Mission Beauty – auch während der Schwangerschaft?

Im Laufe unseres Lebens hat frau sich eine individuell zugeschnittene, bis ins letzte Detail perfektionierte Kosmetikroutine angewöhnt und viele von uns bleiben dabei ihren erprobten Lieblingsprodukten treu. Diese Routine ermöglicht es uns, am Morgen – oft noch im Halbschlaf – in bemerkenswerter Flottheit (von wegen, wir bräuchten lange im Bad!) ein komplexes Programm abzuspulen: duschen, Gesicht reinigen, eincremen, vielleicht auch den Körper (die Hoffnung an eine wirksame Anti-Cellulite-Creme stirbt zuletzt!), anziehen, schminken, Haare föhnen/stylen. So schaffen wir innerhalb kürzester Zeit (subjektiv) die Verwandlung vom unausgeschlafenen Knautschgesicht zu einer strahlenden Morgenschönheit (auch eher subjektiv als objektiv) – Concealer und Co. sei Dank.

Auch für den Abend haben wir einen ausgefeilten Leitfaden der Kosmetik entwickelt und allerspätestens mit dem Auftragen der (reichhaltigen) Nachtpflege stellt sich das endgültige „Feierabend-Feeling“ ein.

Mit Beginn der Schwangerschaft verlangt dieses Programm der Schönheitspflege einer gründlichen Überarbeitung. Ähnlich eines Chefs zweier fusionierter Firmen müssen wir uns Fragen stellen wie: Was können wir beibehalten? Wo ist Umdenken gefragt? Müssen Neuanschaffungen gemacht werden? Wenn ja, welche sind sinnvoll? Welche Probleme können auftreten und wie kann man ihnen effektiv entgegenwirken?

Wie auch für die Chefs der neugegründeten Firma ist es auch für uns durchaus ratsam, sich frühzeitig zu informieren und so mögliche Schäden durch falsches Handeln schon im Vorfeld zu vermeiden. In diesem Sinne haben wir für Sie eine Liste mit Fragen und Lösungen zum Thema Schönheitspflege während der Schwangerschaft zusammengestellt. Freuen Sie sich darauf, neue Produkte kennen zu lernen und durch das Alibi Schwangerschaft geschützt Stunden im Bad zu verbringen!

  •  Gesicht

Während der Schwangerschaft finden im Körper wahre Hormonfeuerwerke statt. Ein positiver Nebeneffekt der Östrogene ist dabei, dass durch den erhöhten Wasseranteil im Gewebe kleine Fältchen verschwinden und die Haut prall und rosig aussieht.

Leider bewirken die Hormone bei einigen auch eine höhere Produktion in den Talg- und Schweißdrüsen, sodass nicht wenige Frauen unter Hautunreinheiten zu leiden haben. Ironischerweise betrifft das oft Frauen mit sonst reiner Haut, wohingegen Frauen, die ihr Leben lang per „Du“ mit Mitessern und Pickelchen gewesen sind, sich plötzlich über Haut wie ein Pfirsich freuen. Für erstere kann es ein Trost sein, dass sich der Körper nach dem 1. Trimester meist an die neue Situation gewöhnt hat und dann besser mit den Hormonausschüttungen klar kommt.

Ein weiteres Hormon, das jetzt vermehrt gebildet wird, ist MSH (es stimuliert die Melanozyten), das bewirkt, dass sich Brustwarzen, Muttermale und Sommersprossen dunkler färben. Auch kann es passieren, dass sich um ihren Mund und Augen Pigmentflecken bilden. Wenn Sie zu denjenigen gehören, die zu solchen Flecken neigen, sollten Sie auf ausgiebige Sonnenbäder verzichten und bei starker Sonnenbestrahlung auf Cremes mit ultra-hohem Lichtschutzfaktor (50+) zurückgreifen. Das Sonnen „Oben-ohne“ ist tabu, da sich auch die Brustwarzen schnell dunkel verfärben. Generell empfiehlt es sich, eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor (mindestens 15) zu verwenden (generell eine gute Sache!).

Haben Sie bereits Pigmentflecken, können Sie immer noch mit speziellen Cremes gegensteuern (z. B. “Cell Culture Pigmentation Solution” von SBT, “Iklen” Creme und Serum von Merck, “Anti-Pigment-Fluid LSF 20″ von Eucerin).

  •  Haare

Wunderhormon Östrogen sorgt nicht nur für einen rosigen Teint, sondern verleiht Frauen auch bis zu zehn Prozent mehr Haarfülle als vor der Schwangerschaft. Dies geschieht, da das Hormon die Haare wesentlich später ausfallen lässt als sonst.

Leider gilt das auch für bereits geschädigtes Haar. Hier können Haarkuren und Spülungen für trockenes und strapaziertes Haar helfen und den Glanz zurückbringen. Bei manchen Frauen fördert der hohe Östrogenspiegel (s. Hautunreinheiten) leider eine erhöhte Talkproduktion, wodurch die Haare schneller fettig werden.

