Meine zehn Gedanken zum 18. Forum Neue Energiewelt

War das jetzt eine Aufbruchsstimmung beim 18. Forum Neue Energiewelt in der vergangenen Woche? Ich bin mir nicht sicher wie ich die Stimmung deuten soll. Aber sicher ist, es geht voran und der Optimismus war wieder da. Die Energiewende kommt, darauf deutet vieles hin, wie sinkende Preise und das Umschwenken der Industrie. Es ist nur die Frage wie lange es dauert und welche Rolle deutsche Unternehmen dabei spielen. Das sind schon ein paar der Gedanken, die ich vom Forum mitgenommen habe. Insgesamt zehn Gedanken und Eindrücke habe ich festgehalten.

Vielleicht ist es gut, dass die Regierungsbildung noch unklar ist. So muss sich die Branche der erneuerbaren Energien auf die eigenen Stärken konzentrieren. Der Markt ist sehr stark reguliert und dementsprechend von der Politik abhängig. Dennoch gibt es heute viele Möglichkeiten mit innovativen Technologien und Geschäftsmodellen die Energiewende voran zu bringen. Zahlreiche Start-ups mit tollen Ideen zeigen was alles möglich ist

10 Gedanken zum 18. Forum Neue Energiewelt

Die Reihenfolge sagt nichts aus über meine Wertung, mehr wie sie mir in Erinnerung geblieben sind.

1. Regulierung sollte mehr Mut zeigen:

Deutlich wird die neue Phase der Energiewende, wenn sich einstige Größen der Energieversorgung, die für eine atomar-fossile Energiewirtschaft stehen, hinstellen und von der Politik mehr Mut zeigen. So hat sich Vattenfall beim 18. Forum Neue Energiewelt klar zur Energiewende bekannt. Das Ziel des Unternehmens lautet heute innerhalb von einer Generation frei von fossilen Energien zu sein. Zudem hat Claus Wattendrup von Vattenfall Deutschland von der Politik mehr Mut gefordert, wir brauchen mehr 100 - 200 GW Photovoltaik.

Das wünscht sich die Energiebranche von der Politik: Claus Wattendrup von @Vattenfall_De #ForumSPX @Energiewelt_AG 2/6 pic.twitter.com/Ixpl0aLlf4

- Charlotte Behm (@CharlotteBehm) November 16, 2017

Claus Wattendrupp, CEO von @Vattenfall_De wünscht sich von Politik mehr Mut für die Energiewende, statt nur die bisher in Sondierung genannten Ideen von gestern #ForumSPX

- Andreas Kuehl (@energynet) November 16, 2017

2. Branche muss sich weiter professionalisieren:

Der Anfang der Energiewende war einfach. Man hat bisher diejenigen erreichen können, die interessiert und aufgeschlossen sind. Jetzt müssen aber Produkte angeboten werden, die auch alle anderen erreichen. Damit kommt die schwerste Arbeit erst noch, so Holger Krawinkel von MVV. Sein Beispiel sind PV-Anlagen und Batteriespeicher, die bisher ein Zusatzprodukt sind und künftig mehr als Bestandteil des Gebäudes betrachtet werden können.

Speicher werden zum Commodity-Produkt. Dr. Holger Krawinkel von @MVV_Partner bei #ForumSPX pic.twitter.com/Jqc7HFgzIX

- SPEICHER-BAR (@speicher_bar) November 17, 2017

3. Digitalisierung verändert viele Angebote auf dem Markt

Spätestens durch die Möglichkeiten der Digitalisierung ist die Zeit der reinen Stromlieferung vorbei. Ein Beispiel war das Angebot von Fresh Energy, die z.B. anhand der Anzahl der Zyklen der Geschirrspülmaschine dem Kunden automatisch neue Tabs zuschicken können. Ein ganz neues Beispiel ist enyway, eine Ausgründung von Lichtblick, die einen Marktplatz bieten für den direkten Stromeinkauf vom Erzeuger.

