Mondträume

Mondträume



Soeben erschienen ist im Club Bertelsmann die Anthologie “Mondträume”, in der meine Story “Siebensturm” mit vertreten ist. Da habe ich als kleines Extra für mich meinen kleinen schwarzen Mops Anabell verewigt. Hier ein kleiner Teaser:

(…)Mit viel Gemurmel und Gebrumme, Singsang und Gesten führte Jean Roubinier die Beschwörung durch und war erstaunt, wie gut, ja simpel es funktionierte. Ein Blitz, ein Knall, die Kerzen erloschen beinahe, bevor sie hell strahlend aufflammten, eine Schwefelwolke waberte durch den Raum – und in der Mitte des Pentagramms stand ein großer Dämon.
Seine Gestalt war nicht so recht auszumachen, eher diffus, hin und herwabernd, wie vom Winde verweht, rötlich-grau und mit der Andeutung von Hörnern.
»Was gibt’s? «, fragte er unfreundlich, streckte sich und kratzte sich unter der semimateriellen Achsel. »Ich werde nicht gern aus dem Schlaf gerissen.«
»Bist du … ein Dämon der Mittleren Hölle? «
»Mhm. Siebensturm, wenn’s beliebt, 23. Bataillon, Fünfter Kreis …«
»Moment mal«, unterbrach Jean Roubinier verwirrt. »Heißt das, du hast irgendwas mit Wind zu tun? «
»Schlaues Bürschlein«, stellte der Dämon anerkennend fest. »Wie mein Name schon sagt, kenne ich mich mit Stürmen aus. Wen willst du wegblasen? Soll ich eine Stadt für dich verwüsten? Ein Schloss auf einen Berg pusten? Die Fabrik eines Konkurrenten zerstören? Du hast Glück, es ist gerade Angebotswoche. Pro Stadtverwüstung gibt es einen Tod durch Blitzschlag gratis dazu.«
»Ich … ich habe einen Liebesdämon beschworen!«, rief Jean Roubinier.
Der Dämon kam nah an die Grenze des Bannkreises heran und fletschte grinsend die Zähne. »Dann hast du dich wohl vertan, Schätzchen. Siebenlieb ist mein Bruder. Aber mach dir nichts draus. Kleine Verwechslung einer Rune, eine falsche Betonung … das kommt schon mal vor.«
»Äh … könntest du dann bitte gehen und deinen Bruder holen?«
»Nein.«
»Aber ich habe dich beschworen, du musst mir gehorchen!«
»Ja, in Menschendingen. Dämonenangelegenheiten gehen dich nichts an. Ich bin kein Bote. Wenn du meinen Bruder haben willst, mach gefälligst alles richtig.«
Jean Roubinier schwieg und dachte nach. Es war sehr aufwendig gewesen, alle Bestandteile für diese Beschwörung zusammenzubekommen. Und die Mittlere Hölle war nicht zu unterschätzen. Die Dämonen dort waren nicht nur sehr groß, sondern auch schlau und mächtig. Möglicherweise sprach es sich herum, dass Jean Roubinier gepatzt hatte, und dann konnte es böse enden.
»Also, da ist dieses Mädchen …«, fing er an.
»Uäks«, machte der Dämon.
»Aber hast du sie überhaupt gesehen?«, fauchte Jean Roubinier erbost. Er hatte ein Plakat mitgebracht, um dem Dämon die Frau seiner Träume zu zeigen und eine Verwechslungsgefahr auszuschließen, entfaltete es und hielt es hoch. »Das ist Marie-Jade.«
»Uih«, sagte der Dämon.
Seine kleinen rotglühenden Augen funkelten auf einmal in einem anderen Licht. »Also, äh …«, fuhr er mit lang heraushängender, sabbernder Zunge fort. »Ich will mal nicht so sein. Was kann ich für dich tun?«
Jean Roubinier entschloss sich, das Angebot anzunehmen. Dämon war Dämon, letztendlich. Und warum sollte ein windiger Typ seine Angebetete nicht auf eine rosa Wolke fliegen können?


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