In diesem Fall sollten Sie auf zu heißes Föhnen und übermäßiges Bürsten verzichten, da beides die Talgdrüsen stimuliert. (Weniger heißes Föhnen -> für die Zeit nach der Schwangerschaft beibehalten – ihre Haare werden es ihnen danken!)

  •  Dehnungsstreifen

Die traurige Botschaft ist: etwa 70 Prozent der Frauen entwickeln Schwangerschaftsstreifen – an Bauch, Oberschenkeln, Hüften, Busen und Po. Ironischerweise fallen diese bei Frauen mit festerem Bindegewebe stärker aus als bei denen, die vielleicht bislang neidisch auf die knackigen Oberschenkel Ersterer geschielt haben.

Zu welcher Gruppe Sie auch gehören: Sie können vorbeugen! Bewährt hat sich eine Zupfmassage, mit der Sie ab der 13. Schwangerschaftswoche beginnen sollten. Zweimal täglich ziehen Sie mit Daumen und Zeigefinger die Haut nach oben und kneifen dabei die Finger zusammen. Das macht die Haut weicher und dehnbarer. Unterstützend können Öle wie Jojoba-, Calendula- oder Mandelöl, gern angereichert mit Vitamin E wirken.

Achtung: Den Bereich über dem Schambein dabei unbedingt auslassen, um nicht die Gebärmutter zu Kontraktionen zu reizen!

Wenn sich der Bauch im Verlauf der Schwangerschaft schon zu sehr spannt und die Zupfmassage dadurch unangenehm und schwierig wird, können Sie auch auf eine Massagebürste zurückgreifen (Vielleicht haben Sie in der Vergangenheit bereits eine für besagten Kampf gegen Cellulite gekauft? Jetzt ist es Zeit sie aus dem Badezimmerschrank hervorzukramen und sie mit der neuen Aufgabe zu versehen!).

  • Krampfadern

Während der Schwangerschaft transportieren die Blutgefäße mehr Blut, um Gebärmutter und Kind optimal zu versorgen. Damit dies möglich ist, werden Hormone ausgeschüttet, welche die Venen elastischer machen. Infolgedessen wird jedoch der Rücktransport des Blutes aus den Beinen zum Herzen erschwert. Durch die entstehenden Blutstauungen werden die Venen erweitert und es entstehen Krampfadern, meist an den Beinen (vor allem Unterschenkel und Knie sind betroffen).

Sollten diese jucken oder sogar Schmerzen bereiten, kann Kühlen mit Eisbeuteln oder kalten Wickeln (z.B. mit kaltem Quark) Erleichterung verschaffen. Im Umkehrschluss ist Wärme zu vermeiden. Auch Massagen mit Ölen aus Zypressen, Schafgarbe, Zitronengras, Lavendel oder Myrthe können helfen.

In Apotheken finden Sie spezielle Venentees. Sie enthalten Buchweizenkraut, Mäusedorn, Rosskastanienblätter, Steinklee und Zitronenschale. Bei sehr stark ausgeprägten Krampfadern sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden, da die Gefahr einer Thrombose bestehen könnte.

  • Elefantenbeine

Viele Frauen leiden gerade zum Ende der Schwangerschaft unter Wassereinlagerungen in Beinen und Füßen. Geht es ihnen so, sollten Sie auf zu langes Stehen verzichten und keine hohen Absätze tragen. Zusätzlich hilft es, die Beine häufig hochzulegen. Kühlen Sie ihre Beine mit Wadenwickeln, Beingelen und –cremes, die die Wirkstoffe Minzöl, Menthol oder Zitrone enthalten. Kaltes Abduschen und Aquawalking und –jogging sind ebenfalls zu empfehlen.

Gegen Schwellungen helfen Rosmarin und Rosskastanienextrakte, sowie Fußbäder mit Meersalz. Außerdem kann besagte Massagebürste wieder zum Einsatz kommen! Mit kreisförmigen Bewegungen können Sie die Durchblutung anregen und Wasserstaus lösen. Viele Frauen schwören auch auf Stützstrümpfe.

Erste Hilfe Trick: Sollten Sie einmal gezwungen sein, länger zu stehen hilft es, auf der Stelle treten und mit den Zehen wackeln!

  • Pediküre/Maniküre

Auch während der Schwangerschaft spricht nichts gegen gepflegte und lackierte Fuß- und Fingernägel! Das einzige, was Sie dabei beachten sollten, ist auf Aceton haltigen Nagellackentferner zu verzichten.

Sie werden allerdings feststellen, dass es mit wachsendem Bauch immer schwieriger wird, sich selbst die Zehennägel zu lackieren. Ein wunderbarer Grund, sich einmal eine professionelle Pediküre zu gönnen! Ansonsten sind bestimmt die beste Freundin oder ihre Schwester gern bereit, ihnen zu helfen.

