Miss Emily Paxton - Peter Prange

Miss Emily Paxton - Peter Prange
Autor: Peter Prange
Titel: Miss Emily Paxton
Erscheinungsjahr: 2005
Verlag: Droemer
Seitenzahl: 555
Reihe: /

Erster Satz: "Glaubst du das es diese Nacht geschieht?"
Inhalt:Ganz London ist im Jahr 1851 in Aufruhr seitdem Joseph Paxton im Hyde Park ein riesiges Glasbauwerk errichten lässt, um dort eine Weltausstellung mit Beteiligung aller Nationen stattfinden zu lassen. Auch Emily ist von Anfang an völlig von der Vision ihres Vaters gefangen. Doch dann trifft sie ihren Jugendfreund Victor wieder und lernt durch ihn die dunkle Seite der vom Reichtum geprägten Weltausstellung kennen. Irgendwann kommt der Punkt an dem Emil sich entscheiden muss: Zwischen der Liebe zu Victor und dem familiären Reichtum.
Meine Meinung: Als ich den Klappentext des Buches überflogen habe, dachte ich an eine seichten, historischen Liebesroman mit ein wenig Drama und einem offensichtlichen Happy End. Genauso begann das Buch auch. Emily und Viktor sind im ersten Kapitel noch Kinder und total unschuldig und niedlich. Emily liebt ihren Vater abgöttisch und verbringt viel Zeit mit ihm im Glashaus, in dem er Seerosen züchtet. Ansonsten spielt sie viel mit Viktor, dem Nachbarsjungen. Ihre Eltern sehen diese Freundschaft jedoch nicht gerne, da Victor im Gegensatz zu Emily ein Kind der Unterschicht ist. Nachdem Viktor bei dem Versuch weiße Rosenblätter regnen zu lassen, in das Glashaus einbricht, werden er und seine Mutter von Emilys Eltern vertrieben und die beiden Kinder verlieren sich aus den Augen.

Von Anfang an erschien mir das Buch total romantisch. Durch den Schreibstil hat mich das Buch sofort gefesselt und ich konnte mir alles bildlich vorstellen. Also habe ich mit meinen Anfangserwartungen an das Buch weitergelesen... und wurde erstmal stark enttäuscht. Nach diesem ersten Teil gibt es einen absoluten Bruch. Die Atmosphäre wird schlagartig düsterer und gewinnt an Ernsthaftigkeit. Das hatte ich irgendwie überhaupt nicht erwartet und dementsprechend gefiel mir das auch erst nicht wirklich.Viktor war mir als Charakter am Anfang so unsympathisch, dass ich kaum noch Lust hatte das Buch weiterzulesen. Eine solche Abneigung zu einem Buchcharakter habe ich wirklich selten empfunden. Wie soll man ein Liebesroman lesen, in dem der Protagonist ein absolutes Scheusal ist, zu dem man nicht ein Fünkchen Sympathie verspüren kann? Viktor ist jähzornig, aggressiv, abgestumpft und stark geprägt von seinem ärmlichen Leben. Das lässt er an allen Menschen seines Umfeldes aus, ganz egal wie viel sie ihm bedeuten. Man muss sich auf diese brutale Seite des historischen Londons einlassen, um Victor verstehen zu können. 

Das ganze Buch ist durchzogen von der Gier und dem Egoismus der reichen "Kuchenesser". So auch Emilys Verlobter Henry Cole, der seine totkranke Frau verheimlicht, um seine Zukunft in Reichtum durch die Einheiratung in die Paxton-Familie zu sichern. So wird Emily zum Spielball ihrer Eltern und ihres Verlobten ohne es zu merken. 

Als sie dann Victor wiedertrifft, eröffnet er ihr eine Welt, von der sie bisher keine Ahnung hatte. Ohne es zu merken, verliebt sie sich in den jungen Mann, den sie plötzlich von einer ganz neuen Seite kennenlernt. 

Die Liebe zwischen den beiden Kennzeichnet den unüberwindlichen Unterschied zwischen Unter- und Oberschicht im 19. Jahrhundert. Je mehr man von der Welt der armen "Steckrübenesser" erfährt, desto mehr versteht man Viktor und desto mehr leidet man mit ihm und auch mit Emily mit. In diesem Buch wird nichts beschönigt und bleibt es kein oberflächlicher Liebesroman, sondern gewinnt immer mehr an Tiefe und Emotionen. Es war interessant zu sehen, wie Emily immer mehr in Konflikt mit der ihr bekannten Welt und somit auch mit ihren Eltern und ihrem Umfeld gerät. Tat ich mich am Anfang schwer mit diesem Buch so konnte ich es in der zweiten Hälfte überhaupt nicht mehr aus der Hand legen.

Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob die Handlung wirklich einen Wendepunkt brauchte, so ist der Schluss auf jeden Fall stimmig und war für mich ein guter Abschluss dieses Buches.Fazit:
Dieses Buch hat mich mit seinen starken Charakteren und der stimmigen, spannenden und emotionalen Handlung vollkommen überzeugt. Es lässt den Leser völlig in das 19. Jahrhundert abtauchen und beschreibt dabei die Probleme und historischen Details dieser Zeit sehr anschaulich und interessant. Das Buch hat Ecken und Kanten und ist auf keinen Fall perfekt, doch das ist eher positiv gemeint. Einige Szenen haben mich vor allem durch die tollen Beschreibungen des Autors überzeugt. So machte für mich der Schreibstil einen großen Teil der Anziehungskraft, die dieses Buch auf mich hatte, aus. Einen kleinen Abzug mache ich dennoch, da ich am Anfang wirklich nur sehr schwer in das Buch hineingefunden habe und einige Szenen zu sehr in die Länge gezogen wurden, bis die eigentliche Handlung endlich beginnt. Schlussendlich komme ich also auf 4 Herzen.
♥♥♥♥♥ 


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