Meinung zur aktuellen Werbeaktion von ElitePartner

Meinung zur aktuellen Werbeaktion von ElitePartner
Ladies & Gentlemen,
auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es sich bei diesem Plakat um die gelungene Werbung einer Dentalklinik handelt. Lautet doch der Slogan einer bekannten Zahnklinik: "Lachen ist das zweitbeste, was man mit einem schönen Mund machen kann..." 
Bei ElitePartner, deren Plakate in diesen Tagen auf den Straßen an allen Ecken zu sehen sind, dürfte ein schönes Lachen zwar ebenfalls eine Rolle spielen, aber hier sprechen wir nicht über Zahncreme oder eine Zahnklinik, sondern es geht um eine Internet-Partner-Agentur.  
"Liebe ist kein Zufall"
Nach meiner Meinung ist dieser Spruch unsinnig. Denn jeder weiß: Liebe ist Liebe. Und Zufall ist Zufall. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Schlicht würde es doch auch klingen, wenn man etwa sagen würde: "Bleistift ist kein Tischtuch".
Hinzu kommt, dass die Definition des Begriffes "Liebe" bei näherem Hinsehen sich sehr kompliziert gestaltet. Ähnlich schwierig verhält es sich mit der Definition von "Zufall". 
Zwar leuchtet es ein, was ElitePartner mit "Liebe ist kein Zufall" ausdrücken will: Die Agentur will dem Zufall auf die Sprünge helfen, um das Kennenlernen entsprechender Singles mit Hilfe eines Computer-Algorithmus herbeizuführen - und anschließend gegebenenfalls Liebe anzubahnen. 
Aber auch das ist nicht zutreffend, denn an den Internet-Partner-Börsen gilt genau wie im realen Leben: Es ist sowohl vom eigenen Verhalten des Suchenden als auch vom Zufall abhängig, ob - und welchen Partner man findet. 
Hierzu ein Beispiel:
Eine 68-jährige Rentnerin, graumeliert, mit 1,88 Körpergröße gewiss nicht leicht zu vermitteln, sucht via Singlebörse einen impotenten Mann. Von Sex will sie nichts wissen. Bedingung ist außerdem, dass ihr künftiger Partner in der Nähe ihres Wohnortes leben muss. Er soll unbedingt Hunde und Katzen lieben, weil die Frau neben 4 großen Hunden auch noch 16 süße Katzen in ihrer kleinen Wohnung beherbergt.
Kein Wunder, dass die Computer der Partnervermittlung bei der Suche nach dem "Richtigen" regelmäßig wegen Überhitzung durchschmorten. Und so warf denn die Frau nach einem Jahr der vergeblichen Suche frustriert das Handtuch und machte sich daran ihr Profil zu löschen... Doch als sie gerade die Löschtaste drücken wollte, sah sie zu ihrer grenzenlosen Freude, dass sich in ihrer Mailbox ihr Wunschpartner eingefunden hatte. - Nachdem Mann und Frau sich wenig später zum ersten mal persönlich begrüßt hatten, sagte die Rentnerin: "Ich sehe, meine Hunde mögen Dich...! Und welch ein glücklicher Zufall! Meine Hand war schon an der Löschtaste. Nur eine Minute später, lieber Harald, - und wir wären uns nie begegnet. So. - Aber jetzt darfst Du die Katzen füttern..." 
Möglicherweise mag mein Beispiel ein wenig überzogen klingen. Aber die Wirklichkeit hält stets viel drastischere Dinge bereit, als jene, die man sich ausdenken mag. Nicht nur das aktuelle politische Geschehen macht das täglich deutlich.
Es mag außerdem sein, dass ElitePartner unsere Katzen-Mutter erst gar nicht in den erlauchten Kreis ihrer "elitären Mitglieder" aufgenommen hätte. Fakt ist aber, dass ElitePartner mit der sehr breit gestreuten Werbeaktion aktuell sehr viel Geld in die Hand nimmt, um den Kreis der Mitglieder drastisch zu erweitern und um (noch) mehr Umsatz zu generieren. Dass das - trotz 'handgeprüftem' Profil - jeglichen elitären Ansprüchen zuwider laufen muss, kann man sich vorstellen.  (Blogbeitrag wird fortgesetzt) -- Peter Broell