Monitor: Verdammt hoher Preis – Billigmode und die Selbstmordrate bei indischen Arbeiterinnen

„MONITOR hat oft die üble Ausbeutung von Menschen in Asien enthüllt, die für uns Billigware machen. Wir haben gezeigt, wie sich Firmen mit Ethik-Richtlinien schmücken, die unser Gewissen beim Schnäppchenkauf beruhigen sollen. Sie sehen jetzt eine Geschichte, die mit Ausbeutung noch freundlich umschrieben ist. Arbeitsverhältnisse, die ganz junge Inderinnen in einen grausamen Tod treiben. Unsere Autoren Christian Brüser, Jochen Leufgens und Andreas Maus über das Sumangali-System. Sumangali bedeutet: glückliche Braut. Ein poetischer Begriff für eine perfide Form der Sklaverei.“

Irgendwo ganz unten in der indischen Gesellschaft leben Umadevis Eltern. Das Wichtigste für sie war, die Tochter zu verheiraten. Denn unverheiratet ist sie wertlos. Nur so hat sie eine Chance in der Gesellschaft. Die moderne Sumangali-Sklaverei lebt von diesem gesellschaftlichen Heiratsdruck. Sumangali – die glückliche Braut. Aber glücklich ist hinter solchen Zäunen kaum jemand. 10, 12, manchmal 18 Stunden arbeiten sie am Tag, schlafen in Massenquartieren. Abgeschirmt, eingezäunt, so gut wie kein Kontakt zur Außenwelt. Gewalt, Sexuelle Übergriffe. Menschenrechts-Organisationen schätzen, dass derzeit 120.000 Frauen so zur Arbeit gezwungen werden. Noch eine Frage: Was hat das alles mit uns, mit unserem Konsum zu tun?

Von Tiripur aus – T-Shirt-City genannt – über den Seehafen Tuticorin geht die Reise um den Globus. Tonnenweise Kleidung landet etwa über Rotterdam und Hamburg auch auf dem deutschen Markt. Aber wer sind die Kunden? Einer der Kunden, so erfahren wir, soll Ernstings Family sein. Ein deutsches Unternehmen mit rund 1.600 Filialen, beliebt bei Familien, günstig. Und Ernstings Family soll bei KPR beziehen, einem Unternehmen, das Sumangali anwendet? Dabei hat sich Ernstings Family doch verpflichtet, dass auch seine Lieferanten und Unterlieferanten ein „Verbot von Zwangsarbeit“ durchsetzen müssen und verlangt die „Einhaltung von Gesetzen“. Und man kontrolliere das. Aber wie gut? Um das zu erfahren, recherchieren wir weiter in Indien. Nach einiger Zeit treffen wir eine Arbeiterin, die ausnahmsweise für einen Tag das Fabrikgelände verlassen durfte. Und tatsächlich erzählt sie, sie arbeitet bei KPR. Tag und Nacht, immer auf Abruf: Sumangali.

Noch ne Frage: Was, wenn sich nichts tut, wenn Sumangali und Selbstmorde weitergehen? In Tirupur hat die Regierung nun auf ihre Weise reagiert: Im Krankenhaus wurde eine Giftstation eingerichtet. Sechs bis sieben Selbstmordversuche gibt es hier jeden Tag – in T-Shirt-City.

Quelle & Video: http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2012/0621/indien.php5



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