MINI-REZENSION: "Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte"


Cover

Quelle: Fischer

Die Autorin
Rachel Joyce weiß, wie man Menschen mit Worten ganz direkt berührt. Die Autorin hat über 20 Hörspiele für die BBC verfasst und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Daneben hat sie Stoffe fürs Fernsehen bearbeitet und auch selbst als Schauspielerin für Theater und Film gearbeitet. Ihr erster Roman, ›Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry‹, wurde mit dem Specsavers National Book Award für das beste Debüt prämiert, eroberte in über 30 Ländern die Bestsellerlisten und wird verfilmt. Auch ihr zweiter Roman, ›Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte‹, ist ein großer internationaler Bestseller. Rachel Joyce lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Gloucestershire auf dem Land.
*Produktinformation*
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 1 (21. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3810510815 / ISBN-13: 978-3810510815
Originaltitel: Perfect
Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 4 cm
Leseprobe
Quelle: Fischer *lies mich*

Die Geschichte...
England im Jahr 1972: Der 11-jährige Byron erfährt von seinem gleichaltrigen Freund James, dass in der Zeitung steht, dass in diesem Jahr der Zeit 2 Sekunden hinzugefügt werden sollen. Diese Information lässt den wissensdurstigen Jungen nicht mehr los und so wartet Byron jeden Tag auf den Moment, in dem die 2 Sekunden angehängt werden. An einem nebeligen Tag werden Byron und seine jüngere Schwester von ihrer Mutter zur Schule gefahren und ihre Mutter nimmt eine Abkürzung durch ein ärmliches Stadtviertel. Während der Autofahrt mit dem Jaguar werden endlich die 2 Sekunden hinzugefügt, als seine Mutter einen Unfall verursacht und weiterfährt, als wäre nichts geschehen. Hat sich Byron das Mädchen auf dem roten Fahrrad und den Unfall nur eingebildet oder ist das tatsächlich in den 2 angefügten Sekunden geschehen?
Meine Meinung in Kurzform:
Kauf-/Lesegrund: Nach "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" wollte ich auch das neueste Werk von Rachel Joyce lesen.
Reihe: Nein, gottseidank ein Einzelbuch.
Handlungsschauplatz: Der kleine, englische Ort Crapham
Handlungsdauer: Die Geschichte, die in 3 Teile gegliedert ist, beginnt Anfang Juni 1972, dauert ca. 5 Monate und erzählt danach die Lebensgeschichte der beiden Freunde. Die 70-er Jahre wurden meiner Meinung nach (ich bin ja ein Kind der 70-er) gut eingefangen.
Hauptpersonen: Byron Hemmings ist im Jahre 1972 11 Jahre jung und sehr wissensdurstig. Er stammt aus guten Verhältnissen, wohnt mit seiner zauberhaften Mutter Diana und seiner kleinen Schwester Lucy in einem schönen Haus, denn seit Vater arbeitet viel und kommt nur an den Wochenenden nach Hause. Byron und sein bester Freund James Love besuchen eine Privatschule namens Winston House School. James zählt ebenfalls 11 Jahre, ist sehr klug und bereitet sich schon auf seine vielversprechende Zukunft vor. Byron und James sind zwei altkluge Jungs, deren Ansichten mir öfters ein Schmunzeln entlockt haben.
Nebenfiguren: Die mitwirkendenden Charaktere wie diverse Familienmitglieder, Freunde und Mitschüler sind durchwegs reizvolle Persönlichkeiten.
Romanidee: Originelle Grundidee, auch wenn mich die Umsetzung nicht ganz überzeugen konnte.
Erzählperspektiven: Es gibt 2 Erzählperspektiven auf 2 Zeitebenen: Zum ersten erzählt Byron (in der 3. Person), was 1972 geschehen ist und wie sich 2 Sekunden auf das weitere Leben auswirken können. Und dann schildert ein erwachsener Mann namens Jim, wie er sich in der Gegenwart durchs Leben schlägt, da er einige Ticks und Macken besitzt.
Handlung: Die Story rund um Byron und James ist zwar interessant, aber so richtig begeistern konnte mich "Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte" leider nicht. Neben einigen vielversprechenden Wirrungen & Irrwegen birgt die Geschichte leider auch etliche Längen und sehr ausgeschmückte Schilderungen, was den Lesefluss bremst bzw. die Handlung unnötig in die Länge zieht.
Schreibstil & Co:  Abgerundet wird dieser Roman durch die ausdrucksstarke Schreibweise und eine angenehme Sprache. FAZIT:
"Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte" berichtet davon, wie nur zwei Sekunden das ganze Leben verändern können und regt ein wenig zum Nachdenken an. Mit "Die unglaubliche Pilgerreise des Harold Fry" lässt sich dieses Werk allerdings überhaupt nicht vergleichen und ich muss gestehen, dass mich der aktuelle Roman von Rachel Joyce nicht ganz bezaubern konnte. Deshalb gibt's an dieser Stelle nur  solide 3 1/2 (von 5) Punkte.


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