  • Enthaarung

Ähnliche Probleme wie bei der Fußpflege kommen auch beim Thema Enthaarung auf. Die Beine werden Sie sich vielleicht bis zur Geburt selbst rasieren können (Tipp: in der Badewanne), bei der Intimrasur gestaltet es sich da schon schwieriger.

Viele auf Tricks wie sich mit Hilfe eines Spiegels zu rasieren zurück oder sie machen es einfach blind (no risk, no fun). Eventuell vertrauen Sie auch ihrem Schatz den Griff zum Rasierer an (wie gesagt: no risk, no fun!).

Ansonsten ist ein professionelles Waxing sicher eine gute Alternative. Verzichten sollten Sie hingegen auf Enthaarungscremes. Nicht, weil die chemikalischen Inhaltsstoffe schädlich für ihr Kind sind, sondern weil viele Frauen während der Schwangerschaft stärkere allergische Reaktionen zeigen. Auch Laserbehandlungen sind während der Schwangerschaft nicht möglich.

Fest steht: Den meisten von uns ist es wichtig, sich auch während der Schwangerschaft wie gewohnt zu enthaaren. Gerade mit der Aussicht auf Kreißsaal (und den Wochenfluss nach der Geburt) fühlen sich viele Frauen wohler, wenn sie sich eines gepflegten Intimbereichs sicher sind. Aber wie immer gilt: Jede wie es ihr beliebt!

  • Brust und Dekolleté

Vermutlich tragen Sie gerade stolz die Brüste ihres Lebens vor sich her: voll, rund und mindestens eine Körbchengröße größer als vor der Schwangerschaft. Oft ist das rasche Wachstum der Brust jedoch mit unangenehmen Spannungsgefühlen im Dekolleté verbunden. Diesen können Sie aber leicht entgegen wirken und so die neue Fülle ungestört genießen.

Wichtig ist vor allem eine ausreichende Pflege für Busen und Dekolleté. Hierfür gibt es spezielle Cremes und Fluids, die die Haut straffen und mit Feuchtigkeit versorgen (z.B. „Hautstraffende Büsten-Pflege mit Tigergras“ von Claire Fisher Mama). Diese ziehen besonders gut ein, wenn Sie sie in kreisförmigen Bewegungen einmassieren, was zusätzlich die Durchblutung anregt. Hervorragend für eine straffe Haut (nicht nur im Dekolleté) eignen sich Wechselduschen, die ebenfalls die Blutzirkulation verbessern.

Unentbehrlich wird der Kauf eines neuen, passenden BHs sein. Die größeren Brüste verlangen mehr Halt und auch der Rücken muss aufgrund des höheren Gewichts besser entlastet werden. Auch wenn Sie die neue Unterwäsche nur für kurze Zeit tragen werden, sollten Sie an dieser Stelle nicht sparen und dadurch unnötig mit drückenden BHs quälen.

Verzichten sollten Sie während der Schwangerschaft auf;

  • Zahnpasta mit Bleaching-Effekt, da ihr Zahnfleisch während der Schwangerschaft empfindlicher ist und es deshalb schnell zu Zahnfleischblutungen kommen kann. Alternativ können Sie zu einer professionellen Zahnreinigung gehen.
  • Neue Tattoos und Permanent Make-up: Der Adrenanlinausstoß den Sie bei der Tätowierung haben werden, schadet ihrem Baby. Außerdem weiß man (noch) nicht, wie sich die Farbe von Tätowierungen oder Permanent Make-up auf ihren Körper und damit den des Kindes auswirkt.
  • Auch von Tätowierungen mit Henna wird abgeraten, da die Farbe oft mit der Substanz PPD versetzt ist, welche ein hohes Allergiepotenzial birgt. Bei uns ist sie deshalb für kosmetische Behandlungen auf der Haut nicht zugelassen.
  • Sie sollten sich keine neuen Piercings stechen lassen(Adrenalinausstoß, s. Tätowierungen); alte Bauchnabelpiercings müssen gegebenenfalls entfernt werden, ebenso Brustwarzenpiercings, wenn Sie stillen möchten.
  • Produkte mit Retinol, Salicylsäure und Fruchtsäuren in hoher Konzentration sollten Sie vermeiden oder nur sparsam und auf kleinen Hautflächen verwenden. Diese Wirkstoffe können das Ungeborene schädigen oder Wehen auslösen. Lassen Sie sich also beim Kauf immer beraten.

Ein simpler, doch universeller Schönheitstipp für vor, während und nach der Schwangerschaft lautet: Schlaf!

In diesem Sinne: Schöne Träume! Weitere nützliche Hinweise für Ihre gesunde Schwangerschaft finden Sie hier.

 

 


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