Mini Malismus räumt auf

Von Clap
Es gibt Menschen, die haben nicht mehr alle Tassen im Schrank – und finden das gut so. Sie nennen das Minimalismus. Weniger ist mehr. Weniger Tassen – mehr Platz. Weniger Bücher – mehr Sozialkontakte. Weniger DVDs – mehr Zeit. Klingt nach blinder Konsumkritik? Nicht ganz. Denn auch Minimalisten telefonieren mit dem iPhone und lesen auf ihrem E-Book. Klar, schließlich ersetzt das elektronische Buch ganze Bücherschränke und das smarte Phone vereint Kamera, CD-Sammlung und Fotoalbum in einem Gerät.
Die Vorteile einer solch minimalistischen Lebensweise liegen auf der Hand: Wer wenig hat, kann wenig verlegen und muss weniger aufräumen. Die 40 Quadratmeter-Wohnung fühlt sich plötzlich an wie ein Loft und: Minimalismus ist die beste Diebstahlversicherung.
Doch im Wesentlichen geht es ums Wesentliche. „Was brauche ich wirklich?“ lautet die Frage aller Minimalisten. „Muss ich mir zu den fünf Kerzenhaltern noch einen sechsten dazu kaufen, nur weil er im Angebot ist?“ „Werde ich wirklich noch einmal einen Blick in diese Zeitschriften werfen?“ Und: „Wie viele Tupperdosen braucht ein Haushalt?“ Sicher, es ist nicht leicht, sich frei zu machen. Doch hat man sich einmal überwunden, wirkt das „Nicht-alles-haben-müssen“ extrem erleichternd. Das zumindest berichten praktizierende Minimalisten. Ihr Leben ist nicht mehr so vollgestopft mit unnötigem Ballast und jegliche Ablenkung hat es schwerer. Das Leben ist schließlich kompliziert genug. Da kann eine Tasse weniger im Abwasch schon helfen.
"Any intelligent fool can make things bigger, more complex, and more violent. It takes a touch of genious – and a lot of courage – to move in the opposite direction." E. F. Schumacher
Weiter lesen: Haste nix, biste was von Benjamin Schulz