Mit dem Rad von Salzburg nach Slowenien: 2. Etappe

Von Berghasen

Der Wind peitscht uns unerbittlich den Regen ins Gesicht, als wir von der Vogeialm die steilen Serpentinen zur Oberhütte hinaufradeln. 

Frisch erholt von der Nacht starten wir zu unserem nächsten Etappenziel: St. Martin im Lungau. Gestern hat uns die erste Etappe bis nach Filzmoos geführt. Wir sind guter Dinge, da auch das Wetter verspricht, besser zu werden. Im Supermarkt decken wir uns schnell mit ein paar Müsliriegeln und Bananen für den Tag ein. Dann folgen wir für ein kurzes Stück der Dachsteinrunde Richtung Ramsau, bevor wir diese über einen kleinen Pfad verlassen. Über Wurzeln, Steine und Stufen müssen wir unsere Räder einige Höhenmeter nach oben schieben, bis wir wieder auf eine Forststraße treffen.

Vorbei an einem Hotel geht es hinunter zum Ennsradweg. Diesem folgen wir einige Kilometer Richtung Radstadt. Wir passieren eine Brücke an der wir den Radweg Richtung Kieswerk verlassen.

Vorbei an einem Förderband, das den Kies ins Tal transportiert, fahren wir ein paar Höhenmeter nach oben, bevor die nächste Tragepassage auf uns wartet. Gott sei Dank ist diese nicht sehr lange und wir werden danach mit einer Abfahrt nach Forstau belohnt. Wir queren den Ort. Auf einer anfangs asphaltiere Straße fahren wir Richtung Talschluss. Schon bald mündet die geteerte Straße in einer Schotterstraße. Vorbei an Almwiesen und durch stellenweise lichten Fichtenwald fahren wir durch das Tal. Begleitet werden wir durch das Rauschen des Oberhüttenbachs. Die Aussicht auf die umliegenden Berge bleibt uns durch die Wolken leider versperrt. Immer wieder müssen wir Autos auf ihrem Weg Richtung Vögeialm passieren lassen. Zu unserem Leidwesen hat auch wieder ein leichter Nieselregen eingesetzt.

Bald gelangen die Vögeialm und der Talschluss in Sichtweite. Trotz des schlechten Wetters präsentiert sich das Tal idyllisch. An der Vögeialm machen wir keine kurze Riegelpause, bevor es die letzten Höhenmeter zur Oberhütte hinauf geht. In teilweise sehr steilen Serpentinen fahren wir nach oben. Mit jeder Serpentine wird der Regen stärker. Unaufhörlich peitscht uns der Wind das Wasser in unsere Gesichter. Schon bald sind wir vollkommen durchnässt. Jeder weitere Meter wird zu einem inneren Kampf. Wir sehnen uns nach einer warmen Dusche und trockenen Kleidern. Vollkommen unbeeindruckt davon erfreut sich der Almrausch neben der Straße über das erfrischende Wasser.

An der Oberhütte angelangt, werden die nassen Kleider durch Regenkleider ersetzt. Lange halten wir uns hier aber nicht auf. Vorbei am malerisch gelegenen Obersee geht es Richtung Weißpriach. Ein sehr anspruchsvoller Trail führt hier nach unten. Dafür müssen auch mal wieder die Mountainbike-Verbotsschilder ignoriert werden. Der Trail endet unten auf einer Forststraße. Auf dieser geht es weiter durch ein Tal bergab. Allerdings muss man Acht geben, da immer wieder Viehsperren den Weg blockieren.

Schon bald erreichen wir Weißpriach. Die restliche Strecke legen wir auf Radwegen entlang der Straße nach St. Martin zurück. Glücklicherweise finden wir auch in St. Martin, ohne lange Suchen zu müssen, eine Pension. Nach einer heißen Dusche und einem warmen Abendessen fühlen wir uns so langsam auch wieder bereit für neue Abenteuer.

Tourdaten:

  • Strecke: 64 km
  • Höhenmeter: 2.100 hm
  • Dauer: 7 Stunden