Meine ganz persönliche Buchgeschichte

Bei Buchgesichter gibt es eine superschöne Idee: dort kann man eine Buchgeschichte zu einem beliebigen Buch schreiben.

Schade nur, dass das Buch, zudem ich eine ganz persönliche Buchgeschichte zu erzählen habe, nicht im Sortiment ist. Das liegt sicher an dem Alter des Romans, denn dieser ist bereits aus dem Jahr 1967. Daher dürft Ihr sie hier nun lesen…

Süße unschuldige 12 Jahre alt war ich damals, als meine Mutter sich zu sich rief und mir das Buch “Dörte” von Resi Flierl in die Hand drückte. Sie wußte ja, dass ich gerne lese und durch ihre Arbeit als Bibliothekshelferin hat sie mir immer wieder einmal ein paar tolle Bücher mitgebracht. Wie sehr dieses eine mein Leben verändern würde, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Und natürlich auch nicht, dass ich jemals eine Buchgeschichte dazu schreiben würde.

Dörte ist ein junges Mädchen, dass versucht mit sich, der herannahenden Pubertät, ihren Eltern, ihrem kleinen Bruder und der DDR-Realität ins Reine zu kommen. Nicht so einfach das Ganze, wenn man von allen als kleines Mädchen behandelt wird, sich aber selbst ja schon so erwachsen findet.

Kurz vor den Sommerferien entbrennt ein heißes Wortgefecht in der Familie, da Dörte auf keinen Fall zu den Großeltern verschickt werden will. Sie ist der Meinung, sie schafft das auch schon sehr gut alleine zu Hause. Schlußendlich erkennen die Eltern, dass es wohl das Beste ist, ihrer Tochter diese Chance zu geben und mit der Auflage, sich etwas von einer befreundeten Frau unterstützen zu lassen, darf Dörte daheim bleiben.

Durch Zufall, bzw. durch Langeweile findet sie bei der Freundin Unterlagen, die sie nie zu Gesicht bekommen sollte: eine Adoptionurkunde! Ihre Eltern waren gar nicht ihre richtigen Eltern!

Total durch Wind, verletzt, enttäuscht und wütend begibt sich Dörte auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Und findet diese und die erste Liebe.

Soweit zu der Story. Ich habe dieses Buch damals verschlungen und seitdem ist es eines meiner Lieblingsbücher, das ich immer wieder einmal zur Hand nehme. Warum? Nicht nur wegen der Tränen heraufbeschwörenden Story, sondern vor Allem wegen dem, was danach geschah.

Meine Mama rief mich nämlich zu sich und fragte, wie mir denn das Buch und die Geschichte so gefallen hat. Ich habe sie sicher ziemlich verdattert angeschaut, denn über die Bücher redeten wir eigentlich selten. Ich weiß noch, dass im Fernsehen so eine doofe Volksmusiksendung lief. Schon eigenartig, was man sich so für Bruchstücke merkt.

“Die Geschichte ist toll: traurig, aber trotzdem schön”. So in etwa werde ich ihr geantwortet haben. Erstaunlicherweise war sie den Tränen sehr nah und hat ihrerseits nach den passenden Worten gesucht. Da wurde mir schon sehr flau im Magen und ein Teil von mir ahnte wohl auch schon, was sie mir zu sagen hatte.

Es verhielt sich nicht ganz so, wie bei Dörte, doch ich erfuhr nun, dass mein Paps nicht mein leiblicher Vater ist. Uuups. Schwere Kost. Meine Reaktion darauf weiß ich nicht mehr. Ich kann heute nur sagen: solche wichtigen Dinge sollten Kinder so früh wie möglich wissen, damit es ihnen nicht so geht wie Dörte. Und daher bin ich froh, es gesagt bekommen zu haben und nicht durch Zufall darüber gestolpert zu sein.

Sicher hatte auch ich den Satz: “Was willst du? Bist doch gar nicht mein richtiger Vater.” des öfteren im Kopf. Ob ich so dumm war, ihn jemals auszusprechen? Auch daran kann ich mich nicht erinnern. Ich hoffe nicht. Aber als Teenie sagt man ja Dinge, die jenseits von Gut und Böse sind.

Das ist also meine Buchgeschichte zu “Dörte”. Ich glaube, ich sollte es mal wieder lesen…


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