt!

Dann suchten wir uns vor Korinth einen Strand mit Liegestühlen und Sonnenschirm und holten erst mal ein wenig Schlaf nach.

Um ein ganzes Stück entspannter reisten wir weiter über den nördlichen Peleponnes entlang des Golfs von Korinth. Ich habe auf der rund 100 Kilometer langen E 65 nach Patras fast ständig den Ausblick auf den Golf genossen! Diese Autobahn ist für mich eine der schönsten, die ich kenne (AB-Gebühr: 7,00 Euro pro Motorrad).

Kurz vor dem Fährhafen Patras beeindruckte mich die mächtige Brücke von Rio über den Golf von Korinth. Rio ist ein kleiner Ort am Beginn der Bucht. Nach einer Übernachtung in Patras ging es mit zweistündiger Verspätung rauf auf die griechische Fähre nach Ancona in Italien (Preis: Patras-Ancona 180,00 Euro pro Motorrad und ein Person mit Innenkabine).

Auch hier war das Ausladen mal wieder chaotisch. Die Fähren im östlichen Mittelmeer sind eben nicht so organisiert wie die komfortableren Fähren der Ostsee. Auch die Hafenausfahrt in Ancona über holprige, löchrige, verworrene Straßen im langen Stau durch die Stadt waren nur nervig. Dabei wurde schnell klar, in Italien wird wieder riskanter gefahren. Da nützte allen nur ein dickes Bärenfell! Den Spaß am Hissen der Flagge ließen wir uns aber trotzdem nicht nehmen.

Über die E 45 rauschten wir ins Trentino und von dort an den Gardasee. Da meine Reisepartner mit mir vor fast drei Monaten etwas später als geplant gestartet waren und wir auf dem Balkan und in der Türkei Land und Leute ausgiebig ohne Zeitdruck genossen hatten, kamen wir nun leider in die Haupturlaubszeit. Dies zeigte sich am extremen Verkehr und häufig verstopften Straßen. Auch das Preisniveau war inzwischen in obere Gefilde geklettert. Daher hielten wir uns weder am Gardasee noch am idyllischen Idrosee lange auf und lenkten die Bikes über den Campo Carlo Magno (1.681 Meter) bei Madonna di Campiglio und das Gampenjoch (1.512 Meter) ins Vinschgau.

Hier entdeckte ich ein komisches Gefährt und musste unbedingt hinaufklettern! Es handelte sich, so erklärte uns der stolze Besitzer, um eine Apfelerntemaschine aus den 1950ger Jahren, heute sogar noch fahrbereit. Damals gab es noch keine Apfelplantagen wie heute, sondern die Äpfel wurden per Hand auf den Streuobstwiesen geerntet. Daraufhin bestellte ich mir nach den leckeren Kasknödeln zum Nachtisch gleich mal ein Stück Apfeltorte. Anschließend war ich bärensatt!

Über eine wunderschöne Strecke durch das Etschtal steuerten wir den Reschenpass an und staunten über den Kirchturm im vorgelagerten Reschensee. Vor rund 70 Jahren wurde das Tal geflutet und es entstand der 6 Kilometer lange Stausee. 163 Häuser wurden geopfert. Die Bewohner bekamen ein neues Dorf. Nun steht der Turm von Alt Graun unter Denkmalschutz.

Am Reschenpass (1.504 Meter) passierten wir die Grenze zwischen Italien und Österreich und kurvten anschließend über den Finstermünzpass (1.188 Meter) mit schönen Ausblicken runter ins Inntal.
Der 518 km lange Gebirgsfluss mit seinem oftmals türkis wirkendem Wasser macht bei Imst einen fast 90 Grad Bogen nach Osten und mündet bei Passau in die Donau. Bei Imst verließen wir das Tal und schraubten uns über steile Serpentinen hoch zum Hahnentennjoch (1.894 Meter). Eine gute Entscheidung, so meine Bärenmeinung, denn erst mal oben angekommen ist die Panoramastraße sensationell schön!

Von Elmen aus ging es durchs Lechtal nach Weißenbach, dann über den Gaichtpass (1.082 Meter) ins landschaftlich reizvolle Tannheimer Tal. Hier sind die Bergwiesen besonders saftig und blütenreich und produzieren Dank meiner Freunde, den Bienen, einen erstklassigen Honig. Bärenlecker!

Nun legten wir zur Erholung einen Wandertag ein, bei dem ich als bekennender Faulbär Gott sei Dank im Rucksack getragen wurde. Für Motorradfahrer ist es ein wundervolles Tal, so die Meinung meiner beiden Biker. Leider gibt es auch hier etliche Krachmacher auf zwei Rädern. Und das Preisniveau ist ziemlich abgehoben.

Über den Oberjochpass (1.178 Meter) ging es zur Grenze nach Deutschland und anschließend recht zügig auf der A7 in Richtung Norden. Für die zweitägige Fahrt nach Hause hatten wir ausgerechnet die heißesten Tage des Jahres erwischt mit bis zu 42 Grad. Boah, da wurde es mir unter meinem Bärenfell ziemlich heiß! Meine Exsozia hatte einen Trick drauf: Alle halbe Stunde tränkte sie ihre Arm- und Beinstutzen sowie das Halstuch an einer Tankstelle mit kaltem Wasser. Das hielt den Körper eine Zeit lang kühl.

Den letzten Abend und die Nacht der Tour verbrachten wir im Weinland Franken in der Nähe von Würzburg und ließen die dreimonatige Motorradreise bei kühlen Weinschorlen genüsslich Revue passieren.

Zu Hause war erst mal Waschtag angesagt. Während Thomas die Maschinen unter den Wasserschlauch nahm, kam meine bis dahin geliebte Ulla auf die Idee, mich in die Waschmaschine mit Schleuderprogramm zu stecken! Ich sehe jetzt noch Sternchen! Und dann hängte sie mich auf! An den Ohren! Auah!
Okay, nun sehe ich wieder schön kuschelig aus und kann die Damenwelt begeistern. Und so hübsch sauber posierte ich noch mal vor dem Tour-Shirt und Ullas Seitenkoffer mit den gesammelten Länderflaggen der Motorradreise zum Schwarzen Meer: Österreich, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Griechenland und Italien.

Euch, lieben Lesern, vielen Dank, dass Ihr uns begleitet habt! Wenn Ihr die ein oder andere Etappe noch mal nachlesen wollt, nutzt einfach die untenstehenden Links.

Weiterführende Links

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