Mit Talent und Engagement - Nachwuchsförderung auf der LIGNA 2011

Von Holzi @holztechniker

Auf der LIGNA sind bei den LIGNA Talents erstmals 19 Schülerteams angetreten, um sich in den drei Disziplinen Film, Schreiben und CNC-Programmierung zu messen. Es gab viele Preise, als Gewinner sind jedoch alle nach Hause gegangen.

Marilyn-Christin Fiege sitzt auf einem Stapel Baumstämme, in der einen Hand ein langes Mikrofon, in der anderen kleine Holzstücke. Auf sie ist eine Kamera gerichtet, dahinter stehen drei Klassenkameradinnen vom Hainberg-Gymnasium Göttingen. Die Schülerin beginnt mit der Moderation: "Was ich hier in der Hand halte, ist vielleicht bloß Abfall. Doch in Wirklichkeit können diese Hackschnitzel eine ganze Menge Energie liefern. Wir sind heute in Hannover auf der weltgrößten Holzmesse ..."!--break-->

Dies ist eine von vielen Szenen, wie sie sich während der LIGNA 2011 auf dem Messegelände abspielten. Zum ersten Mal hat der VDMA Fachverband Holzbearbeitungsmaschinen in diesem Jahr zu den "LIGNA Talents" eingeladen, der Nachfolger der seit 2001 statt findenden Schülerveranstaltung "Karriere mit Holz". Der Schülerwettbewerb zur Nachwuchsförderung wurde in den drei Disziplinen Film, Schreiben und CNC-Programmierung ausgetragen. 19 Teams aus Hannover und Region, Göttingen, Hildesheim und Ostwestfalen traten an, um die Themen Wald, Holzverwendung und Holzverarbeitung in Videos und Fachartikeln darzustellen oder sich beim Programmieren von Maschinen selbst darin zu versuchen. Die Besten wurden für ihr Engagement mit Preisgeldern von bis zu 400 Euro belohnt. Letztlich ging aber jeder Teilnehmer als Gewinner nach Hause - mit vielen neuen Erfahrungen, spannenden Begegnungen und viel Wissen rund um den wertvollen Rohstoff und seine Nutzung.

Für den richtigen Einstieg sorgten zuvor in eintägigen Workshops Fachleute aus Holz- und Forstwirtschaft sowie Journalismus. Während die vier Filmteams beispielsweise lernten, wie eigentlich "Film" funktioniert und wie man ein Drehbuch für einen Beitrag schreibt, übten sich die elf schreibenden Schülergruppen in journalistischen Darstellungsformen und Stil. Ein Messerundgang und Gespräche mit Wissenschaftlern der Universitäten Göttingen und Hamburg sowie Branchenexperten aus Unternehmen rundeten die Einführungen inhaltlich ab. Von ihnen erhielten die Jugendlichen Hintergrundwissen zu Ressourcenschutz, neuen Holzwerkstoffen, Hightecheinsatz und Handwerk.

Den Rundgang am Wochenende vor der LIGNA-Eröffnung hatten die Filmteams bereits genutzt, um Ideen für ihre Aufnahmen zu sammeln. Schließlich hatten sie am Messetag einiges vor sich: Morgens mussten die Schüler Szenen von der Holzmesse und Interviews mit Vertretern von Verbänden und Herstellern drehen, nachmittags galt es, das Material zu schneiden und Moderationen einzusprechen. "Es ist gar nicht so einfach aus 50 Minuten Rohmaterial drei Minuten Film zu machen", sagt Thomas Iskra, der gemeinsam mit einer Kollegin die Gruppen betreute. "Aber die Schüler haben das toll hinbekommen."

Wie toll, zeigte sich dann auch bei der Präsentation der vier Wettbewerbsbeiträge vor dem Messepublikum. Die Nachwuchsjournalisten erhielten nicht nur Anerkennung und Applaus von den Zuschauern, sondern auch von den Profis aus Presse und Fernsehen. Die Jury überzeugte besonders der Film "Vom Baum zur Bioenergie" von den Schülerinnen des Hainberg-Gymnasiums. Die Göttingerinnen Estibaliz Eidmann, Alina Nolte, Zara-Carlotta Stehling und Marilyn-Christin Fiege erhielten für ihren Dreiminüter den ersten Preis. Den zweiten Platz belegte das Team des Goethegymnasiums Hildesheim mit "Computer und Holz", den dritten und vierten die Marie-Curie-Schule Ronnenberg/Empelde und das Gymnasium Schillerschule Hannover.

