#metoo !???

Meine anti-feministische These vorab: Seltener, als es im öffentlichen Diskurs den Anschein hat, ist die körperliche Annäherung eines in westlichen Kulturen sozialisierten Mannes an eine Frau zuvorderst von Gedanken an Macht bestimmt oder durch ein tatsächliches Machtgefälle gekennzeichnet (dagegen sprechen schon die Rechtslage und der medial vorherrschende Feminismus). Meist ist die eigentliche Antriebskraft einfach Liebe und Lust (Testosteron etc.). Und damit ist das Motiv an sich erst mal "wohlwollend". Aber: Vielleicht rede ich zu sehr von mir und Männern, die ich kenne. Jedenfalls wird die gegenwärtige Stimmung uns nicht gerecht.
(Teil 1) Sexuelle Belästigung, die ich erlebte, habe ich hier wohl schon mal erwähnt. In der Oberstufe griff mir ein Klassenkamerad in den Schritt. Er starb nur ein paar Jahre später an einer Hirnblutung, und ich ging zur Beerdigung, bei der auffallend viele hübsche junge Frauen anwesend waren. Meine Theorie lautete, dass er homosexuell war und die Frauen davon ablenken sollten. Aber diese Gedanken waren wahrscheinlich nicht ganz objektiv. Das zweite Mal geschah es bei einer Personenkontrolle vor dem Quartier Latin an der Uni, und da es damals schon Piepser gab, nahm ich das dem Security-Mann übel und beschloss, ihm eine dafür zu donnern. Zu seiner Beerdigung wäre ich nicht gegangen.
Beide Vorfälle waren unangenehm, trotzdem würde ich sie nicht hochspielen wollen. Immerhin kann ich mich in diesem Umfang durchaus etwas in Frauen hineinversetzen, die Ähnliches erleben. Allerdings ist die ganze Diskussion, die nun stattfindet, vor allem von männlicher Seite aus verlogen. Von denen, die sich darüber auslassen, wie schrecklich es sei, dass man z.B. Harvey Weinstein jahrelang hat machen lassen, ohne einzugreifen, und die den feministischen Mann fordern, haben garantiert Etliche selbst was auf dem Kerbholz. Wie man an den jüngeren Vorfällen - auch im Zen-Bereich - sieht, kommt nämlich vieles erst zutage, wenn sich mal eine Betroffene öffentlich zur Wehr setzt. Das geschieht häufig nur, wenn die Männer im Renten- oder Greisenalter sind, und regelmäßig melden sich dann - aber erst dann - sehr viele andere, von denen man allerdings nicht selten (wie im Fall Cosby) den Eindruck hat, sie wären Trittbrettfahrerinnen. Diejenigen, der hier ein Urteil fällen und alles auseinanderdröseln sollen, beneide ich nicht um ihren Job.
Statt den Kübel über andere auszugießen und aus Mücken Elefanten zu machen (z.B. ein 26-jähriger Kevin Spacey, der sich auf einen 14-jährigen Jungen gelegt haben soll, in voller Montur, jedenfalls las ich nichts anderes), sollte man mal seine eigene Biografie kritisch beleuchten. In meiner Grundschulzeit (ich bin Jahrgang 1964) habe ich mir mit meinen besten Freunden einen Spaß daraus gemacht, in den Pausen den Mädchen meiner Klasse in den Hintern zu kneifen. Offensichtlich hat sie das so beeindruckt, dass sie mich zum Klassensprecher wählten, obwohl ich beim Sport nicht überzeugte und anfangs sogar mal von anderen Jungs gemobbt worden war. Als Student habe ich nächtens in der Stadt mal eine hübsche Frau aufgegabelt, die dann bei mir zu übernachten wünschte, eine halbe Flasche Rum in meiner Wohnung abkippte und in meinem T-Shirt schlafen wollte. Als ich bei all diesen Zeichen den Gedanken in die Tat umsetzte, da könne wohl mehr laufen, und sie - nach meiner Erinnerung noch ganz sittlich - zu berühren suchte (andere würden sagen: "zudringlich" wurde), wurde sie ablehnend und handgreiflich. Was für eine peinliche Szene, besonders für mich, und ich will gar nicht weiter in die Details gehen. Am nächsten Tag suchte sie jedoch nochmal telefonisch Kontakt zu mir. Der Fall ist ein klassisches Beispiel eines Missverständnisses, allerdings war es nicht das einzige in meinem Leben, und in anderen Fällen, wo ich keine Annäherung versuchte, hörte ich sogar zuweilen im Nachhinein über Dritte, dass die Frauen nicht verstanden hätten, warum ich so desinteressiert geblieben sei, ob ich vielleicht nicht auf Frauen stünde usw. Viele, die das jetzt hier lesen, wissen genau, wovon ich schreibe.
