Mit Musik geht alles besser

Von Gaby Feile
And I‘ve often wondered, how did it all start? Who found out that nothing can capture a heart like a melody can? Well, whoever it was, I‘m a fan.
(ABBA - Thank you for the music)
Vor einiger Zeit bin ich mit einer Kollegin durch Jordanien gereist. Und eine Reise dorthin wäre nicht komplett, ohne einen Besuch in Petra, der sagenumwobenen antiken Felsen-Stadt, die schließlich eines der sieben Weltwunder ist. Wir haben die faszinierende Stätte tagsüber samt Führer und einen Teil von ihr sogar bei Sonnenaufgang gesehen. Ein besonderes Erlebnis versprachen wir uns vom Angebot „Petra bei Nacht“, und wir hatten Glück, dass es während unseres Aufenthaltes angeboten wurde.
Wir finden uns also gegen Einbruch der Dunkelheit, das ist so gegen 20 Uhr, vor dem Eingang ein und gesellen uns zu den ca. 300 anderen Wartenden. Dort erfahren wir, dass wir unsere Namen und den unseres Hotels in eine Liste eintragen müssen - wohl aus Sicherheitsgründen, falls man verloren geht. Wie sie das merken würden ist mir schleierhaft, denn bei der Rückkehr müssen wir uns nicht wieder austragen. 
Einer der Organisatoren ruft uns zusammen und stellt uns den Beduinen vor, der uns auf der Tour begleitet und für die Unterhaltung zuständig ist. Der Redner spricht recht gutes Englisch, wenn auch mit arabischem Akzent. Er weist uns darauf hin, dass es ein besonderes Privileg sei, bei Nacht in die alte Stadt gehen zu dürfen und bittet uns alle um gebührenden Respekt. Dazu gehört, dass man innerhalb des mit Kerzen beleuchteten Pfades bleibt, nicht plötzlich stehen bleibt, wenn man zum Beispiel in den faszinierenden Sternenhimmel schauen will, keine Fotos auf dem Weg macht und vor allem: indem man nicht redet sondern die Stille genießt, bis man bei der Schatzkammer angekommen ist. Dort werden wir Tee bekommen und eine Aufführung sehen. Völlig eindeutige und klare Anweisungen, die absolut sinnvoll sind, wie ich finde.
Wir gehen also los und betreten den Weg, den wir am Morgen schon gegangen waren. Rechts und links stehen Pergamenttüten mit Kerzen, die von Hand aufgestellt wurden, es sollen mehrere hundert sein. Wir zwei halten uns an die Anweisungen, sind still und lassen auch die Kamera in der Tasche. In der Dunkelheit braucht man eh ein besonders gutes Modell, um irgendwas ablichten zu können. Das scheint viele der Mitwanderer nicht zu beeindrucken, ständig sieht man es irgendwo blitzen, und natürlich bleiben Fotografen und Modelle dazu stehen, sodass alle andern sich um sie rum zwängen müssen. Von Stille ist übrigens nichts zu hören. 
Auf dem ganzen Weg hört man Unterhaltungen in englisch, französisch, spanisch, russisch, deutsch und vermutlich noch in ein paar weiteren, exotischeren Sprachen. Ich fasse es nicht! Haben die nicht verstanden, was der Organisator gesagt hat? Warum haben sie stolze 15 EUR ausgegeben, wenn sie die Tour nicht wertschätzen sondern rennen, was das Zeug hält, Witze reißen und manche sogar telefonieren? 
Mir dämmert es irgendwann: während der Einweisung standen zwar die meisten Gäste um den Redner, aber viele haben ihm keine Aufmerksamkeit, also kein Ohr, geschenkt. Das kann zwei Gründe haben: sie verstehen kein Englisch und wussten deshalb gar nicht, worum es ging, oder sie können nicht zuhören, ein weit verbreitetes Phänomen heutzutage. Beides kann fatale Folgen haben wenn man in fremde Länder reist und Touren bei Nacht macht.
Mit Musik geht alles besser
Wir kommen schließlich bei der Schatzkammer an, das ist die berühmte Fassade, die wohl am häufigsten fotografiert wird in Petra. Und ja, das ist der Tempel aus dem Indiana Jones Film. Auch hier ist es dunkel, lediglich vor der Schatzkammer, die in Wirklichkeit damals als Ort für Beerdigungen gedient hatte, wurden weitere Kerzen aufgestellt, und darum in mehreren Halbkreisen Sisaldecken auf den Boden gelegt, auf denen wir Platz nehmen. Dem Geruch nach werden diese Decken sonst für Esel benutzt, in welchem Zusammenhang will ich gar nicht genau wissen. 
