Mommy

Der 1989 geborene Kanadier Xavier Dolan bringt mit Mommy seinen nächsten großen Film heraus. Nach Herzensbrecher (2010), Laurence Anyways (2012) und Tom à la ferme (2013) reiht sich dieses Werk in die Erfolgsserie des Autors, Regisseurs und Darstellers ein. Ein Multitalent quasi, das aus seinem Film ein Kunstwerk macht, welches trotz der Länge wie ein kurzer Peitschenschlag wirkt.

Diane (Anne Dorval) ist nach dem Tod ihres Mannes und Kindesvaters alleinerziehende Mutter eines außergewöhnlichen Jungen. Steve, gespielt vom herausragenden Antoine-Olivier Pilon, leidet an ADHS und kommt scheinbar nie zur Ruhe. Er bringt einiges an Aufregung in das Leben der chaotischen, einfachen Diane. Sie selbst schafft es oft nicht, ihren Sohn in den Griff zu bekommen und da kommt Kyla (Suzanne Clément) gerade recht. Die ehemalige Lehrerin übernimmt die schulische Ausbildung von Steve und Diane findet in ihr eine echte Freundin.

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Der Inhalt mag wie eine leichte Romantikkomödie klingen, doch das täuscht gewaltig. Dolan kreiert ein Drama, welches einen so schnell nicht loslässt, da die Dialoge extrem pointiert und teilweise echt hart sind. Auch die Handlungen der Figuren sind in ihrer Authentizität kaum zu übertreffen und so schluckt man des Öfteren, wenn gewaltsame, aggressive Szenen dargestellt werden und fühlt mit den Charakteren mit.

Die Filmmusik ist wohl gewählt und der eine oder andere Zuschauer wird sich an Titel aus den 90er Jahren erinnern können. Dass klassische Musik nicht fehlen darf, ist für Kenner des Regisseurs Dolan keine Überraschung, aber man wird trotzdem stutzig, wenn man auf einmal eine deutsche Stimme hört, die “Röslein, Röslein” trällert.

Ein wahrer Kinogenuss ist schon allein die Perspektive, die sich verändert, sobald eine glückliche Phase Einzug in das Drama hält. So wird mit einer Geste aus dem quadratischen 1:1-Format die Leinwand aufgemacht, bis der Streifen auf voller Breite läuft. Die Länge mag abschreckend wirken, doch wie schon eingangs erwähnt, geht man aus Mommy hinaus und denkt sich, dass wahrscheinlich erst zehn Minuten vergangen seien.

Ohne Zweifel ist Mommy ein Meisterwerk der Sonderklasse und ein absolutes Highlight des (ohnehin schon beeindruckenden) Kinojahres 2014, versehen mit dem Jurypreis von Cannes. Xavier Dolan beweist einmal mehr, dass er nicht nur ein “filmisches Wunderkind” ist, sondern dauerhaft Qualität- und Gehaltvolle, gleichsam unterhaltsame Filme kreiert.

Regie und Drehbuch: Xavier Dolan
Darsteller: Anne Dorval, Antoine-Olivier Pilon, Suzanne Clément, Patrick Huard, Alexandre Goyette
Filmlänge: 139 Minuten, Kinostart: 12.12.2014, www.mommy.weltkino.de


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