Man darf festhalten, dass es keinen allgemeingültigen Code der Annäherung und Verführung gibt. In einer aktuellen Umfrage, ob anzügliche Witze z.B. schon als sexuelle Belästigung empfunden würden, sagten gut die Hälfte der Britten (und das wäre wohl bei Amerikanern ähnlich) ja, aber nur ca. 20 Prozent der Deutschen. Wenn man nicht gerade bewusst manipulative Methoden und Strategien wie professionelle Aufreißer anwendet ("neurolinguistisches Programmieren" etc.), ist wohl für die meisten von uns das Prozedere ein "learning by doing". Für die meisten von uns dürfte dieser Lernprozess jedoch insgesamt unbefriedigend ablaufen. Ich erinnere mich etwa daran, wie mehrere Studentinnen, die ich darauf ansprach, wie sie sich einem Mann offenbaren würden, der sie interessiert, antworteten, das hätten sie nicht nötig. Es war und ist wohl heute noch mehrheitlich so, dass Frauen nicht den ersten Schritt gehen, jedenfalls nicht den eindeutigen Schritt, der sich wirkliche Blöße gibt und etwas riskiert, und sich gerne Hintertürchen und Rückzugsmöglichkeiten offenhalten. Sogar mein damals bester Kumpel sagte mir, er würde nicht so weit gehen, einer Frau seine Liebe zu gestehen, wenn er nicht sicher wäre, dass sie auf Gegenseitigkeit beruht.
Vor ein paar Tagen war ein Anwalt bei "Markus Lanz", der die neuesten Verschärfungen im Sexualstrafrecht dahingehend kritisierte, dass man heute schon für unverfängliche Berührungen oder ein Küsschen auf die Wange angezeigt werden könne. Diese Impulse schwappen aus dem anglo-amerikanischen Raum zu uns rüber. Was mir als Serien- und Filmfan immer wieder auffällt ist, wie in den USA Künstler zugleich versuchen, progressiv und weltoffen zu sein, gleichzeitig aber überziehen und so den Eindruck erwecken, sie würden schwere eigene Neurosen abarbeiten. Das kann man in Serien wie "Girls" und ihrer konfusen Macherin Lena Dunham sehen, in "Californication" oder aktuell in "Transparent" (einen realistischer Zugang findet man selten, im Moment etwa in "The Deuce" und "Better Things"). Es herrscht große Unsicherheit, wie man sich korrekt (oder "erfolgreich") einander annähern kann, ohne dass es zu Peinlichkeiten oder gar (mehr oder weniger zeitversetzten) schweren Vorwürfen kommt.
Ein Preis, den Frauen dafür bezahlen, sind die tumben Verführungsmethoden, von denen wir nun gerade ausgiebig lesen. Dabei ging es bei Weinstein nicht nur um plumpe Übergriffe, sondern auch um ein System, das Essenseinladungen umfasste oder Methoden wie Massieren durch Frauen, Empfangen im offenen Morgenmantel usw., die von seinen Kritikern wahrscheinlich auch schon einige angewendet haben, nur dass sie vielleicht auf mehr Gegenliebe stießen oder es nicht suchtmäßig dabei übertrieben (der Sänger Morrissey sagte dazu, dass die Frauen, denen ihr sexuelles Entgegenkommen eine Karriere oder Einkommen sicherte, lieber schwiegen). In meinem Bekanntenkreis war einer, der, wenn er eine Frau so weit hatte, dass sie zu ihm kam, was zu knabbern und zu trinken auf den Tisch stellte, die Frau zuquatschte und dann unvermittelt seinen Schwanz zum Masturbieren auspackte. Nach seiner Darstellung führte das häufig genug zum Austausch von Intimitäten, so dass er es lange als Mache beibehielt. Und da liegt ein weiteres Problem, über dass sich Frauen und Feministen klar sein sollten - die Menschen sind nicht alle gleich, und Männer wie Weinstein, die über Jahrzehnte derartige Methoden anwenden, tun es nicht immer aus reiner Sucht und Hilflosigkeit, sondern oft auch, weil sie dabei noch hinreichend "Erfolge" erzielen. Es gibt also Frauen, die auf solche Methoden eingehen, und es gibt Männer, die zumindest einen gewissen Spiel-Raum für Verführung und Annäherung brauchen, ohne gleich dem Verdacht von Machtmissbrauch, Sexsucht oder irgendwelcher üblen Absichten ausgesetzt zu sein. Es sollte auch weiterhin unterschieden werden zwischen einer Einladung zur Massage und dem Vorzeigen von Genitalien, zwischen einem körperlichen Anlehnen und einem Griff in den Schritt, zwischen einem Kuss auf die Wange und einem Klaps auf den Po. Im Moment wird mir zu vieles in einem Atemzug genannt.