Genauso engagiert zeigten sich die Teilnehmer des Schreibwettbewerbs. Wie ihre filmenden Kollegen - nur mit Block und Stift statt Kamera und Drehbuch ausgerüstet - führten sie einen Vormittag lang Interviews auf der LIGNA. Die große Herausforderung war jedoch dieselbe, nämlich aus allen Informationen eine Auswahl zu treffen und diese verständlich und kompakt zu vermitteln.

Am besten gelang das Ilka Brühl von der Otto-Brenner-Schule Hannover mit ihrem Text "CNC - ein Orchester ganz anderer Art". Die Schülerin trat nicht nur alleine an, sondern hatte sich obendrein ein sehr technisches und komplexes Thema ausgesucht. "Ich habe keine Ahnung von Journalismus, aber es hat unheimlich Spaß gemacht", sagte die Gewinnerin. Den zweiten Platz belegten Kristina Bauer und Bastian Krüger von der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Göttingen mit ihrem Artikel "Auf dem Holzweg!" zum Thema Umweltschutz durch Holz sowie Rebecca Weyer und Laura Harms von den Gymnasien Langenhagen und Käthe-Kollwitz-Schule mit dem Text "Prinzipiell ganz leicht" über Leichtbauwerkstoffe und -möbel.

Wie spannend Holzverarbeitung sein kann, erlebten die Teilnehmer des dritten LIGNA-Talents-Wettbewerbs CNC-Programmierung hautnah, als am Stand der IMA Klessmann GmbH ihre selbst programmierten Werkstücke gefräst wurden. Nach einem Einführungsworkshop durch Mitarbeiter des Holzbearbeitungsmaschinenherstellers hatten sie sechs Wochen lang Zeit sich in die CNC-Technologie zu vertiefen. Was das Ergebnis ihrer Arbeit sein würde, wussten sie bis zuletzt nicht - eine zu einer Seite offene Holzbank, die sich bei korrekter Programmierung ohne weitere Verbindungselemente formschlüssig zusammenstecken ließ.

Die Jury bewertete aber nicht nur die Genauigkeit der Arbeiten Quelle: www.holzwurm-page.de">
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Quelle: www.holzwurm-page.de">, sondern auch Kriterien wie den Ablauf der Bearbeitungsschritte. Am überzeugendsten waren die Schüler Tobias Rother, Jana Adomeit, Annika Heinz und Wayne Albel aus Werl-Aspe in Bad Salzuflen, sie belegten den ersten Platz. "Das war eine tolle Erfahrung", sagte Annika Heinz vom Siegerteam. Ihren Lehrer Hans-Hermann Köster freute besonders, dass zwei Mädchen im Team waren, denn die beiden seien richtig gut. "Verdient haben die Auszeichnung natürlich alle gemeinsam, das Team war wirklich motiviert und hat gut gearbeitet", so Köster. Den zweiten Platz belegte die Realschule Enger im Landkreis Herford, den dritten die Realschule Lemgo, den vierten belegte die Gesamtschule Rödinghausen nahe Bielefeld.

Dr. Bernhard Dirr Geschäftsführer des veranstaltenden VDMA-Fachverbandes Holzbearbeitungsmaschinen: "Wir waren extrem beeindruckt von den Leistungen der Schülerinnen und Schüler. Alle haben sich mit viel Engagement in die komplexen Sachverhalte rund um den nachhaltigen Werkstoff Holz eingearbeitet". Die neue Nachwuchsveranstaltung LIGNA Talents hat damit die ungeahnte Vielseitigkeit von Holz sowie die Zukunftsfähigkeit der gesamten Branche auf eine ganz besondere Weise verdeutlicht.

( Quelle: ligna.de )