Motivklingel, direkt und ungeschminkt

Heute kommt eine ganz spezielle Story. Fast schon pornoreif. Und es hat etwas mit Fotografie zu tun (wie verwunderlich) und dabei natürlich Akt. Also das Ganze begann vor ein paar Jahren und wieder ins Gedächtnis gerufen wurde mir das dann, als Sebastian Kobs anrief und sich meine Konica Hexar leihen wollte. Aber jetzt ganz der Reihe nach. Angefangen hat das, was ich heute erzählen möchte, mit der oben erwähnten Kamera und ging weiter mit paar Aktmodellen, mit denen ich über die Jahre ein besonders vertrauensvolles Verhältnis aufgebaut hatte. Drehen wir die Jahre zurück.

So um das Jahr 2008 flatterte mir eine Konica Hexar AF ins Haus. Eine Kleinbild-Kamera mit allem Schnick und Schnack. Automatische Blenden- und Zeiteinstellung, Autofokus, automatischer Filmtransport, fest eingebautes 35 mm Objektiv der Extragüte. Im Großen und Ganzen all das, was ich so für meine normale Analogfotografie als Kompaktgesamtlösung gar nicht brauche. Also wusste ich zunächst nicht, was ich mit ihr anfangen sollte. Tilla flachste ein wenig herum, damit könnte ich beim nächsten Akt-Shooting doch locker aus der Hüfte schießen und alles wäre gut. So entstand eine total bekloppte Idee: Aktfotografie ganz nebenbei. Zufällige Bilder, ohne durch den Sucher zu schauen, einfach so gemacht und ohne Nachdenken. Es war vollkommen klar, was dabei herauskommen kann … zufällige Bilder, eventuell nicht ganz vorteilhaft und nix mit Posing und Schnickelschnackel. Und das in der Aktfotografie. Und wenn schon, dann auch ungekünstelt und in absoluter Offenheit. Das geht natürlich nur mit solchen Leuten vor der Kamera, wo Vertrauen auf beiden Seiten die Basis für Bild ist. Ok, ich habe mehrere Serien gemacht und bis heute eigentlich nichts davon veröffentlicht. Naja, so das eine oder andere „harmlose Bild“ habe ich schon gezeigt. Aber das waren dann solche Sachen, die ziemlich normal und mit jeder anderen Kamera und jedem anderen Fotokonzept hätte entstehen können.

Reg120_006jbwebNun eiere ich schon eine ganze Zeit herum. Das sieht man auch an meiner ellenlangen Vorrede hier. Entstanden sind direkte, ungeschönte Bilder auf die Weiblichkeit. Sabbeln wir nicht drum herum, es sind Sichtweisen die jeder selbst kennt, der sich einer nackten Frau nähert. Klar, das sind dann Annäherungen im Zug einer weiterhin geplanten sexuellen Beschäftigung. Fotografisch interessant. In den Bildern sieht man nicht, wie wir alle gelacht haben, als ich die Bilder gemacht habe. Echtes Schauspiel für die zufällige Fotografie. Nicht nachdenken, einfach nur drauf halten, Klick und surrrt zum nächsten Bild. Entstanden sind sehr intensive Einblicke. Die Zufälligkeit der Bilder löst unvermittelt eine sexuell aufgeheizte Stimmung aus. Ganz ehrlich, als ich die ersten Negative entwickelt hatte, war ich zuerst sprachlos. Im Grunde hatte ich nichts mit den Bildern zu tun, weil ich sie nicht gestaltet, sondern lediglich über Fingerdruck ausgelöst hatte. Die Konica Hexar hat ihr Bild selbst gesucht. Sozusagen mit Motivklingel. Direkt und ungeschminkt.

Und dann kam der Anruf von Sebastian. Ähnlich wollte er Bilder machen, nur nichts Nacktes, sondern in Musikhöhlen, in Feierlaune, direkt, hart und ungeschminkt. Mit Motivklingel der Konica Hexar. Wenn schon, denn schon. Gut so. Dafür ist die Hexar wirklich die Beste … obwohl meine die ganze Zeit doch nicht so wollte, wie ich es mir gewünscht hatte. Aber den Fehler hat Sebastian gefunden und das wird demnächst repariert. Aber was nun? Es wachsen neue Probleme auf dem Baum. Erstens: Soll ich meine Haxar-Nacktheiten noch einmal aufleben lassen und neue Bilder machen? Zweitens: Traue ich mich die anderen Hexar-Bilder zu zeigen, die so manche Fotografen-Scheinethik über den Haufen werfen könnten? Aktfotografie nebensächlich aufgenommen wäre da schon fast verzeihlich … mehr verrate ich jetzt nicht.

Egal, Sebastian macht mit der Hexar geiles Zeug und ganz nach seinem Blog-Motto „lauter als der Rest“. Sehr gut. Und da soll noch einmal einer sagen, die Motivklingel müsste erst noch erfunden werden. Pah …