Die körperliche Unversehrtheit von Kindern ist in der UN-Kinderrechtskonvention verankert. Trotzdem werden weltweit Millionen Mädchen aufgrund pseudomedizinischer, religiöser oder kultureller Begründungen verstümmelt. „Die Betroffenen sind oft traumatisiert und leiden ihr Leben lang an den Folgen. Besonders skandalös ist, dass in Indonesien weibliche Beschneidung sogar vom Gesundheitsministerium befürwortet wird.
Dies hat eine dramatische Signalwirkung! Genitalverstümmelung ist und bleibt eine Menschenrechtsverletzung auch wenn sie von ÄrztInnen im Krankenhaus praktiziert wird!“, kritisiert Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsfrau von TERRE DES FEMMES anlässlich des Worldwide Day of Genitale Autonomy.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit 140 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Tatsächlich dürfte die Zahl etwa doppelt so hoch sein, denn die WHO ignoriert, dass auch im mittleren Osten und Südostasien die Praktik vollzogen wird. Allein in Indonesien leben nach Schätzungen mehr als 100 Millionen Mädchen und Frauen mit Genitalverstümmelung. Teilweise werden selbst Neugeborene direkt im Krankenhaus ohne Einwilligung der Eltern “beschnitten”.
TERRE DES FEMMES startete dieses Jahr deshalb zusammen mit den Organisationen Watch Indonesia! in Deutschland und Kalyanamitra in Indonesien die Unterschriftenaktion „Genitalverstümmelung in Indonesien – Schutz statt Verharmlosung“. Gefordert wird darin von Indonesien die Einhaltung internationaler Verträge zum Schutz von Kinder- und Frauenrechten wie u.A. die Umsetzung eigener Gesetze gegen Genitalverstümmelung sowie die Aufklärung der Bevölkerung.
Quelle: Terre des Femmes – frauenrechte.de