Mit diesem Film gewinnt Gary Oldman einen Oscar

Von Newssquared @Oliver_schreibt

Ein Maulwurf hat sich unter die Agenten des britischen Geheimdienstes geschlichen. Seit Jahren soll er die Kollegen im Auftrag der Sowjetunion bespitzeln. Alles gipfelt in einem Attentat auf einen britischen Spion (Mark Strong) in Budapest. Geheimdienstchef – Deckname Control – (John Hurt) und sein Meisteragent George Smiley (Gary Oldman) müssen ihren Hut nehmen. Doch nur kurze Zeit später wird zumindest Smiley von der britischen Regierung reaktiviert, um in seiner eigenen Behörde nach dem Doppelagenten, der im Auftrag der Russen arbeitet, fahnden.

An der Spitze des «Circus», wie der Geheimdienst von den Angestellten genannt wird, tummeln sich zwar eher Schreibtischtäter als echte James Bonds. Doch der Maulwurf muss unter ihnen sein. Smiley und sein Vertrauter Peter Guillam (Benedict Cumberbatch) versuchen ihn auszugraben. Was sie noch nicht wissen: Es soll ein Kräftemessen zwischen Smiley und seinem russischen Pendant Karla werden.

Dame König As Spion ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von John le Carré, der George Smiley zur Hauptfigur von insgesamt acht Agentenromanen machte. Dieses Buch wurde bereits in den 1970ern von der BBC mit Alec Guinness in der Hauptrolle verfilmt. Auch wenn Fans dieser Miniserie anfangs skeptisch waren, ist der Autor selbst begeistert von der Neubesetzung seines Anti-Helden durch Gary Oldmann. Seine Darstellung stehe Alec Guinness in nichts nach. «Er findet die gleiche Einsamkeit, Insichgekehrtheit, Schmerz und Intelligenz in der Rolle – und sogar die gleiche Eleganz», sagte der Autor dem britischen Telegraph. Er selbst weiß übrigens aus erster Hand, wovon er schreibt, hat le Carré doch für den britischen Geheimdienst MI6 gearbeitet.

Melancholische Tiefe und schnöselige Agenten

Der bisher recht unbekannte schwedische Regisseur Tomas Alfredson inszeniert die grandiose Schauspielerriege komplett in Graublau. Und bannt so die Tristesse der 1970er Jahre, mitten im Kalten Krieg, auf die Leinwand. Gary Oldman sieht als Topspion mit seiner großen Hornbrille, der fahlen Haut und dem grauen Mantel zwar aus wie ein Bruder Erich Honeckers. (Auch die sehr zeitgetreue Ausstattung des Films hätte eine Auszeichnung verdient.) Die melancholische Tiefe seiner Figur, die persönliches Leid zu verstecken versucht, ist herzzerreißend. Den Gegenpart stellen unter anderem Colin Firth als schnöseliges Mitglied des «Circus» und der geniale Sherlock-Holmes-Darsteller Benedict Cumberbatch als loyaler Jung-Agent dar.

Dame König As Spion ist ein fast leiser Film, der durch die Verstrickungen des Plots viel Aufmerksamkeit erfordert. Wer aber genau hinschaut, kann von der Auflösung des Doppelagenten-Rätsels nicht wirklich überrascht sein. Noch vor dem Kinostart in Deutschland wirft der Agenten-Thriller seinen langen Schatten voraus. Schließlich darf sich die Crew bereits über drei Oscar-Nominierungen freuen, allen voran Gary Oldman als bester Schauspieler.

Wahrscheinlich freut er sich jetzt, dass er die Rolle doch angenommen hat. Denn obwohl die Dreharbeiten schon begonnen hatten, wollte er noch einen Rückzieher machen. «Als Alec Guinness 1979 Smiley spielte, erklomm er damit den Gipfel. Ich hatte das Gefühl, dass ich auf halber Strecke erfrieren würde.» Für einen Moment habe ihn deshalb Panik befallen, sagte der 53-Jährige in einem Interview.

Wahrscheinlich muss Oldman sogar noch mal in die Rolle des George Smiley schlüpfen. Nach diesem internationalen Erfolg ist ein zweiter Teil geplant. Schließlich gibt es genug Agenten-Stoff aus der Le-Carré’schen Feder.

Titel: Dame König As Spion
Regie: Tomas Alfredson
Darsteller: Gary Oldman, Benedict Cumberbatch, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Mark Strong und andere
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Länge: 127 Minuten
Verleih: StudioCanal
Kinostart: 2. Februar 2012

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«Dame König As Spion» – Mit diesem Film gewinnt Gary Oldman einen Oscar