Meine Schmonzetten Beichte

Nachdem ich euch hier seit über einem Jahr an meinen Höhenflügen auf den Schwingen der Kollegen Dostojewski, Dickens, Brontë und ähnlich eloquent klingenden Genies teilhaben lasse, muss ich heute mal was beichten... 
Ich bin eine Schmonzetten Queen. 
Ich bin eine Schmonzetten Queen! Zwar kaufe ich meine Schmonzetten nicht wahllos (also nicht diese Gruseligkeiten mit den weichgezeichneten Muskelpaketen auf dem Cover und auch nicht diese "er versenkte den Speer seiner Liebe in ihrer Quelle der Leidenschaft" -äh - oder so - Geschichten) aber seitdem ich ungefähr 15 bin, warte ich sehnsüchtig auf jedes neue Buch von Susann Elizabeth Phillips


Meine Schmonzetten Beichte Zum Beispiel auf dieses hier. Eine meiner absoluten Lieblingsgeschichten. Honey Moon ist 16 und im Freizeitpark ihrer Verwandten aufgeachsen. Als ihr Onkel stirbt, fängt sie an zu Walt Disney zu beten, dass der Freizeitpark einen Investoren findet. Stattdessen wird sie zum Kinderstar einer berühmten Fernsehserie und zu einem unausstehlichen kleinen Ekel. Bis sie sich in ihren Co-Star verliebt, der so alt ist, dass er ihr Vater sein könnte. Dieses Buch ist übrigens uncharakteristisch komplex für Frau Phillips und vielleicht deshalb mein Liebling, aber die anderen Bücher sind auch toll. Ich bin loyal. Seitdem ich damals über diese zuckersüßen Glücklichmachergeschichten gestolpert bin, liebe ich die Bücher heiß und innig. Was eventuell dazu führen könnte, dass ich bei dieser Autorin nicht objektiv sein kann.  Wenn ich nämlich objektiv wäre, müsste ich wahrscheinlich zumindest ein paar der folgenden Aspekte bemängeln:

  • die Geschichten haben jedesmal den gleichen Aufbau
  • die Männer sehen immer gnadenlos gut aus
  • haben dabei aber einen Lattenschuss, dass es knallt und müssen von den Frauen "gerettet" werden
  • und zwar von Frauen, die total normal aussehen, von ihren Wunderknaben aber für die schönste Frau der Welt gehalten werden
  • regelmäßig finden die Männer mit Mitte 30 zum ersten mal eine Frau der sie vertrauen können
  • die Geschichten sind vorherrsehbar wie Wackelpudding
  • und komplett unrealistisch (Kann schonmal passieren das die Hauptfigur am Ende Präsidentin der Vereinigten Staaten wird!) 
  • noch tausend andere Dinge die anspruchsvolleren Leserinnen wahrscheinlich die Haare zu Berge stehen lassen.

Außerdem haben die Damen, wenn sie denn überhaupt schon Erfahrung haben, die abenteurlichsten Gründe dafür, warum sie ihren vorherigen Mann (es ist selten mehr als einer) nicht geliebt haben. Unter anderem schon vorgekommen:

  • Er war schwul
  • Er war ein verbrecherischer Fernseh-Priester
  • Er war ein Transvestit
  • Er war zu perfekt (auch das kommt vor, hallo?)


Interessierts mich? Nö. Auch wenn ab und zu mal ein Flop dabei ist (niemand ist perfekt Frau Phillips, Ihnen verzeihe ich das!) habe ich die meisten der Bücher mittlerweile so häufig gelesen, dass ich die Lebensgeschichten der Figuren wesentlich besser kenne, als zum Beispiel die unserer Politiker. 
Sobald ich ein Buch von Susann Elizabeth Phillips zuklappe fühle ich mich, als hätte ich ein Honigkuchenpferd gefrühstückt. Am Ende landen sie sich immer in den Armen, kriegen Kinder und haben ihren perfekten Lebensweg gefunden. (Wer mir jetzt was von Spoiler erzählt, wird ausgelacht!) Und da ich das von vorne herein weiss, erwarte ich das auch. Zu den fiesesten Dingen die man mir buchtechnisch antun könnte, würde definitiv ein Phillips Roman ohne vorhersehbares Ende gehören. Übrigens schaffen es bei Frau Phillips immer alle, in ihrem absoluten Traumberuf groß rauszukommen. Im echten Leben wäre auch das wohl eher unwarscheinlich, da die Männer vorzugsweise Sportprofis in der Topliga sind und die Frauen mit Berufen wie Kinderbuchautorin/ Imkerin/ Schmuckdesignerin reich werden. Naja man kann ja träumen, richtig? Wie gesagt, manchmal werden sie auch Präsidentin von Amerika.
So. Nachdem ich nun gebeichtet habe, möchte ich euch natürlich konvertieren. Lasst euch nicht erzählen, Literatur müsste anspruchsvoll sein. Das ist nämlich hier nicht nötig, weil die Bücher so gnadenlos witzig, herzlich und vollgepackt mit liebenswerten Figuren sind! Außerdem schafft Frau Phillips es irgendwie, eine eigentlich gleiche Geschichte in immer neue, mehr oder weniger aufregende Situationen zu packen. Und das beste: Man muss die liebgewonnen Figuren nicht aufgeben, denn sie tauchen wahrscheinlich in irgendeinem Folgeband wieder auf. Als Mutter, große Schwester, oder jetzt erwachsenes Kind mit eigener Geschichte. Hach, ich find das soooo schööön. 
So. Das alles hab ich euch erzählt weil ich gerade den aktuellen Roman "The great escape" zu Ende gelesen habe. Er ist eine Parallelerzählung zum letzten Band, in dem Lucy Jorik (bekannt als störrischer Teenager aus "First Lady") vor ihrer eigenen Hochzeit mit Sunnyboy Ted Beaudine (bekannt als kleines Genie aus "Fancy Pants") flüchtet. Nachdem der letzte Band "Call me irresistible" den weiteren Verlauf der Geschichte aus Teds Sicht schildert. Der sich übrigens ein paar Wochen nach der Hochzeit gleich mal in Lucies beste Freundin verliebt. PROBLEM DAMIT?

Niemand meckert an meinen Lieblingsschmonzetten rum! (Geht und ärgert Frodo!) Jedenfalls hab ich den grad zugeklappt und fühl mich schon wieder ganz kugelig vor lauter Schmonzetten Glück. Rezension ist quatsch, wie gesagt die sind eh alle gleich, aber im Laufe der Woche stelle ich euch meine fünf Lieblingsbücher von Frau Phillips vor.


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