In dem Bereich, in dem ich mich nun tummle und der vorwiegend und bis auf Weiteres von "käuflichem Sex" bestimmt ist, ziehen Frauen ebenfalls ihre Grenzen. Sie bestimmen, ob sie überhaupt mitgehen wollen, und sie sagen, ob man an ihren Brüsten saugen und sie küssen darf oder nicht. Kürzlich habe ich eine aufgegriffen, kurz bevor sie in einer Gogo-Bar anheuern wollte (die ich aus verschiedenen Gründen nicht aufsuche). Dadurch machte ich zwar ein "Schnäppchen" (z.B. keine Barauslöse), war aber andererseits auch bereit, ihre Defizite (sie wollte nicht Frau oben und selbst keinen Blowjob machen) hinzunehmen und die offensichtlich "Ausgehungerte" (sie hatte angeblich drei Monate keinen Sex mehr) selbst oral und anderweitig zum Höhepunkt zu bringen. Im Bad sang sie eine halbe Stunde lang selbstzufrieden Lieder, während sie sich die Haare mit meinem Shampoo und Föhn zurechtmachte. Bei der ganzen Sache bleibt die Frage, warum ich überhaupt bezahlen musste und nicht umgekehrt (ich kam nicht mal, ich brauche dazu aktivere und flexiblere Partnerinnen). Ich bedaure diese Begegnung nicht, habe sie vor ihrem ersten Arbeitstag sogar noch einmal einbestellt, aber ich sehe auch ganz klar, wenn eine Diskussion wie nun im Falle Weinstein, Spacey usw. von Heuchlern bestimmt wird. Einer meiner Lieblingsregisseure, Ridley Scott, hat trotz seines hohen Alters und der Tatsache, dass er einen Bruder durch Suizid verlor, Spacey aus seinem neuesten Film herausgeschnitten, so als würde eine nicht mal gerichtsfeste Lawine von Vorwürfen dessen Leistung auf schauspielerischem Gebiet zunichte machen. Mir fehlt es da an Loyalität und mehrseitig ausgerichteter Empathie.
Für mich hat das Folgen. Ich denke daran, mir keine Filme von Scott mehr anzusehen, und habe mein Netflix-Abo nach den letzten Vorfällen um Louis C. K. gekündigt, wo ich zwar "House of Cards" (mit Spacey) eh längst langweilig fand, aber auch einen ähnlich ruinösen Umgang mit Menschen sehe, über die bis jetzt lediglich eine Lawine von Gerüchten rollt, von denen einige im Detail eher lächerliche Vorwürfe beinhalten (wie das o.g. "Drauflegen"). Dieser Sexualneurose, die leider auch einen Freund in unserem letzten Justizminister fand, werde ich bald mit einer Mitteilung zum Fall Joshu Sasaki begegnen.

(Teil 2) Für beobachtende Männer, die Frauen keine Filmkarriere in Aussicht stellen können, auf Status (gewollt oder ungewollt) verzichten und relativ bescheiden wie Weinstein oder Louis C.K. aussehen, ergeben sich natürlich weit weniger attraktive Möglichkeiten. Allerdings registrieren einige von uns genau, wie es mit der nach außen zur Schau getragenen Moral vieler Frauen aussieht, je mehr wir hinter diese Kulissen blicken. Mir hat z.B. gerade eine erzählt, ich solle sie nicht mehr über die Apps kontaktieren, da sie nun bei ihrer Schwester lebe und arbeite, die auch ihr Telefon benutzen dürfe, aber nicht wisse, dass sie zuweilen mit einem Ausländer (der ich hier bin) Sex hat. Wenn Frauen Wert auf diese Art von Heuchelei legen, müssen sie sich nicht wundern, wenn ihr Ansehen bei Männern sinkt. Den Unfähigkeiten vieler Männer stehen die Unfähigkeiten vieler Frauen gegenüber, und wohl dem, der in buddhistischer Versenkung einen klaren, illusionslosen und empathischen Blick darauf gewinnt, ohne sich in dieses blöde Hin und Her verstricken zu müssen.
