Monatsthema April 2015: Revolutionäre Frauen Lateinamerikas

Mercedes Sosa - Eine Protestsängerin gegen die Militärdiktatur © Ministerio de Cultura de la Nación Argentina, via Flickr, http://goo.gl/Bwfb8dFrauen mussten sich im Laufe der Geschichte auf der ganzen Welt behaupten und sich ihre Rechte um Gleichberechtigung erkämpfen. Sie wurden lange Zeit minderwertig geschätzt und hatten es schwer, sich neben dem vermeintlich „stärkeren Geschlecht“, dem Mann, gleichgesinnt fühlen zu dürfen. Vor allem in Lateinamerika herrschte ein harter Kampf um die Einheit und teilweise haben die Latinas es bis heute nicht leicht. Der hartnäckige Machismo ist leider immer noch durch seine tiefe Verwurzelung in einigen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bereichen präsent. Dennoch ist Lateinamerika bekannt für seine unzähligen Feministinnen und auch geschichtsträchtigen revolutionären Frauen, denn keine temperamentvolle Latina ließ und lässt sich eine Unterdrückung gefallen. 

Die Bewegungen haben bereits zu Kolonialzeiten im 16. Jahrhundert ihre Geburtsstunde. Repräsentativ für diese Ära ist beispielsweise die Malinche. Sie war eine indigene Frau des indianischen Adels in Mexiko. Mit der Eroberung Mexikos wurde sie als Sklavin rekrutiert. Später diente sie dem Eroberer Hernán Cortés als unverzichtbare Dolmetscherin und wurde seine Geliebte. Auch die berühmte Chica da Silva entsprang der indigenen Bevölkerung und gilt heute als Symbol der Rassendemokratie. Sie wurde in die Sklaverei hineingeboren, konnte dieser jedoch nach einiger Zeit entfliehen durch ihre Liebschaft mit ihrem Herren João Fernandes de Oliveira. Sie ignorierte die strengen Gesetze der Kolonialzeit, nach denen sich die Angehörigen unterschiedlicher Rassen nicht vermischen durften.

Jahrhunderte später machte sich die mexikanische Malerin Frida Kahlo einen Namen. Sie war mit dem berühmten Künstler Diego Riviera verheiratet. Es wird oft gesagt, sie hätte ein viel größeres Geschick als Künstlerin gehabt als Diego und stünde im Schatten ihres Gattens. Jedoch war es ihre Bescheidenheit und Selbszufriedenheit, wodurch sie es nicht für notwendig hielt, sich neben ihm zu behaupten. Sie führte ein sehr hartes Leben, in welchem sie immer wieder durch ihre zahlreichen Krankheiten zurückgeworfen wurde. Dabei verlor sie nie ihren Optimismus und Stolz. So unterwarf sie sich auch niemals dem Machismus, der sich auch in Diego Riviera durch seine zahlreichen Liebschaften an Fridas Seite wiederspiegelte.

Ein zeitgenössischeres Beispiel ist die argentinische Sängerin Mercedes Sosa, die erst im Jahre 2009 in Buenos Aires verstorben war. Sie unterstütze während der Militärdiktatur ihres Landes die linke Bewegung. Als Ikone der südamerikanische Folklore komponierte sie politische Protestlieder gegen die Regierung. Ihre Alben fielen unter die strenge Zensur der Diktatur und wurden verboten. Sie wurde sogar bei einer Show verhaftet und floh später ins Exil nach Madrid.

Dies sind nur drei von vielen besonderen Frauen aus Lateinamerika. Im Monatsthema April wollen wir Ihnen einige weitere Persönlichkeiten vorstellen, die in der Entwicklung Lateinamerikas Meilensteine gesetzt haben.


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