Wir sitzen schließlich alle, während das Geschnatter ungetrübt weitergeht. Neben mir sitzt eine Kanadierin, die sich mir und ihre Kamera gleich vorstellt, mit extremstem nordamerikanischem Akzent - völlig unpassend in dieser historischen Umgebung. Erst nach einer Weile, wir haben alle unseren arabischen Tee in der Hand, der in Plastikbechern verteilt wurde, wird es ruhig. Und es ist faszinierend, was die Menschen zum still sein bewegt: Musik! Ein Flötenspieler hat die Bühne betreten und spielt eine für europäische Ohren fremd klingende Beduinen-Melodie. Endlich kommt die Stimmung auf, die ich mir von Anfang an gewünscht habe. 
Der Himmel ist voller Sterne, alle lauschen andächtig, und selbst der Geruch ist nicht mehr ganz so penetrant (das bilde ich mir zumindest gerne ein). 
Sie hält nicht lange an, die Andacht, denn in der Reihe vor uns hat sich ein junger, recht goldiger, Hund zwischen die Reisenden geschmuggelt. Wo er herkommt weiß der Himmel (oder Indiana). Er sitzt zwischen einem Ehepaar und zieht schnell die Aufmerksamkeit der Umsitzenden auf sich. Und, der Leser kann es sich denken, der Flötenspieler ist nicht mehr ganz so interessant. Als der Hund dann plötzlich „mitsingt“ (er jault in einer ebenso fremd klingenden Tonart), bricht der Damm. Jetzt wissen auch die Leute auf der anderen Seite, dass ein Hund unter uns ist und kommentieren das entsprechend. Der Musiker lässt sich nichts anmerken und spielt weiter (die Show muss schließlich weitergehen). 
Einige der Helfer kommen aus mehreren Richtungen suchend angelaufen und finden den Hund schließlich. Er wird unsanft und mit Hilfe der Füße in Richtung Ausgang befördert, was Empörung bei den anwesenden Tierliebhabern auslöst. Die Männer kennen keine Gnade und bringen ihn vom Ort des Geschehens weg durch den Siq, den jahrtausendealten Zugang zu Petra, der sich durch fast 40 Meter hohe Schluchten schlängelt. Das Echo dort ist entsprechend gut, und noch lange kann man das jetzt wehleidige Jaulen des Hundes hören. Man will sich nicht ausmalen, was die mit dem Hund machen. Einige Leute halten das nicht aus und folgen dem Geräusch. 
Der Flötenspieler wurde zwischenzeitlich abgelöst von einem Qanun-Spieler, der die arabische Zither spielt. Und schließlich tritt der Beduine auf, den wir anfangs gesehen haben, und führt in einem Monolog eine Szene aus der Zeit der Nabatäer, den Ureinwohnern von Petra, vor. Da der Hund nun nicht mehr zu hören ist, konzentrieren sich die Meisten auch wieder auf das, was auf der Bühne geschieht. Schnell ist das jedoch vorbei, und die Plastikbecher werden eingesammelt. Wir machen uns auf den Rückweg und treffen auf der Hälfte des Weges den Hund, er ist noch am Leben, Gott sei Dank!
Mit Musik geht alles besser
Was hat das nun alles mit Kommunikation zu tun? Sehr viel! Denn gute Kommunikation besteht zu einem Großteil aus aktivem Zuhören. Nur wer sich konzentriert und zuhört bekommt alle Informationen und kann die richtigen Fragen stellen. Im Zeitalter des Multi-Taskings und Mikro-Bloggings ist es eine große Herausforderung für Redner oder Präsentatoren, die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer zu bekommen und diese auf hohem Niveau zu halten. Da man ja eine „Message“ rüberbringen will, will man natürlich auch, dass die Gäste zuhören und verstehen was man sagt. Man hat sich selbst schließlich lange vorbereitet und oft auch geübt. Dabei steht man in Konkurrenz mit Mobiltelefonen und Blackberries, Nebengeräuschen und optischen Störungen und mit anderen anwesenden Menschen (oder Tieren).
Mein Erlebnis zeigt wieder einmal, dass man als Kommunizierender (als Sender der Nachricht) eine große Verantwortung trägt, wenn man will, dass das Gesagte beim Zuhörer (dem Empfänger der Nachricht) richtig und vollständig ankommt. Man muss sein Publikum kennen und in einer Sprache zu ihm sprechen, die alle verstehen. In Petra wurde englisch benutzt ohne zu hinterfragen, ob alle englisch sprechen. Das ist heutzutage bei weitem noch nicht selbstverständlich. 