Ich habe mich in meinem Leben ein paar mal schwer verliebt, meist waren es aber amour fous, unmögliche Beziehungen (was mir natürlich nicht immer klar war), und seit zehn Jahren habe ich überhaupt keine Frau mehr getroffen, die mich so beeindruckt hätte, dass ich eine langfristige Beziehung mit ihr hätte eingehen wollen (die letzte, bei der ich eine leise Hoffnung hegte und die mich selbst offensiv um Nummernaustausch gebeten hatte - eine wunderschöne Handwerkerin - stellte sich als verheiratet heraus). Ich würde aber lügen, wenn ich behauptete, dass der Sex mir keinen Spaß machte. Ich kann freilich eine Frau, die meint, mich ansonsten quasi verleugnen zu müssen, nicht sehr weit über unseren Sex hinaus anziehend finden. Und letztlich scheint es darum vor allem ja auch Cosby, Weinstein und Konsorten gegangen zu sein - die Beschränkung aufs wenig Verbindliche. Dass sie dabei möglicherweise sogar die Grenzen der Legalität (und nicht nur des Anstandes) überschritten haben, ist zweifellos kritikwürdig, aber auch nicht leicht verständlich, weil es für starke - und verquere - sexuelle Bedürfnisse einen Markt gibt, auf dem sich solche Bedürfnisse straffrei kanalisieren ließen.
Meine eigene Lösung aus dem Dilemma der Ödnis umständlicher Annäherungsprozesse einerseits und Freude spontaner Lust andererseits (ich habe vor drei Tagen erst eine Frau auf der Straße angesprochen und dabei einen Ständer bekommen, so geil fand ich sie, und sie hält mich nun schon so lange hin, dass es nichts mehr werden dürfte, weil ich deshalb eine Reise nicht verschiebe), fand ich im beidseitig freiwilligen Austausch von Geld gegen Sex. Klar, ich habe einfacher reden, weil ich auch verzichten kann, zu keinerlei Süchten neige. Ich kenne natürlich auch die Eitelkeiten anderer Männer, die sich einfach diese Blöße nicht geben wollen, die entweder meinen, nicht bezahlen zu müssen (was im Einzelfall auch mal stimmt) oder aber jenen Frauen materielle Angebote machen, die einen derartigen Austausch ablehnen (was man mit etwas Menschenkenntnis irgendwann ganz gut im Voraus weiß). Statt also einfach im auch in den USA vorhandenen Pool von Freudenmädchen zu toben (okay, es sind schon auffallend viele US-Amerikaner in Thailand zugange, vielleicht ist dieser Pool nicht tief genug, und die meisten dieser Typen sind sexsüchtig und sagen dumme Dinge, wie, dass Sex mit einem Kondom entscheidend anders sei), ziehen sie diejenigen Frauen in ihre Gelüste hinein, von denen ich schon früh im Leben verstanden habe, dass sie nicht mit mir auf einer Wellenlänge in diesem Bereich liegen. Für einen Mann wie mich, der keine Kompromisse an eine feste Beziehung machen will (keine nur arrangierte Ehe, keine nur beste Freundin als Partnerin usw.), sondern die sexuelle Erfüllung als Teil halb wahnsinniger Liebe für unabdingbar hält, ist die Auswahl an Partnerinnen in meiner Lebenszeit nicht bloß aufgrund meines eigenen Alterungsprozesses immer geringer geworden.
