Mit dem Motorrad rund um die Ostsee

Von Urlaubaer

Teil 2 - Vom Westerwald nach Südschweden

Was bisher geschah ...

"" Teil 1 - Vorbereitender Papierkram

Nun bin ich also mit Ulla und Thomas als Sozius auf einer drei Monate dauernden Motorradreise rund um die Ostsee. Unsere erste Etappe ging vom Westerwald nach Südschweden (11 Tage, ca. 2.000 km, bestes Wetter, 5 Unterkünfte).

Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich mal einen Freiluft-Logenplatz angekuschelt an meine Exsozia für eine Reise bekomme! Da sie für drei Monate packen musste, wurde ich kurzer Hand ins Freie gesetzt ... 😉 Aber so bekomme ich auf unserer Ostseetour alles hautnah mit und kann Euch davon berichten so wie heute, über den ersten Tag am Meer.

Meine Exsozia und ihr Thomas genossen noch einen traumhaften Sonnenuntergang an der Ostsee in Großenbrode, bevor es am nächsten Tag über die Fehmarnsundbrücke und die Fähre von Puttgarden nach Dänemark ging.

TIPP : Hier spart man als Motorradfahrer bei der Onlinebuchung 10 € und zahlt nur 47 €.

Ja, Brücken bauen können die Skandinavier so wie die Storstrøms-Brücke, an der man entspannt rasten kann, und natürlich die Öresundbrücke von Dänemark nach Malmö in Schweden. Letztere kostet pro Motorrad vor Ort 30 €, online 28 €. Ich als VIP-Urlaubär war natürlich frei!

Und dann waren wir auch schon in Südschweden.

Erster Eindruck: So riesige Felder habe ich noch nie gesehen. In der Tat ist der Südwesten Schwedens die Kornkammer des Landes. Fürs Motorradfahren eher etwas eintönig, allerdings gibt es im Landesinneren eine bewaldete Hügellandschaft, entstanden in der letzten Eiszeit. Hier reizen auf absolut einsamen Sträßchen vom feinsten nette Kurven, aber auch gerade, super ausgebaute Hauptstraßen, die man oft für sich alleine hat. Aber Achtung: Die Kuppen versperren schon mal den freien Blick!

Zweiter Eindruck: Mir gefallen die hübschen kleinen Holzhäuser, vor allem die roten! Und dann komme ich als Schleckermäulchen bei den Kuchenbuffets in den urigen Kaffeestuben voll auf meine Kosten. Meine Exsozia bekommt derweil starken Kaffee aus einem Kupferkännchen.

Ein kleiner Tipp von mir als Mitfahrer: Wer mit dem Motorrad nach Schweden reisen will sollte auch schon ein paar Offroad-Erfahrungen gemacht haben. Oftmals führen nur Schotterpisten zu den Ferienhäusern und so manche kleine Straße ist nicht asphaltiert. Vielleicht zu Hause ein wenig üben?! Hier zeigten sich Thomas' Enduro-Qualitäten auf seiner 420 kg schweren Honda Gold Wing! Ansonsten sind die schwedischen Straßen in einem traumhaften Zustand!

Dritter Eindruck von mir: Die Leute fahren hier alle gaaanz genau nach Vorschrift. Meine Exsozia sagte dazu, die Strafen für zu schnelles Fahren seien sehr hoch! Aber vielleicht liegt es auch an den Spanndrähten, die hier in Südschweden als Leitplanken dienen sollen! Da möchte ich nicht mit dem Kopf drauf fallen! Würde bestimmt mein Fell ruinieren!

Da denke ich lieber an die tollen Besichtigungen, die wir unternommen haben. Besonders gefallen, weil ganz außergewöhnlich, war der Besuch des Autofriedhofs Bilkyrkogården Kyrkö Mosse in der Nähe von Ryd. Hier habe ich gestaunt, wie die Natur die zahlreichen kulturhistorisch anerkannten Altautos langsam überwuchert und zerfallen lässt.

Fasziniert war ich auch von Ales Stenar, einem Wikinger Monument, in der Nähe von Ystad bestehend aus rund 60 gewaltigen Steinen, die ein Schiff darstellen. Mit dem Motorrad kann man übrigens ziemlich nah heranfahren. Den Rest des Wegs durfte ich bequem im Rucksack-Freisitz meiner Exsozia zurücklegen.

Und ein weiteres Highlight für mich als ehemaliger Seebär war natürlich das Marinemuseum von Karlskrona. Hier durfte ich tatsächlich in ein U-Boot steigen, in einem Unterwassertunnel einen Blick auf den Grund des Meeres werfen und unter anderem ein Segelschulschiff besteigen. Ahoi!

Richtig wohl gefühlt habe ich mich bei den Kindern, die so zahlreich die Astrid Lindgrens Welt in Vimmerby besucht haben. Dort habe ich sogar Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga getroffen. Auch die Minihäuser waren für mich gerade richtig passend!

So, jetzt muss ich aber gleich ins Bett, denn morgen geht's weiter nach Stockholm und von Südschweden weiter nach Mittelschweden. Davon berichte ich Euch in Teil 3 meiner Berichterstattung ...

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