Wenn man sich dennoch für eine bestimmte Sprache entscheidet, sollte man Worte und Ausdrücke verwenden, die einfach zu verstehen sind. Außerdem sollte man mehrgleisig fahren und sich nicht nur auf das gesprochene Wort verlassen. Es hätte im Fall der Petra Tour zum Beispiel geholfen, auf dem Ticket die Anweisungen mehrsprachig zu drucken und gleichzeitig universal verständliche Zeichen zu benutzen, wie man sie auch in Museen findet.
Das für mich Beeindruckendste an diesem Ausflug war jedoch wieder einmal die Erkenntnis, wie groß die Macht von Musik ist. Denn trotz der soeben beschriebenen Verständnisschwierigkeiten hat es die Musik geschafft, Aufmerksamkeit zu erregen und (fast) alle zum Zuhören zu bewegen. Auch der Hund hat das mit seinem Gesang übrigens bewirkt. Nicht umsonst wird Musik in Filmen und in der Werbung effektvoll eingesetzt. Oder kennt jemand einen Film oder Werbespot, der völlig ohne Musik auskommt? Sie kann Stimmungen und Emotionen erzeugen und Erinnerungen hervorrufen und konservieren. 
Ein ernst gemeinter Ratschlag von mir ist deshalb, Musik bei unseren Kommunikations-Herausforderungen aktiv einzusetzen. Der Text spielt dabei so gut wie keine Rolle, viel wichtiger ist die Harmonie der Melodie mit der entsprechenden Situation.
Ich habe ein paar Vorschläge für verschiedene Anlässe und Kommunikations-Situationen zusammengestellt. Diese habe ich selbst schon angewandt oder erlebt und als erfolgreich befunden.
Diese Songs eignen sich, um großen Gruppen zu signalisieren, dass die Veranstaltung, die Präsentation oder der Auftritt jetzt beginnt:
Bei Events oder bei Preisverleihungen kann man folgende Songs gut als Auftrittsmusik benutzen:
  • Music - John Miles
  • Eye of the tiger - Survivor
  • Thunderstruck - AC/DC
  • Mr Bombastic - Shaggy (gut für männliche Auftritte)
  • She‘s so high - Tal Bachman (gut für weibliche Auftritte)
Als sanfte Übergangsmusik oder um die Zuhörer zu beruhigen und auf etwas Schönes und Wertvolles vorzubereiten bietet sich Klassik an:
  • Air on a G String - Johann Sebastian Bach
  • The John Dunbar Theme - Barry (bekannt aus dem Film „Der mit dem Wolf tanzt)
  • Intermezzo - Georges Bizet
  • O mio babbino caro - Giacomo Puccini
  • Kanon in D - Pachelbel
  • Andante - Wolfgang Amadeus Mozart

Als Hintergrundmusik für Präsentationen mit nachdenklichem Inhalt oder für schwierige Teamherausforderungen wurde folgendes schon erfolgreich benutzt:
  • Angel - Sarah McLachlan
  • You raise me up - diverse Interpreten
  • We are the world - USA for Africa
  • Chariots of fire - Vangelis
  • Dieser Weg (wird kein leichter sein) - Xavier Naidoo (von Klinsmann erprobt)
Zum Animieren und Motivieren bzw. zum Abbauen von überschüssiger Energie empfehle ich die folgenden Lieder, die jeden vom Hocker reißen sollten:
  • It‘s raining men - Weather Girls
  • Don‘t stop believin‘ - Journey
  • I‘m so excited - Pointer Sisters
  • Let‘s get loud - Jennifer Lopez
  • Life is live - Opus
  • For you - Manfred Mann‘s Earth Band
Und zum Feiern eines Erfolges oder das Ende eines Projektes die Klassiker, die lange im Ohr bleiben, weil man sie auch gut mitsingen kann:
  • We are the champions - Queen
  • The best - Tina Turner
  • What a feeling - Irene Cara
  • Hey Jude - Beatles
  • Angels - Robbie Williams
Wer es noch nicht wusste: ich bin auch ein großer Musikfan und will gerne dazu lernen. Deshalb: Welche Musik findet ihr besonders passend für welche Situationen? Schreibt mir gerne entweder per Kommentar direkt im Blog oder einfach per e-mail an lacommunica(at) gmail.com.
Und das können wir daraus lernen:
Um Aufmerksamkeit zu erreichen muss man sich einer Sprache bedienen, die vom Publikum verstanden wird.
Musik ist die universalste und schönste aller Sprachen, die so gut wie jeden zum Zuhören bringt und einfach verstanden wird.

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