Meine ersten "Polygenic Scores" (Artikel-Serie: Meine Gene, Teil 6)

Eine neue Auswertung durch die Firma "Genomelink" (Mai 2019)


Eine Werbeanzeige auf Facebook hat hat mich darauf gebracht, meine sequenzierten Gendaten von einer Firma mit Namen "Genomlink" (1) auswerten zu lassen. Im folgenden die bislang mir kostenfrei zugänglich gemachten Ergebnisse. soll dabei heißen: "ja, kann ich bestätigen" (anhand meiner selbst und/oder meiner genetischen Verwandten). ✗ soll heißen: "hm, kann oder will ich so auf den ersten Blick erst mal nicht bestätigen".

A. Persönlichkeitsmerkmale:


a) Ich besitze geringe Belohungsabhängigkeit! Aha, super!, ich KANN auf Bonbons verzichten im Marshmallow-Test.

b) Ich besitze überdurchschnittliche Offenheit ("einfallsreich, originell, erfinderisch, phantasievoll, intellektuell neugierig, offen für neue Ideen, interessiert an Ästhetischem wie Kunst, Musik und Poesie, mit Vorliebe für Abwechslung (statt Routine), Neigung zu neuen Aktivitäten, neuen Reisezielen, neuem Essen usw., aufmerksam für eigene und fremde Emotionen" - laut Wikipedia)

c) Ich bin weniger verträglich (lt. Wikip. "Menschen mit niedrigen Werten werden als streitbar, egozentrisch, gegensätzlich und misstrauisch gegenüber den Absichten anderer beschrieben. Sie verhalten sich eher wettbewerbsorientiert als kooperativ." Aha, und das Gegenteil: "Personen, die verträglich sind, zeichnen sich durch Altruismus und Hilfsbereitschaft aus. Hohe Werte bei diesem Persönlichkeitsmerkmal sind charakterisiert durch Adjektive wie mitfühlend, nett, warm, vertrauensvoll, hilfsbereit, kooperativ und nachsichtig.") Na, vielen Dank auch. , ✗


d) Ich habe eine angebllich weniger ausgeprägte Tendenz auf dem Gebiet des "novelity seeking", Neuerungssucht, dem stärkeren Reagieren auf neue Situationen. Dies wird mir gesagt anhand des polygenic score von 10 SNP's, die in europäischen Populationen untersucht wurden. Immerhin. Wenn ich das aber recht mitbekommen habe, ist auch diese Eigenschaft verschaltet in hunderten oder tausenden von SNP's, weshalb auch diese Angabe vorläufig nicht besonders viel bedeuten muß. Übrigens ist das in früheren Beiträgen dieser Serie schon erwähnte - wie man finden kann sehr aussagekräftige - SNP rs 1800955 dabei (noch?) gar nicht berücksichtigt. ✗


B. Intelligenz:


a) unterdurchschnittliche Intelligenz!!!! "The aggregate effect of an array of SNPs predicted 22-46% of variance in intelligence." Meine Gene wurden ausgewertet durch Vergleich mit den Ergebnissen dieser Studie von 2014 (an einer europäischen Versuchsgruppe), und zwar offenbar nur aufgrund der Tatsache, daß ich für das SNP rs13387221 GG habe. Gut, dann BLEIBT also noch allerhand Spielraum. - Aber hier scheint doch zum ersten mal zumindest der Versuch gemanch worden, für mich einen "polygenic score" betreffend Intelligenz zu erheben!!!!! Es geht also WEITER!!! Das kann einem gefallen. ✗

b) durchschnittliche mathematische Fähigkeiten. ("The ability to do math well, like intelligence, is a complex and highly polygenic trait. This means that many genes are involved.") Und die Aussage hinsichtlich "durchschnittlich" ist nur anhand einer Untersuchung an einer ostasiatischen Versuchsgruppe gewonnen worden (und zwar anhand dieser Studie von 2017), insbesondere anhand von SNP rs11743006, bei dem ich CA habe.

C. Körpereigenschaften:


a) Morgenmensch
b) geringere Wahrscheinlichkeit für Übergewicht
c) größere Ohrmuschel (!!!!)
d) größere Wahrscheinlichkeit für Übelkeit beim Autofahren (so so)
e) höhere Wahrscheinlichkeit für ein überdurchschnittlich langes Leben (festgestellt insbesondere anhand: rs4420638 AA, rs2075650 AA)

D. Sport

E. Ernährung

a) höhere Wahrscheinlichkeit, Raucher zu werden (kenne ich schon, siehe andere Beiträge aus dieser Artikelserie)
b) überdurchschnittlich viel Vitamin A im Blut
c) geringere Sensibilität für Bittergeschmacksstoffe (schließt auch scharfe Gewürze mit ein, was ich nicht so bestätigen kann)

Mein Fazit: Vieles aus den Bereichen C bis E war mir schon aus früheren Test-Auswertungen bekannt (siehe andere Beiträge in dieser Artikelserie hier auf dem Blog). NEU sind vor allem die Ergebnisse für die Bereiche A und B. Aber da dürfte jeweils der "polygenic score" noch nicht sehr vollständig sein.

Bei den Persönlichkeitsmerkmalen richtet man sich übrigens nach den "Big Five", die einmal in die Psychologie eingeführt worden sind unter maßgeblicher Mitwirkung von Raymond B. Cattell. Seine Philosophie des "Beyondism" hat manche Ähnlichkeit mit derjenigen der deutschen Psychologin Mathilde Ludendorff. Auf ihre Gedanken hat er sich in seinen Frühwerken auch offen und sehr konkret bezogen. (Dieser Umstand ist wissenschaftsgeschichtlich noch so gut wie gar nicht aufgearbeitet ist.)

Ursprünglich erstesllt 12.5.2019;
anhand neuer kostenloser Freischaltungen
bei Genomelink ergänzt:

12./22.5./6.6.2019

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