[MINI-REZENSION] "Die Frauen der Rosenvilla"

Von Buechersuechtig

Cover


Quelle: Random House

Die Autorin
Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin, die mit ihrem Mann in München lebt. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, hat sich schon seit Jugendtagen für die aufregende Geschichte der Schokolade interessiert – und liebt die wunderschöne Elbmetropole Dresden, aus der ein Teil ihrer mütterlichen Linie stammt.
*Produktinformation*
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453471318
ISBN-13: 978-3453471313
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 3,6 x 18,5 cm
Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
  

Die Geschichte... Anna Kepler hat in Dresden ihre zweite Chocolaterie eröffnet und ihre Liebe zur Schokolade von ihrem Großvater vererbt bekommen, ebenso wie die Familienvilla, die nur "Rosenvilla" genannt wird. Als Anna dem Rosengarten zu seinem einstigen Glanz verhelfen möchte, findet sie bei den Arbeiten eine alte Schatulle, in der sich das Tagebuch befindet, die vor hundert Jahren in der Villa gelebt hat. Da sich unter Annas Vorfahrinnen keine Anna befindet, begibt sie sich auf Spurensuche und enthüllt ein lang gehütetes Geheimnis...
Meine Meinung in Kurzfassung: Kauf-/Lesegrund: Die Geschichte und das Cover haben mich einfach angesprochen.
Reihe: Nein, Einzelbuch
Handlungsschauplatz: Der Schauplatz wurde in die deutsche Stadt Dresden verlegt.
Handlungsdauer: Nach dem Prolog (ein Brief aus dem Jahre 1913) startet die Story im April 2013 und endet im August 2013.
Extra: Am Ende des Romans befinden sich Rezepte, die im Buch eine Rolle spielen.
Hauptpersonen: Die rothaarige Anna Kepler ist im Jahr 2013 32 Jahre jung, entstammt einer Schokoladen-Dynastie und eröffnet aufgrund der großen Nachfrage ihr zweites Geschäft in der Dresdner Innenstadt. Ihren phänomenalen Geschmackssinn hat sie, wie das Familienanwesen, von ihrem geliebten Großvater Konrad Kepler geerbt und beim Anlegen des legendären Rosengartens entdeckt sie in einer vergrabenen Schatulle das Tagebuch von Emma Klüger, die im Jahr 1919 kurz vor ihrem 18. Geburtstag steht und sich in den jüdischen Zahnarzt Max Deuter verliebt hat. Doch wegen des Krieges darf die junge Frau, die in der Rosenvilla wohnt, ihre Liebe nicht zeigen und der Schokoladenfabrik ihres Vater stehen auch schwere Zeiten bevor, denn statt Schokolade werden nun Kekse und Marmelade produziert. Ihre Sorgen und Nöte vertraut Emma ihrem Tagebuch an... Anna und Emma sind sympathische, facettenreiche Protagonisten, die man schnell ins Herz schließt, auch wenn ich nicht immer alle ihrer Handlungen nachvollziehen konnte.
Nebenfiguren: Die Nebenfiguren sind trotz ihrer Vielzahl reizvolle Persönlichkeiten, die sich gut in die Handlung einfügen.
Romanidee: Interessante Grundidee (eine Familiensaga, die einige Geheimnisse birgt und seinen Anfang im Jahr 1892 nimmt), die wunderbar umgesetzt wurde.

Erzählperspektiven: "Die Frauen der Rosenvilla" beinhaltet insgesamt 4 Erzählperspektiven und Zeitebenen, die für Abwechslung sorgen: Im Jahr 1892 (und in den darauffolgenden Jahren) erzählt Helene Waever, wie der wohlhabende Gustav Klüger um sie wirbt und was sie in ihrer Ehe erlebt. Ab dem Jahr 1919 erleben wir gemeinsam mit Emma Klüger die Ereignisse, die bis ins Jahr 1938 führen, wo wir die junge Charlotte kennenlernen, die Schokolade liebt. Die Spur verliert sich danach und bringt uns in die Gegenwart bzw. ins Jahr 2013, wo wir Anna Kepler begleiten. Die Geschehnisse werden aus dem Blickwinkel der 4 verschiedenen Frauen zu unterschiedlichen Zeiten erzählt. Mehr über das Leben von Emma, Charlotte und Helene erfahren wir durch die Tagebucheinträge, in denen sie ihr Innerstes nach außen kehren.
Handlung: Unterhaltsame Familiensaga mit verschiedenen Erzählperspektiven und miteinander verwebenden Handlungssträngen gepaart mit ungeahnten Wendungen, Rätseln & Wirrungen. Man wird förmlich in den Sog dieser aufregenden Familiengeschichte gezogen, denn natürlich möchte man wissen, ob bzw. wie die Geschichten der Frauen zusammenhängen und welchen Ausgang die Story nimmt. Leider enthält der Plot auch einige allzu ausgeschmückte Schilderungen, was dem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch tut.
Schreibstil & Co:  Abgerundet wird die Handlung durch die mitreißende Schreibweise von Teresa Simon, die malerische Sprache und die lebendigen Schauplatzbeschreibungen.
FAZIT: Mit "Die Frauen der Rosenvilla" hat die mir bisher unbekannte Autorin eine wundervolle Familiengeschichte erschaffen, die dank der abwechslungsreichen Story mit vielen verschlungenen Wegen und Geheimnissen, den reizvollen Protagonisten  sowie des ausdrucksstarken Schreibstils ein paar angenehme Lesestunden garantiert. Da mich diese Familiensaga wirklich begeistert hat, vergebe ich wegen der klitzekleinen Mankos knappe 5 (von 5) Punkte.