4. Blockchain ist kein Allheilmittel

Digitalisierung bedeutet nicht Blockchain, da kommen noch viele weitere Schritte davor.

#Blockchain ist nicht die 42 der Energiewende, wir brauchen mehr für die Digitalisierung, Tobias Federico von @EnerBrain #ForumSPX pic.twitter.com/VS1WEqfn2p

- Andreas Kuehl (@energynet) November 16, 2017

5. Es geht auch darum wirtschaftlich mithalten zu können:

Dafür kann man zurück blicken auf die Produzenten von Solarmodulen, die es in Deutschland nicht mehr gibt. Aber man kann auch auf die Automobilwirtschaft blicken. So zeigte sich der Leiter von Heraeus Photovoltaics davon überzeugt, dass wir in fünf bis zehn Jahren in Baumärkten ein Elektroauto aus China für 9.999 EUR bekommen werden.

6. Kunde kommt in den Blickpunkt der Energiewirtschaft mit neuen Angeboten

Auch wenn dieser Punkt vielleicht zur Digitalisierung passen würde, heute werden die Kunden mit vielen neuen Angeboten angesprochen. So gibt es verschiedene Stromangebote in Verbindung mit Sportvereinen, Bundle-Angebote, Flatrate-Angebote wie in der Telekommunikation oder verschiedene Angebote für die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Letzteres wird heute auch von den großen Versorgern, wie E.ON und Vattenfall angeboten.

Nur mit der Wechselbereitschaft passt das Angebot noch immer nicht zusammen. Denn diese ist nach wie vor gering.

7. Ist Sektorkopplung heute schon sinnvoll?

Interessant war der Einwand, es noch zu früh sei sich um Sektorkopplung Gedanken zu machen. Wir haben erst 35 Prozent erneuerbaren Strom im Netz. Diese Diskussion darf nicht zu einer weiteren Bremse für erneuerbare Energien werden.

Sektorenkopplung ist eher nächste Bremse für Erneuerbare Energien, noch haben wir den Strom doch noch gar nicht aus EE! @vispiron #ForumSPX pic.twitter.com/jZKO9NyGuw

- Neue Energiewelt AG (@Energiewelt_AG) November 16, 2017

8. Wandel von Energieunternehmen dauert

Wir beschweren uns ja oft, dass die Energieversorger zu unbeweglich sind und die Änderungen nicht oder zu langsam mitmachen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dort sitzen viele Mitarbeiter, die 30 Jahre oder mehr in der Energiewirtschaft arbeiten. Heute sagt man ihnen, was ihr bisher gemacht habt war falsch, ihr müsst jetzt anders arbeiten. Dass das nicht jeder mitmacht oder blockiert wird, ist nur menschlich.

9. Energiewende findet weltweit statt

Weltweit wächst die Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie an. Deutschland hat daran aber einen immer geringeren Anteil . Noch gibt es deutsche Unternehmen, die an der Entwicklung partizipieren können, dank guter Zusammenarbeit mit der Forschung.

10. Hoffnung auf steigende CO2 Preise

Große Hoffnung setzen viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 18. Forum Neue Energiewelt auf steigende CO2 Preise. Damit werden fossile Energieträger immer unrentabler erneuerbare Energien benötigen weniger oder keine Förderung. Damit könnte auch die, bislang immer komplexere, Regulierung vereinfacht werden.

Doch wirklich realistisch ist die Aussicht auf höhere Preise für CO2 Emissionen nicht. Selbst wenn Deutschland sich dazu entschließen würde, könnte nur ein Teil der EU davon überzeugt werden sich zu beteiligen.

Fazit

Reicht das für eine Aufbruchstimmung? Zumindest ist mittlerweile mehr Unterstützung durch die Wirtschaft vorhanden. Aber es bleibt für alle Beteiligten noch viel Arbeit und ein langer Atem ist nach wie vor nötig.

Waren ein paar provokante Gedanken dabei? Sieht jemand manches anders? Ich bin gespannt auf Kommentare und Reaktion.


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