Mit Liebe gemacht


Mit Liebe gemachtSpiritualized „Huh?“
(Domino Records)

Es bleibt eine schöne Randnotiz, dass der Bandgründer von Spiritualized (undgleichzeitig deren einzig dauerhaftes Mitglied) Jason Pierce Mitte derSechziger im englischen Rugby geboren wurde – ein Leben, welches in einem Ortmit solchem Namen seinen Anfang nimmt, hat seine Überschrift schon gefunden:hart, roh, selten angenehm, doch nicht unterzukriegen. Ähnliches läßt sich auchvon Pierce‘ Werdegang sagen, dem bei Wikipedia nicht ohne Grund eine Rubrik„Gesundheit“ beigegeben ist: Der Mann sollte wissen, wie man Nahtoderfahrungbuchstabiert, so oft hat er, zwanghaft schon, die Nähe zu verschiedensten,bewußtseinserweiternden Substanzen gesucht und ebenso oft haben diese ihn anden Rand des körperlich Ruins gebracht. Nicht wenige seiner Werke und Stückesind in dieser und durch diese Zeit gemacht und hätte er nicht gleichermaßenGlück, Genie und gehörige Nehmerqualitäten vorzuweisen gehabt – es hätte auchdiese, seine siebte Platte nie gegeben.
Karl Bruckmaier, gernabgefragte Instanz musikalischen Sachverstands, adelte „Huh?“ kürzlich mit blauhinterlegtem Kaufbefehl und den Worten: “atmet in jeder Sekunde die Liebe zurMusik“ – viel besser kann man uneingeschränktes Lob nicht auf den Punktbringen. Pierce ist kein Mann, der sich mit Halbgarem und Beschaulichem um desErfolges wegen zufrieden gibt, nicht dann, wenn er mit einem Song noch eineRunde extra drehen kann, wenn für die Gesamtwirkung noch eine Spur draufgesetztwerden muß. Das galt für seine Meisterwerke „Ladies And Gentlemen We AreFloating In Space“ und „Let It Come Down“ am nachdrücklichsten, das ist auchbeim aktuellen Album nicht anders. Zwei satte Achtminüter hat er mit „Hey Jane“und „Headin‘ For The Top Now“ auf „Huh?“ gepackt, beide allerschönster Psych-Rock,mal frühe Primal Scream, mal ehrwürdige Velvets, Gezeter, Gezerre, esschmirgelt, raspelt und nölt ganz wunderbar unter dem zwingenden Beat. Das kanner, das sind seine Standards, damit kriegt er einen immer – für „Get What YouDeserve“ verzwirbelt er noch ein paar Streicherteppiche ins schräge Muster, „IAm What I Am“ glänzt mit souligen Backroundchören, alles mit Schmackes und, ja– „Liebe“ gemacht.
Um die geht’s auch in „Too Late“, einem anrührenden Schmachtfetzen über falscheVersprechungen, all die verdammten Gefühle und Hoffnungen, über alles, wovonman besser die Hände gelassen, wenn das Herz nicht anders entschieden hätte.Das gleiche Großkaliber auch der Bittgesang an „Mary“, angstfreier Soulrock,was muß, das muß. Bei „Freedom“ gibt Pierce den Dylan, pur, die Akustische unddas Piano, mehr nicht, für „Life Is A Problem“ ist Johnny Cash zu frühgegangen, das Stück, welches etwas an den alten, gleichnamigenBluegrassklassiker erinnert, wäre mit Sicherheit auf einer der folgendenCover-Compilationen des Man In Black erschienen. „So Long You Pretty Thing“darf der Mann sich dann gern für die große Oasis-Reunion aufheben – Banjo, Chöre,Bläser, alle, alles, Rock’n’Roll, herje … schönes Ende für eine ganz dickeNummer. www.spiritualized.com

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