Es liegt wahrscheinlich daran, dass ein Virus der Asexualität (genauer: eine asexuelle Ideologie, die den Körper zu belügen sucht), besonders von den USA ausgehend, die heutige Diskussion so sehr infiziert, dass man meint, ein 14-jähriger, auf den sich ein Erwachsener legt, würde schon ein signifikantes Trauma davontragen müssen. Hinter der ganzen gekünstelten Aufregung steckt verbreiteter sexueller Frust. Sonst würde gleich einer dagegenhalten und sagen, wie es ist, wenn man als nicht-schwuler Erwachsener sein Geld für Nachhilfestunden kassieren will und der 14-jährige Schüler es sich demonstrativ tief in seine Jogginghose steckt, direkt neben sein sichtbar anschwellendes Glied, und einen auffordert, es sich doch zu holen. Hätte Kevin sich da zwei Mal bitten lassen, und hätte ihn das nicht erst recht in die Scheiße reiten können? Wie viele schwule Beziehungen haben andererseits schon auf ähnliche Art begonnen? (Wobei der Fall in den USA auch wegen anderer Schutzaltersgrenzen als bei uns hochgespielt werden kann.) Ich kannte eine Schülerin, die ein Verhältnis mit ihrem Lehrer hatte, und aus meiner Mittelstufe hatten einige Sex mit unserer Erdkundelehrerin, die sich die Jungs selbst zu sich einlud. Für mich besteht kein Zweifel, dass es dafür mal eine gewisse Toleranz gab, die heute durch mehr und mehr Gesetze in Gefahr gerät. Wofür auch die verantwortlich sind, die es genossen haben, jetzt aber vor lauter Missbrauchswahn den Mut verlieren, ihre Geschichten zu erzählen. Als mir mal die Schwester meiner damaligen Partnerin in der Disko in den Schritt griff, habe ich ganz anders reagiert als in den eingangs genannten Fällen: Ich war genauso überrascht, wurde aber geil auf sie und empfand das als Kompliment.
#metoo müsste also auch heißen, dass nun die mal Tacheles reden, die die Sache anders erlebt haben, die ihren Schwanz rausholten und so zu ihrer ersten Freundin kamen, deren Selbstbewusstsein mächtig zunahm, nachdem sie ihre Lehrerin gebumst hatten oder denen es als 14-Jährige gelang, Erwachsene zu verführen. Es sollen auch die reden, die genau beobachtet haben, wer mit höchster statistischer Wahrscheinlichkeit in der empfindlichen Phase der Pubertät am ehesten bei gleichaltrigen Mädchen landen konnte und wer nicht - und damit die erste große Illusion genommen bekam, dass es der Mehrheit der weiblichen Wesen eher um innere Werte als um Äußerlichkeiten ging. Einige wurden aus diesem Frust heraus zu Weinsteins, und vielleicht fiel sogar noch eine Ehefrau für sie ab, die tatsächlich das Beste aus ihnen herauskitzelte und den Anstand verkörperte, von dem sie immer in der Populärkultur und von ihren bürgerlichen Eltern gehört hatten. Was einer wie Weinstein begreifen müsste, ist, dass er sich Illusionen über seine Attraktivität und die sexuelle Willigkeit oder besser: Verfügbarkeit von Frauen macht. Einer, der sich vor Frauen unvermittelt entblößen muss oder dergleichen, tut mir leid. Es geht ihm schlechter als mir, trotz seines Geldes und Einflusses.
Ich verschwende damit keine Zeit, neulich bekam ich von meiner nur gelegentlich genutzten App (die hier auch schon Thema war) eine Warnung, ich würde nun "moderiert" und könne bei weiterem Fehlverhalten rausfliegen. Was damit gemeint war, wurde nicht präzisiert, aber einen Tag zuvor hatte mich - nach langer App-Pause - eine Frau, die ich fragte, ob sie "short time" - also eine kurze Nummer - wolle (was ich mit dieser App schon hundert Mal getan und dabei nicht nur zuweilen guten Sex, sondern sogar mal eine richtig romantische Frau mit hochaufragendem Model-Körper abbekam), mit der Gegenfrage, wie viel ich zahlen würde, konfrontiert. Auf meine Antwort (die darauf hinauslief: 80 % mehr als ich üblicherweise für die zahle, die ich seit Jahren kenne), sagte sie nur "Sorry". Ich darf nun also annehmen, dass die Frau eingeschnappt war, dabei ist es nicht das erste Mal, dass mir völlig überzogene Forderungen mehr oder weniger deutlich begegneten. Auch das ist eine Seite vieler Frauen - und zwar innerhalb wie außerhalb dieses Gewerbes -, und ich kann mit Gewissheit sagen, dass es (mir) das nicht wert ist. Genausowenig wie faule Kompromisse oder der Versuch, die Wünsche von Frauen zu befriedigen, die sich den Manne gern nach ihrem Bilde machen.

P.S.: Den App-Betreibern schrieb ich vor dem Deinstallieren noch, sie sollten schleunigst die Bereiche von Käuflichen und Romantikerinnen trennen. Darauf besteht aber wenig Hoffnung, denn wo Frauen sich strafbar machen, wenn sie ihre sexuellen Dienste gegen Bezahlung anbieten, ist Heuchelei vorprogrammiert. Auch diese wird von einem beträchtlichen Teil der Feministinnen und Feministen gefördert.

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