MOON SHADOW

Von Patricia Speith

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"Selbstverständlich! Natürlich habe ich Abitur/eine Ausbildung/eine vorzeigbare Karriere usw.! Ich kann etwas vorweisen und du?" 
"Hi, ich bin ...! Und du?" Der Smalltalk beginnt. "Was machst du so?", lautet die zweite Frage und schon möchte ich am liebsten im Erdboden versinken. Warum ist das so wichtig? Kann ich jetzt antworten: Ich fotografiere für mein Leben gern? Nein, denn die Frage ist auf meine berufliche Laufbahn gerichtet. 
"Ich arbeite bei der örtlichen Tageszeitung." - "Echt? Als was denn?" - "Ich bin freie Mitarbeitern." - "Aha." Und da ist es wieder. Freie Mitarbeiterin? Keine abgeschlossene Ausbildung? NUR freie Mitarbeiterin? Manche sagen: "Interessant! Was schreibst du denn so?" Bei anderen bemerkt man eine Wandlung im Gesicht, nur eine Sekunde lang. Warum hat sie keinen richtigen Job? Warum, weshalb, wieso?  
Ich schäme mich nicht. Nein. Ich mag die Arbeit, auch wenn sie mir manchmal den letzten Nerv raubt, ganz einfach, weil ich beim Schreiben nicht weiter weiß. Ich mag den Kontakt zu Menschen, ich mag es wie viele verschiedene Leute ich bei dieser Arbeit kennenlernen darf. 
Ich mag es auch mal nein sagen zu dürfen wenn mich das KreaTief wieder eingeholt hat und ich die Hände über dem Kopf zusammenschlage, weil ich nach geschlagenen fünf Stunden immer noch nichts "auf's Papier" gebracht habe. 
Ich bin auf der Suche. Nach mir. Nach meiner Zukunft. Nach dem Sinn und Zweck des Lebens, der für mich nicht nur im Heiraten, Kinderkriegen und im täglichen Fahren zur Arbeit liegt. Viele lieben ihren Job, viele nicht. Welchen Job könnte ich lieben? Ich liebe die Fotografie, jedes winzige Detail, jeden Aspekt, jede Art von dieser Kunst, die etwas auf's Papier zaubert und in die digitale Welt. Ich habe einen Traum, einen Gedanken, der mir Herzklopfen bereitet, wenn ich mir in meiner Fantasiewelt meine Zukunft ausmale. Meine Kamera in der Hand, ein Rucksack voll Equipment auf dem Rücken und die große weite Welt vor meinen Augen. Reisen, Abenteuer, journalistische Momente und nach etlichen Jahren ein Erfahrungsschatz, dem Büroangestellte nicht das Wasser reichen können. Dann kann ich sagen: "Ich war da und da. Ich habe viel erlebt. Und du?"