Menschenrechtsanwalt soll mundtot gemacht werden

Menschenrechtsanwalt soll mundtot gemacht werden Sakineh Mohammadi Aschtiani (سکینه محمدی آشتیانی) war bereits vor einem ordentlichen Gericht zum Tode durch Steinigung verurteilt worden. Ihr Verbrechen: Außerehelicher Sex!

Ihr Anwalt Mohammad Mostafaei (محمد مصطفایی), der fast ausschließlich die Ärmsten der Armen und sog. “aussichtslose” Fälle verteidigt, konnte auch dieses Mal einerseits die Weltöffentlichkeit auf das Schicksal seiner Mandantin Aufmerksam machen und andererseits Erfolge vor Gericht verbuchen.

Der Strafverteidiger konnte mit der Begründung, dass Fr. Mohammadi bereits mit 99 Peitschenhieben wegen des selben “Verbrechens” bestraft worden ist, ihre Steinigung aufhalten.

Menschenrechtsanwalt soll mundtot gemacht werden

Bereits einige Tage nach dem günstigen Urteil wurde Dr. Mostafaei innerhalb kürzester Zeit mehrmals von unterschiedlichen Behörden (Anwaltskammer, Staatsanwaltschaft etc.) zu Verhören zitiert.

Zuletzt wurde er angewiesen, sich im Evin-Gefängnis einzufinden. Doch bevor er dieser Vorladung am nächsten Arbeitstag nachkommen konnte, wurden seine Frau sowie sein Schwager (beide haben mit der Tätigkeit des Anwaltes nichts zu tun) ohne Angabe von Gründen verhaftet.

Mostafaei beklagt nun zurecht, dass seine Frau und sein Schwager von der iranischen Justiz als Geisel festgehalten werden, um an ihn heranzukommen.

[UPDATE]: Zwei Tage nach der Festnahme der beiden wurde auch der Schwiegervater von Dr. Mostafaei verhaftet. Er und sein Sohn sind Gestern Abend wieder freigelassen worden. Frau Mostafaei befindet sich jedoch noch weiter in Haft.

[UPDATE 2]: Es wurde per 7.8. bekannt, dass nun auch die Frau Mostafaei freigelassen wurde.

Mostafaei ist im Augenblick untergetaucht und will sich der iranischen Justiz zur Verfügung stellen, sobald die Geiselhaft seiner Familie aufgehoben ist.

[UPDATE Siehe unter]: Mostafaei beantragt Asyl

Quelle: RAHANA (Human Rights House of Iran)

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